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September 20 , 2013

Reviews of the Week

Early European reactions to Michelle Makarski and Keiths Jarrett’s upcoming recording of Six Sonatas for Violin and Piano by Johann Sebastian Bach

Das Geheimnis ist die Demut, mit der sich die beiden Musiker auf den Gipfel dieses Werks begeben. Nichts stört diesen reinen Bach-Klang, jede scheinbar noch so kleine Note, jede scheinbar noch so nebensächliche Struktur wird mit dem gleichen Ernst und der gleichen Liebe aufgenommen und an den Hörer weitergegeben. Mit feinst ausbalanciertem Anschlag sorgt Jarrett am Flügel für höchstmögliche Transparenz, beide Instrumente können sich so innig miteinander verweben, dass sie in Bereiche der Musik vordringen, die losgelöst von allem Irdischen den meisten verschlossen bleiben.
Stephan Schwarz, Fono Forum

Jarrett hat schon einige Bach-Solowerke eingespielt (darunter die Goldberg-Variationen) […] Auch Bachs Violinsonaten liegen ihm. Trockene Bässe, leichte Höhen, geschäftige Rhythmen, eine gänzlich unschwelgerische Tongebung - das verfehlt die Wirkung nicht. Und Makarskis leicht spröder, nie in den Vordergrund drängender Ton passt dazu. Gemeinsam klingen die beiden schon fast nach historischer Aufführungspraxis, trotz des (ziemlich pedalfrei bedienten) Flügels und obwohl sie sich zweifellos nicht um stilistische Detaildiskussionen gekümmert haben. Das mussten sie auch gar nicht. Jarrett und Makarski wollen nichts beweisen mit dieser Aufnahme, die klingt, als ob sich die beiden an einem verregneten Sonntagnachmittag zum reinen Vergnügen getroffen hätten: entspannt, spielfreudig, keineswegs überambitioniert.
Susanne Kübler, Tagesanzeiger

Vibratoarm, nüchtern, fast asketisch versteht Michelle Makarski diese Musik. Das heißt nun nicht, dass sie sich ständig im unteren Bereich der Dynamik-Skala aufhalten würde. Sie lotet die Zonen zwischen Laut und Leise und vor allem die Übergänge dazwischen sehr genau aus. Auch in den schnellen Sätzen. Das klingt spielerisch leicht, wenn auch ein wenig aristokratisch. Makarski bertreibt keine Virtuosenprotzerei, ihr Spiel ist frei von Kraftmeierei – mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass ihre Töne nie kratzen, nie schaben, nie schleifen.
Keith Jarretts Bach-Stil hat sich auch nach knapp einem Vierteljahrhundert nicht grundlegend geändert: klare Tongebung, zurückhaltender Pedal-Gebrauch, und immer auf der Suche nach dem Mysterium.
Dr. Christoph Vratz, WDR


The Keller Quartets recording of string quartets by Görgy Ligeti and Samuel Barber on Ligeti Barber is reviewed in German magazine Fono Forum

Beiden Besetzungen aber sind jene kristallklare Präzision und das unbedingte Aufeinandergehen zu eigen, ohne die eine derart konzentrierte Musik nach dem Willen ihres Schöpfers überhaupt nicht darstellbar wäre. Wie von einem Atem und einem Gedanken getragen, verkörpert das Ensemble diese Musik (...), gibt ihr so Herzschlag, Puls und Wärme mit auf den Weg.
Stephan Schwarz, Fono Forum


Swiss daily Tagesanzeiger is intoxicated by the commitment to melody on Somewhere by Keith Jarrett, Gary Peacock and Jack DeJohnette

Auf dem neuen Album seines Trios geht der 68-jährige Pianist zwar auch neutönerisch zur Sache, und wie sich aus dem Eröffnungsstück ‚Deep Space’aus abstrakten Klangsplittern plötzlich der Jazzstandard ‚Solar’ herauskristallisiert, ist eine Klasse für sich. Vor allem aber spielt Keith Jarrett reinsten Herzens die allerschönsten Melodien. Und er hat keine Sekunde lang den Hang, diese zu persiflieren oder zu ironisieren. Ein Naiver ist er deshalb nicht - er, der schon um 1970 die Räusche des Free Jazz ausprobierte, der die klassische Avantgarde à fond kennt und der selber etwa die Präludien und Fugen von Schostakowitsch eingespielt hat; kurz: der in seinen Improvisationen ein Wissen offenbart wie ein musikalischer Universalgelehrter. Ausgerechnet dieser erfahrene und auch mit allen musikalischen Unmöglichkeiten vertraute Musiker also scheut sich nicht vor der Melodie. Und zwar seit 1983. Damals gründete er mit dem Kontrabassisten Gary Peacock und dem Schlagzeuger Jack DeJohnette sein bis heute tätiges Trio. Dieses widmet sich auf vielen Alben den Liedern aus dem Great American Songbook. Und damit immer auch der Melodie und einer volksliedhaften Einfachheit […] Keith Jarrett lehrt uns so, dass wir das Schöne auch im Zustand kritischen Wissens genießen dürfen - und nicht zwanghaft auf die ‚Tendenz des Materials’ schielen müssen, den jeweils avanciertesten Stand musikalischer Technik. Jarrett hält sich auch in geradezu grotesker Weise nicht an musikalische Wiederholungsverbote, wenn er im zweiten Teil von ‚Somewhere’ über minutenlangen repetitiven Ostinatopassagen die Musik zum Glühen bringt.
Christoph Merki, Tagesanzeiger


British website Marlbank welcomes 39 Steps by the John Abercrombie Quartet

'39 Steps' has a lilt and a bittersweet quality that draws you in but never too close. [...] A master of jazz guitar in his prime,39 Steps’ is a beauty.
Stephen Graham, Marlbank


Critics from Switzerlanda and the UK find delight in the interplay of Ralph Towner, Wolfgang Muthspiel and Slava Grigoryan on Travel Guide

Wenn drei Meistergitarristen aufeinanderstossen, ist das Ergebnis meist ein virtuoses Formel-1-Rennen: Man denke an die Aufnahmen von John McLaughlin mit Paco de Lucía und Al Di Meola. Hier geht es anders zu, obwohl ebenfalls drei Meister am Werk sind: Der 73-jährige Amerikaner Ralph Towner, der 48-jährige Österreicher Wolfgang Muthspiel und der 37-jährige Kasache Slava Grigoryan, der seit Kindertagen in Australien lebt, finden zu innigem Musizieren zusammen. Towner und Grigoryan spielen klassische sowie zwölfsaitige bzw. Baritongitarre, Muthspiels dezentes Spiel auf der elektrischen Gitarre ist da kein Fremdkörper. Alle sind sowohl mit der klassischen Tradition wie mit dem Jazz vertraut. Seit acht Jahren treten sie zusammen auf, Travel Guide ist ihr zweites Album. Die 2012 entstandene Aufnahme bringt je fünf Kompositionen von Towner und Muthspiel. Der Klangteppich ist fein gewoben, keiner der drei Solisten spielt sich in den Vordergrund. Vielmehr herrscht ein Geist der lyrischen Versenkung und der Formstrenge; die Technik bleibt stets dem musikalischen Geschehen untergeordnet. Eile mit Weile. Nichts für unruhige Geister, aber ein gelöstes, reifes Album.
Manfred Papst, NZZ am Sonntag

The classical and 12-string guitars of Towner, electric guitar of Muthspiel, and Grigoryan's classical/baritone guitars weave a delicious spell here. With five of the compositions by a confident-sounding Muthspiel and five too by the masterful Towner, it's an album that while gentle at times has a subtle power all of its own and some sumptuous melodies intricately arranged off-set only by brittle textures and that faraway atmosphere Towner has made his own. [...] All three are giving directions rather than taking them on this particular travel guide, it has that optimism and life force.
MB, Marlbank


German daily Frankfurter Allgemeine Zeitung on José Luis Montón's Solo Guitarra

Eine berauschende Verbindung tiefer Flamenco-Emotionalität mit klassischer Anschlagskunst und Virtuosität. Meisterhaft die vitale Agogik, die kleinen Verzögerungen und Beschleunigungen, die plötzlichen Crescendi und die gerade noch vor dem Verschwinden bewahrten Dämmerpassagen. Die Musik erzählt unablässig wortlose Geschichten von Tanz und Besinnung.
Ulrich Olshausen, Frankfurter Allgemeine Zeitung


US online-magazine Jazz Weekly makes Quercus by June Tabor, Iain Ballamy and Huw Warren its „Ringer of the Week“

If you’re not familiar with the voice of folk singer June Tabor, you’re in for the treat of the week. She’s been a major factor in the traditional folk scene in Britain since the 70s, winning me over with her glorious disc with Maddy Prior (Silly Sisters) in ’76. Since then, she’s swerved and swayed between folk and cabaret-styled jazz, and this one with Iain Bellamy/ts-ss and Huw Warren/p is one of the elite best. The three meld various musical styles, with material such as ‘Come Away Death’ mixing traditional Irish sounds with jazz and even a bit of Shakespearian lyric and iambic pentameteric rhythms. ‘Lassie Near Me,’ on the other hand bends between folk, modern poetry and late night sepia sounding jazz with Bellamy’s tenor smoking as heavily as a two pack a dayer. Tabor goes a cappella on the radiant ‘Brigg Fair’ and if anything, her voice sounds better by the two score years of aging and maturity. There’s a haunting richness to her voice that makes each word sound like she’s lived it; she floats over Warren’s Schubertianly lyric piano on ‘Lads in their Hundreds’ like a mist over Verdun. This music will not get out of your veins for quite some time. Like a deep conversation, you’ll keep coming back to the main points and keep reflecting back on them. Hopefully also, it will be an invitation to explore her earlier materials. Any chance of a return to the US after too long an exile?
George W. Harris, Jazz Weekly


More international media acclaim the joyous fire in the music on Stefano Bollani and Hamilton de Holanda’s O que será

Virtuosity abounds in this live recording from the Jazz Middelheim festival in Antwerp in 2012, but overriding the impressive technical display is the sheer joy inherent in these performances. The ability to play anything and go anywhere on their instruments, rather than a hindrance, is a tool that is used with much good taste and exhilarating results that are never flashy for the sake of technical wizardry. [...] A nicely balanced programme of delicate duo interplay interspersed with the dazzingly complex lines that the two musicians weave in the uptempo pieces. Virtuosic this music may be, but the end results justifiy the means as the pair seek to push the music to the heigth of their considerable abilities. The end of the album may leave you breahtless, as indeed it did the audience present at the concert, but this is duo playing of astonishing quality where the two musicians explore mutual musical ground and then push themselves further, always looking for the next level, and frequently finding new things to say.
Nick Lea, Jazz Views

Was sofort ohrenfällig wird, ist das phänomenal gute Zusammenspiel der beiden. Absolut synchron bieten sie verzwickte Läufe dar, wie aus einem Atem heraus werden Steigerungen gestaltet, dabei ergänzen sich der perkussiv brillante Klang von de Holandas Bandolim und der samtig warme Klavierton Bollanis, der manchmal beinahe an ein Fender-Rhodes-Piano erinnert, ganz ausgezeichnet. Dramaturgisch ist das Album gekonnt zusammengestellt und bietet viel Abwechslung (...) Da wäre man gerne live dabei gewesen.
Mario-Felix Vogt, Fono Forum

A dazzling display of instrumental prowess but, more importantly, a gorgeous album of music.
Peter Bacon, The Jazz Breakfast


British critic Peter Bacon is charmed by Yeawon Shin’s Lua Ya

The songs are like delicate water colours, and the performances, sketchy in places and full of the white paper of the hall’s silences, are restrained and lightly thoughtful. Sometimes Yeahwon sings so softly her voice almost wavers as the breath struggles to vibrate the cords. Curto echoes that breathy tone with his accordion. And Parks is the most gracefully supportive of players – like a male dancer seemingly effortlessly raising a musical ballerina above his head. An utterly charming album.
Peter Bacon, The Jazz Breakfast