News/Special Offers
Artists
Catalogue/Shop
Tours
Links
About ECM

Mit „Achirana“ stellt sich ein neues Trio vor, das von Arild Andersen, ECM-Bassist der ersten Stunde, gegründet wurde und in dem neben dem Schlagzeuger John Marshall der griechische Pianist Vassilis Tsabropoulos auf seiner ersten Aufnahme für ECM zu hören ist. Tsabropoulos, der in Jazzkreisen wohl als echte „Entdeckung“ gefeiert werden dürfte, ist auf klassischem Gebiet schon seit langem als außergewöhnliche Begabung bekannt; folgt man Vladmimir Ashkenazy, verfügen „nur wenige Musiker über soviel Talent wie Vassilis Tsabropoulos“. Als klassischer Pianist und Interpret der Musik des 19. und 20. Jahrhunderts sowie als Dirigent hat sich Tsabropoulos bereits einen ausgezeichneten Ruf erworben, aber auch als Komponist und Improvisator findet er zunehmende Beachtung.

Tsabropoulos wurde 1966 in Athen geboren. Nach Erfolgen bei ersten Wettbewerben im Alter von 10 Jahren und einer Ausbildung am Staatlichen Konversatorium von Athen setzte er seine Studien als Stipendiat der Aristoteles Onassis Stiftung am Pariser Konversatorium, der Salzburger Internationalen Akademie und der Juilliard School fort, wo er unter anderem von Rudolf Serkin und Tatjana Nikolajewa unterrichtet wurde.

Im Mittelpunkt von Tsabropoulos’ Repertoire stehen Werke von Beethoven, Mozart, Chopin und Schumann; er ist aber auch ein engagierter Verfechter russischer Musik, vor allem der Werke von Rachmaninow, Prokofjew und Scriabin. Zu seinen Kompositionen (für Klavier, Violine, Streichquartett etc.) zählen unter anderem die für Vladimir Ashkenazy geschriebenen „Sechs Präludien“. Im klassischen Bereich stehen derzeit eine Amerika-Tournee, Konzerte in England, ein Mozart-Zyklus in Schweden, Dirigentenaufträge in Skandinavien, Arbeit mit der Tschechischen Philharmonie in Prag sowie Chopin- und Schumann-Aufnahmen auf dem Terminplan – dazu kommen diverse Jazz-Projekte.

Arild Andersen traf Tsabropoulos zum ersten Mal vor vier Jahren in Athen, als er in Griechenland in verschiedenen Formationen mit Markus Stockhausen spielte. „Was mich sofort faszinierte, war die Tatsache, dass seine hervorragende klassische Technik nie mit seinem ‚Jazz-Feeling‘ kollidiert. Das ist sehr ungewöhnlich. Außerdem gefiel mir, dass seine Improvisationen in der Regel nicht auf Akkorden basieren. Meist spielt er unabhängige Lines in der linken Hand.“

Während einer Griechenland-Tournee mit dem Ensemble des elektronischen Komponisten Vangelis Katsoulis lernten sich die beiden besser kennen. „Etwa zu der Zeit“, erinnert sich Andersen, „traf ich Manfred Eicher zufällig in den Straßen von Athen, und wir sprachen über Vassilis und die Möglichkeit eines ECM-Projekts. Diese Idee wurde dann später wieder aufgegriffen.“

Arild Andersen, einer der bekanntesten und durch seinen mächtigen Ton unverwechselbaren Bassisten unserer Zeit, wurde 1945 in Norwegen geboren. Von 1964 an spielte er mit den wichtigsten Musikern
seines Landes zusammen; 1967 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Jan Garbarek Trios, das bald darauf durch Terje Rypdal zum Quartett erweitert wurde. In den sechs Jahren, die Andersen mit Garbarek verbrachte, nahm das Quartett die ECM-Alben „Afric Pepperbird“, „Sart“ und „Triptykon“ auf. Während dieser Zeit spielte er außerdem häufig mit George Russell und Karin Krog und trat mit Don Cherry, Phil Woods, Hampton Hawes, Johnny Griffin, Art Farmer und anderen auf.

1973/74 lebte Andersen in New York, wo er viel mit Sheila Jordan und Sam Rivers (in einem besonders explosiven Trio mit Barry Altschul am Schlagzeug) arbeitete und mit Paul Bley, Stan Getz, Steve Kuhn, Roswell Rudd und anderen auf der Bühne stand. Zurück in Norwegen, begann er, sich verstärkt eigenen Gruppen zu widmen, von denen zahlreiche auf ECM-Aufnahmen dokumentiert sind: „Clouds In My Head“, „Shimri“, „Green Shading Into Blue“, „Lifelines“ (mit Kenny Wheeler und Paul Motian), „A Molde Concert“ (mit Bill Frisell, Alphonse Mouzon und John Taylor), „If You Look Far Enough“ (mit Ralph Towner und Nana Vasconcelos) und die Trilogie „Bande A Part“, „Aero“ und „Re-Enter“ mit Masqualero, der Band, die Andersen zehn Jahre lang anführte und in der außer ihm Nils Petter Molvær, Jon Christensen und Tore Brunborg spielten.

In den letzten Jahren erkundete er in einem Ensemble mit der Sängerin Kirsten Bråten Berg norwegische Folklore (zu hören auf dem Album „Sagn“), war an einem faszinierenden Projekt mit dem Cikada Streichquartett beteiligt („Hyperborean“) und gründete eine Formation mit dem deutschen Trompeter Markus Stockhausen.

Als Dritten im Bunde wählte Andersen den britischen Schlagzeuger John Marshall. „Mit John habe ich bereits bei verschiedenen Projekten gern zusammengearbeitet. Er geht auf eine ganz spezielle Weise an das Zusammenspiel im Klaviertrio heran, spielt eher frei und nimmt sich zurück, ohne die für ihn typische Kraft und Energie zu verlieren.“ John Marshall wurde 1941 im englischen Isleworth geboren und unter anderem von Philly Joe Jones und Allan Ganley unterrichtet. Ein besonders wichtiges Vorbild war Charles Mingus, dessen Arbeit Marshall motivierte, sich sowohl mit den physisch-emotionalen Aspekten der Blues-beeinflussten Musik als auch mit der „intellektuelleren“ Spielart des Modern Jazz zu beschäftigen. Um im London der frühen 60er Jahre beiden Strömungen folgen zu können, musste er in einer ganzen Reihe von Bands spielen: Marshall arbeitete mit Alexis Korners Blues Incorporated, der Indo-Jazz Fusion-Gruppe von Joe Harriott-John Mayer, der Graham Bond Organisation, John McLaughlin, Dave Holland, John Surman, Alan Skidmore und anderen. 1969 war er Gründungsmitglied der frühen Jazzrock-Band Nucleus, die er 1971 verließ, um mit Jack Bruce auf Tour und ins Studio zu gehen. Von 1972 an war er Schlagzeuger (und später Leader) von Soft
Machine. Während der 70er und frühen 80er Jahre spielte er außerdem mit vielen amerikanischen Musikern, die in England gastierten, darunter Gil Evans, Mary Lou Williams, Ben Webster, Roy Eldridge, Milt Jackson, Charlie Mariano, Larry Coryell und Gary Burton.

Marshall ist auch mit Ensembles der klassischen und Neuen Musik aufgetreten, unter anderem mit den Komponisten (und Stockhausen-Mitarbeitern) Tim Souster und Roger Smalley, und hat sich im Laufe der Jahre immer wieder in freieren Gefilden bewegt – von frühen Free-Improv-Experimenten mit dem Spontaneous Music Orchestra bis hin zu dem vielbeachteten aktuellen Trio Marshall-Travis-Wood. Sein ECM-Debüt gab Marshall 1977 als Mitglied von Eberhard Webers Colours. Seitdem konnte man ihn am häufigsten zusammen mit John Surman hören, sowohl mit dem Surman Quartet (auf dem preisgekrönten „Stranger Than Fiction“) als auch im John Surman-John Warren Brass Project. Außerdem arbeitet er seit zehn Jahren regelmäßig mit Arild Andersen und in Ensembles mit dem Trompeter Uli Beckerhoff und dem Gitarristen John Abercrombie.

Back