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About ECM

ECM-Debüt für Frank Peter Zimmermann und Heinrich Schiff, die beiden Ausnahmeinterpre-ten internationalen Formats – und gleichzeitig die Erfüllung des lang gehegten Wunsches bei-der Musiker, ein reines Duoprogramm einzuspielen, wie es kaum ein Konzertveranstalter an-bieten würde. Wie viel rhythmischen Drive, welche Farbenvielfalt und Klangopulenz Violine und Violoncello gemeinsam entfalten können, ist auf dieser in St. Gerold und in der Frankfur-ter Festeburgkirche entstandenen Aufnahme zu hören. Zimmermann und Schiff verbinden einen mitreißend musikantischen und impulsiven Zugriff mit größter Differenzierung in Phra-sierung und Dynamik.

„Das Bemerkenswerte ist, dass für diese Besetzung eine ganze Reihe herausragender Meis-terwerke geschrieben wurde, herausragend nicht nur im Schaffen der jeweiligen Komponis-ten, sondern bezogen auch auf das Kammermusikrepertoire schlechthin“, sagt Heinrich Schiff. „Das gilt gerade auch für Honegger und Martinů, die ansonsten in der Kammermusik kaum vertreten sind. Offensichtlich weckt die Kombination Geige/Cello den Ehrgeiz der Komponisten, die enormen Herausforderungen der Zweistimmigkeit zu meistern. Einmal im Sinne eines großen, gleichsam verdoppelten Soloinstruments, dann wieder mit beinahe or-chestraler Fülle, so dass man ein Streichquartett en miniature zu hören glaubt.“

Über 20 Jahre spielen Frank Peter Zimmermann und Heinrich Schiff zusammen. Immer wie-der haben sie das Doppelkonzert von Brahms gemeinsam aufgeführt, seit einiger Zeit besteht darüber hinaus ein festes Klaviertrio mit Christian Zacharias. „Irgendwann wurde uns klar, dass wir unbedingt Duos spielen wollten, vor allem die Sonate von Ravel, denn das ist eines seiner besten und abenteuerlustigsten Werke, das fast bis in Schönberg’sches Terrain vor-rückt. Alle Stilmittel werden bis zum Äußersten ausgeschöpft. Das ist immer geistreich erfun-den und dabei ungeheuer anspruchsvoll.“

Der Hauptreiz seines Duos mit Frank Peter Zimmermann bestehe für ihn darin, gewisserma-ßen Solosonaten zu zweit zu spielen, sagt Schiff, „mit einem wunderbaren Partner, der mal sehr ähnlich denkt, dann wieder ganz unerwartete Dinge anbietet.“ In der gemeinsamen Ar-beit wurde den beiden Musikern schnell klar, dass sie in ihrem Programm einen möglichst weiten Bogen spannen wollten, der vom strengen Kontrapunkt Johann Sebastian Bachs über Honeggers Duo mit seinen jazzoiden Elementen und den slawisch-böhmisch getönten Marti-nů bis zu einem Komponisten der Gegenwart reichen sollte. „Als wir überlegten, wen wir mit einem Werk beauftragen wollten, kamen wir schnell auf Matthias Pintscher. Frank Peter Zimmermann hatte 2003 in Berlin seine Musik für Violine und Orchester ‚en sourdine’ urauf-geführt und auch ich schätze seine Musik sehr.“ Die „Study I for ‚Treatise on the Veil’“, de-ren feine, fast durchweg verfremdete und modifizierte Streicherklänge den einzelnen Instru-menten kaum mehr eindeutig zuzuordnen sind, wird hier nun kontrastierend gerahmt von Bachs beiden Kanons mit ihren streng und linear geführten Stimmen. So offenbart diese Auf-nahme nicht nur, welch reiches klangliches Potenzial in der Duobesetzung für Violine und Cello steckt, sie führt auch höchst unterschiedliche Konstellationen in der Zweistimmigkeit vor. Dass sich die beiden von 1711 stammenden Stradivari-Instrumente – Zimmermanns Vio-line, die einst Fritz Kreisler gehörte, und Schiffs berühmtes „Mara“-Cello – geradezu wahl-verwandt verhalten, erhöht den Reiz dieses Aufeinandertreffens noch zusätzlich.

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Frank Peter Zimmermann, geboren 1965 in Duisburg, begann als Fünfjähriger mit dem Violinspiel. Im Alter von zehn Jahren trat er erstmals mit Orchester auf. Seit Abschluss seiner Studien bei Valery Gradov, Saschko Gawriloff und Hermann Krebbers im Jahre 1983 konzer-tiert er als Solist mit allen großen Orchestern der Welt und arbeitet mit den bedeutendsten Dirigenten zusammen. Einen weiteren Schwerpunkt von Zimmermanns Konzerttätigkeit bil-den seine zahlreichen Recitals in aller Welt. Seit 1998 ist der Italiener Enrico Pace sein re-gelmäßiger Klavierpartner. 2003 war Zimmermann Solist der Uraufführung des Violinkon-zerts „en sourdine“ von Matthias Pintscher; für März 2007 ist die Premiere eines Violinkon-zerts von Brett Dean mit dem Concertgebouw Orchestra Amsterdam vorgesehen. Frank Peter Zimmermanns umfangreiche Diskographie umfasst fast alle wichtigen Violinkonzerte von Bach bis Weill und zahlreiche Werke des Duo-Repertoires mit Klavier. Viele seiner Aufnah-men wurden mit internationalen Preisen ausgezeichnet. Zuletzt erschien das Violinkonzert von Ferruccio Busoni, gekoppelt mit dessen zweiter Violinsonate.

Heinrich Schiff wurde 1951 im österreichischen Gmunden geboren und begann als Sechsjäh-riger zunächst mit dem Klavierspiel, bevor er sich vier Jahre später dem Cello zuwandte. Er studierte bei Tobias Kühne und André Navarra und debütierte 1971 in Wien und London. Damit begann eine Solistenkarriere, in deren Verlauf Schiff mit allen wichtigen Orchestern und der gesamten internationalen Dirigentenelite zusammen musizierte und in den großen Musikzentren der Welt auftrat. Seit vielen Jahren ist die zeitgenössische Musik Schiff ein besonderes Anliegen. Regelmäßig arbeitet er mit herausragenden Komponisten unserer Zeit zusammen und bringt deren Werke zur Uraufführung, zuletzt bei den Salzburger Festspielen 2006 das Cellokonzert von Johannes Maria Staud mit den Wiener Philharmonikern unter der Leitung von Daniel Barenboim.
Heinrich Schiff hat alle wesentlichen Werke des Cellorepertoires von Vivaldi bis Lutoslawski und Bernd Alois Zimmermann auf Schallplatte eingespielt. Für die mehrfach ausgezeicheneten Aufnahmen der Solosuiten von Bach und der beiden Cellokonzerte von Schostakowitsch erhielt er den Grand Prix du Disque. Bei ECM New Series wird im kommenden Jahr das Cellokonzert von Friedrich Cerha erscheinen.
Als Dirigent stand Heinrich Schiff in den letzten 20 Jahren am Pult vieler großer Orchester wie dem Los Angeles Philharmonic, dem Philharmonia London, der Staatskapelle Dresden und den Münchener Philharmonikern. Außerdem bekleidete er Positionen als Chef- und Gastdirigent bei folgenden Orchestern: Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, Northern Sinfonia, Copenhagen Philharmonic, Radio-Sinfonie-Orchester Stuttgart, Musikkollegium Winterthur, Brucknerorchester Linz und Wiener Kammerorchester.

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