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About ECM

Durch sein freimütiges Bekenntnis zum `Anderen´ des Jazz umgehen Name und Programm dieses Publikumsmagneten (...) ganz elegant die Frage, was es im Jazz denn Neues, ob es da noch Entwicklung gäbe, oder ob dort alles nur noch Retro und Reprise, allenfalls noch `Fusion´ wäre. Im Fall des argentinischen Musikers, Komponisten und Arrangeurs Dino Saluzzi - eines Altmeister des Bandoneon - richtet sich diese Frage ans äußerste Spektrum des Anderen: Denn Saluzzis Tango ist kein Tango, sein Jazz ist kein Jazz, und seine `E-Musik´ oder sogar `Neue Musik´ ist genauso wenig `E-Musik´ oder `Neue Musik´, wie seine Folklore und `U-Musik´ keine Folklore und auch keine `U-Musik´ ist. Was aber ist es dann? Gelegenheit, die Antwort zu erlauschen, bot das Konzert, das Dino Saluzzi im Trio mit seinem Bruder, dem Saxophonisten und Klarinettisten Felix, und mit seiner langjährigen Kollaborateurin, der wunderbaren Cellistin Anja Lechner am Montag vor dem Altar der Heidelberger Providenzkirche gab - in dem er auch sein neues Album mit dem weihnachtlichen Titel Navidad de los Andes vorstellte. Titel daraus wie `Ronda de ninos en la montana´, `Son qo´nati´ und `El vals de nosotros´ machten deutlich, wie die liedhaften Arrangements des 1935 im Hochland der Provinz Salta (...) geborenen Geschichtenerzählers an die Orte seiner Kindheit und seiner frühesten Musikerfahrungen zurückschweiften: Saluzzi und seine Brüder waren ohne Grammophon, ohne Radio, ohne Strom aufgewachsen. Kinderreigen, volkstümliche Tänze und Lieder, mündlich aus der Hauptstadt zugeflogene, von Mund zu Mund, von Instrument zu Instrument weitergegebene Töne und Melodien blieben das Material seiner musikalischen Anfänge und Neuanfänge. So hält Dino Saluzzi alle Fragen nach der Definition seiner Musik für Zeitverschwendung, die ihn davon abhielte, Musik - einfach - zu machen. Immer wieder wandte er sich an sein Publikum mit Worten, die freilich so leise waren und ähnlich liedhaft klangen wie die Töne, die er aus dem Bandoneon zauberte. Unterdessen wanderten seine Augen wie die eines blinden Sehers - alias eines Sängers und Poeten - unruhig, wie suchend gegen den Himmel, tasteten die Decke des Kirchensaals ab, bis sie dort offenbar etwas fanden, was der Musiker dann mit einem erstaunten Lächeln und stummen Lippenbewegungen seinen Mitspielern kundtat, die es an ihre Instrumente weitergaben und in neuen Verwandlungen virtuos wieder aufklingen ließen - ein andauernder Dialog der Gaben, Gegengaben und Weitergaben. Und es war an diesem Abend, als wäre man bei der Geburt der Musik dabei gewesen.
Volker Breidecker, Süddeutsche Zeitung

„Navidad’s“ capacity to evoke images of everything from dark mountainscapes to village dances is seductive, and variations ebb and flow beneath the mournful sweeps of bandoneón chords and fragile uppercello sounds that dive dramatically into low reverberations. There are brief outbursts of harder-accented pieces, in which the instruments gracefully chase each other and then weave contrapuntal passages where improvised and composed parts are almost impossible to separate. When Felix Saluzzi arrives with smoky, late-night tenor sax on the bleary „Recuerdos de Bohemia“, it comes as a surprise, giving the music an utterly changed atmosphere with its downbeat urbanity.
John Fordham, The Guardian

Mit seinem Bruder Felix (Klarinette/Saxofon) und der jungen Deutschen Anja Lechner am Cello evoziert der Ausnahme-Akkordeonist Saluzzi, 76, die schroffen und auch die sentimentalen Reize seiner argentinischen Heimat: eine spannende Klangreise zwischen Tango, Folklore und moderner Klassik.
Nürnberger Zeitung

„Navidad de Los Andes“ heißt die aktuelle CD des Trios, und darauf spüren die drei weihnachtlichen Empfindungen in den Anden nach. Es sind friedvoll einander umkreisende Elegien, welche die drei hören ließen. Gedanken werden weitergetragen, von einem Instrument zum anderen. Sehnsüchte wandeln sich in Träume, in zartes Nachsinnen. Leise flackert das Feuer ferngerückter Leidenschaften, ein Schwelgen in ruhig empfundener Schönheit. […] Eine Musik der Stille formten die drei Interpreten, und ihren Instrumenten entlockten sie eine feine Sonorität. Erst recht das Bandoneon, dem Dino Saluzzi flehentliche Sehnsucht ebenso abgewann wie stille Trauer und sanft glühenden Eros. Federnde Läufe, flirrendes Non-Legato und wachs-weiches Legato: elatsisch schnellt das Zarte hoch, vertielt auf Läufe der inken und der rechten Hand. Oft waren es Töne nahe am Verstummen, Melodien, aus denen die Sehnsucht sprießt.
Rainer Köhl, Rhein-Neckar-Zeitung

C´est un voyage au grand Sud. Sur les hauteurs andines, si proche des étoiles, comme un écho du film La nostalgia de la lumière. Son intense, émouvant, tantôt triste, soudain drôle…une évocation des symboles, légendes, et personnages de Camposanto qui habitent la mémoire de Dino Saluzzi, élevé à une dimension d´art inclassâble.
Francisco Cruz, JazzNews

While not suggesting there isn't detailed writing at play, Saluzzi relies more completely on the trio's intrinsic chemistry and shared language, and the glorious combined timbre of this uniquely well-matched set of instruments; the combination of air-driven reeds and bowed strings creating a wondrous single voice, while bandoneon and saxophone conjoin for as seamless a marriage here as Norwegian saxophonist Trygve Seim did with accordionist Frode Haltli on Yeraz (ECM, 2008). With Felix loosely representing the folk and jazz traditions and Lechner a more classical frame of reference, bandoneonist Dino has formed a perfect trifecta, pushing and pulling what is, at times, an equilateral triangle, at other times, one far more weighted towards specific concerns—and, at times, within the confines of a single composition. "Gabriel Kondor" begins unequivocally in folklore, with Saluzzi's bandoneon alone evoking its cinematic imagery of a small town at the foot of the Andes, but when Lechner enters, the rich tonality of her cello somehow moves the image somewhere less rural. Elsewhere, the medley of Saluzzi's "Candor" with "Soledad," written by singer/songwriter/actor Carlos Gardel—a prominent figure in the history of the tango—wears its heart more decidedly on its sleeve, with Felix's tenor saxophone a mellifluous counterpoint to his brother's unerring sensitivity, while Lechner's quiet sound of fluttering wings and gentle whistles begins "Flora De Tuna" in gentle stasis, its stronger melody gradually culminating in a delicate intertwining of clarinet, cello and bandoneon, ebbing and flowing like a slow journey through a sub-Andean forest. As Saluzzi and his partners blur the line between form and freedom, Navidad de los Andes' cinematic narrative unveils over the course of an hour, moving from a heightened sense of perception to places where the barest of whispers bears greater import. Astor Piazzolla popularized the bandoneon and brought tango into a modern age, but it's Saluzzi who's given the broader Argentinean tradition a more expansive stylistic purview; only when drawing together his entire ECM discography, beginning with 1983's solo Kultrum, is his importance fully revealed. A significant signpost along the way, Navidad de los Andes is another compelling addition to the septuagenarian bandoneonist's still unfolding oeuvre.
John Kelman, All About Jazz

Es gibt wohl keinen Bandoneonspieler, der das Sakrale in seinem Spiel so perfekt vermittelt und dem das Zackige des Tangos so abgeht. Insofern ist Saluzzis Musik auch offen für subtile einflüsse aus Jazz, Kammermusik und Folklore - und argentinisch, aber kein Tango per se. Bereits im Opener erinnert er an große Momente lateinamerikanischer Musik, vor allem an die Imitation der Naturgeräusche des Dschungels wie in Yma Sumacs berühmten Stück "Chuncho". Saluzzis Musik lebt von einer immer wieder auf- und abebbenden Dynamik und wirkt insgesamt wie Filmmusik, die zwischen Trauer und Jubel alle Register zieht.
Hans-Jürgen Lenhart, Jazzthetik

Auf „Navidad de los Andes“ fließen viele verschiedene Stilelemente ineinander. Sowohl klanglich als auch stilistisch. Daraus, wie auch aus den unterschiedlichen personellen Konstellationen vom Solo bis zum Trio, speist sich die Faszination der Musik, die im Konzertsaal des Schweizer Radios in Lugano hervorragend aufgenommen wurde.
Ulf Drechsel, rbb Kulturradio

Argentinian Saluzzi brothers, Dino and Felix and the German cellist Anja Lechner, boundaries aren´t stretched, just ignored. The result, stubbornly resisiting categorisation, combines the formality of chamber music with folk elements and jazz improvisation to produce something uniquely beautiful. Though these measured, impressionistic pieces are rooted in Dino´s culture, they evoke the universal: nostalgia, playfulness, solitude and celebration, sentiment and sentimentality. And, thanks to a rapport so intimate that it´s difficult at times to separate the improvised and the written, they do it with the simplest of melodic means, making the most subtle use of dynamics and the contrasting colours afforded by the grave eloquence of cello, classical clarinet, soft-toned tenor and bandoneon.
Ray Comiskey, The Irish Times

Die Tonqualität ist, wie bei ECM nicht anders zu erwarten, höchst delikat, man hört die Klappen des Saxofons, die Tasten des Bandoneons und die Finger von Lechner auf dem Griffbrett. Die Musik ist ein enorm einnehmender Hybrid aus Tango-Melancholie, südamerikanischem Flair und spröder Folkloristik. Oder wie es der argentinische Dichter Leopoldo Castilla ausdrückt: Der “Sound ist geboren mit der Instensität des Windes“.
Jazzthing

If you are an ECM fan, this recording may sound exquisitely close to genius. Stand out moments include the extraordinary unison of tenor sax and cello part way through “Requerdos de Bohemia”, the delicate and uplifiting cello and bandoneon intro to “Sucesos”, and the rapid mood changes of “Candor/Soledad”. [...] Dino Saluzzi is one of those masters of the bandoneon / concertina / squeezebox family that can avoid cliché at every turn, elevating the instrument to the heights of musicianship and expression. Some instruments are so distinctive in tone and timbre that it’s easy to only hear the sound; with Saluzzi, you hear the music.
Dave Foxall, Jazz Journal

Viel zur Atmosphäre trägt auch die perfekte Aufnahmetechnik bei – man hört Klappen- und Tastengeräusche oder Anja Lechners Finger, die über die Saiten wandern, und hat das Gefühl mitten drinnen im wundervollen musikalischen Geschehen zu sein.
Kultur

"Dans cette magnifique oevre, le son naît avec l´intensité du vent et progresse à la manière inexorable du sable qui préserve la mémoire." Le poète Leopoldo Castilla trouve le mots justes pour caractériser l´oevre de Dino Saluzzi, originaire comme lui de Salta. La grande ville argentine au pied des contreforts andins, une région de hauts plateaux et de déserts de sel, une terre habitée de symboles. C´est elle que le bandonéoniste célèbre dans ce Noel Andin, suivant une exigence formelle qui rime avec une poésie éternelle. Loin de tout cliché pour celui qui fêetait ainsi son soixante quinzième anniversaire, en compagnie de son frère Felix, et surtout de la violoncelliste allemande Anja Lechner, avec qui il avait déjà signé un irradiant Ojos Negros. Lumineux et intense, comme les lumières qui jaillissent de cette thématique ou la douce mélancolie ne se fait jamais amère.
J. D., Mondomix

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