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About ECM

Just as Schnittke's First Symphony picks up the threads from Shostakovich's last, so his Piano Quintet feels like the natural successor to Schostakovich's last string quartet; that makes ECM's coupling of the two chamber works an effective and thought-provoking one, the more so since both performances are of the highest quality. This music is a good deal harder to bring off than it looks. The textures are emaciated, and the pain of emotional starvation needs to register with unremitting intensity. In Schnittke's solo piano opening, Alexei Lubimov shows the requisite temperament and control of sonority, and both he and the Kellers keep us inside the Quintet's world through the first movement's obsessive, quartet-tone-inflected bell-tolling, through the ghost-train-ride of the film-derived Tempo di valse, through the catatonic laments of the two succeeding slow movements, all the way to the anxious transfigurations of the finale. ... Single-disc versions of Shostakovich's valedictory quartet are surprisingly thin on the ground. Here, too, the Kellers can stand comparison with the very finest.
David Fanning, Gramophone

Der Ausdruck tiefer Trauer und individuellen wie überpersönlichen Leids durchzieht beide Partituren - die in sich kreisenden Motive und brütenden Klangflächen des Schnittke-Quintetts ebenso wie die sechs langsamen Sätze, die Schostakowitsch in seiner wohl kompromisslosesten kammermusikalischen Konzeption zu seinem letzten Streichquartett zusammenschweißte. Auch die Differenzen freilich werden deutlich: die Polarität zwischen freitonalem und tonalem Denken, kompositorischer Strenge und nostalgischen Reminiszenzen, die das Quintett bestimmt, hebt Schnittke in der abschließenden gespiegelten Passacaglia in die musikalische Versöhnung auf, die Trauer wird licht, das Leid zur Erinnerung. Schostakowitschs tonales Quartett kennt solche Tröstungen nicht: Der zerfransende Trauermarsch, in den der Epilog mündet, scheint nur eine Botschaft bereitzuhalten, die auch die Vierzehnte Sinfonie verkündet: "Der Tod ist groß, wir sind die seinen." Alexei Lubimov und das Keller Quartett vermitteln beide Haltungen gleichermaßen, zwingend und mit atemnehmender Intensität. Eine beklemmend grandiose Aufnahme.
Oswald Beaujean, Die Zeit

Die Wiedergaben sind atemnehmend intensiv und dringlich gespannt in jedem Ton. Dadurch wird den kargen Mitteln ein Optimum an Ausdruck abgewonnen. In Schnittkes Quintett wirkt sich dies auch auf die Antinomie und Versöhnung von Alexej Lubimovs klar-sensiblem, fast abgeklärtem Anschlag am Flügel und den mikrotönigen Klanggeweben der Streicher aus. In Schostakowitschs Quartett gibt es keinen Lichtschimmer wie etwa in Schnittkes Schluss-Passacaglia. Kein Trost, nur Katastrophe: Das Keller Quartett beschönigt keine Härte. Die abgerissenen Töne der Zwölftonskala im zweiten Satz, dieser abgründig gestochenen, geschabten Walzer-"Serenade", sprechen von Isolation und Verzweiflung.
Ellen Kohlhaas, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Angelehnt an Bachs "Wohltemperiertes Klavier" wollte Schostakowitsch noch einen Zyklus von 24 Streichquartetten schreiben. Er endete mit dem fünfzehnten, uraufgeführt 1974, ein halbes Jahr vor seinem Tod. Ein düsterer Gesang von den letzten Dingen. Vom alles Folgende an Ausdehnung weit überragenden, grüblerischen Kopfsatz führt der Weg über sägende Streicherklänge zu einem "Trauermarsch", einem säkularen Requiem. Doch Schostakowitsch verweigert die Erlösung nicht, sondern reicht die Idee einer Erlösung à la "Tristan" nach. Das Keller Quartett stellt seiner düsteren Interpretation von beispielhaften geistigem Gehalt Schnittkes Klavierquintett voran. Zur gleichen Zeit, also noch vor Schnittkes körperlichen Zerfall entstanden, kündet auch dieses Werk, dessen Komposition wohl durch den plötzlichen Tod von Schnittkes Mutter ausgelöst wurde, von Trauer, Verzweiflung, Einsamkeit. Das Keller Quartett macht sich hier zusammen mit Alexei Lubimov die Haltung eines unmittelbar handelnden musikalischen Subjekts zu eigen. So erscheinen Schnittkes Effekte, die Gegensätze der einzelnen Stimmen und die Vielfalt der musikalischen Semantik, die bis zum Kinderlied reicht, als völlig schlüssig und richtig.
Egbert Tholl, Süddeutsche Zeitung

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