News/Special Offers
Artists
Catalogue/Shop
Tours
Links
About ECM

In klarer Absage an jedwede Form von Drama und Pathos intoniert der in Wien lebende Stimm- und Performancekünstler Christian Reiner in einer Einspielung für ECM das poetische Material: Mit seiner melodisch «geraden» bzw. neutralen Diktion widersagt Reiner der vordergründigen Emotion und trägt damit gleichzeitig der Absenz eines lyrischen Ich Rechnung. Lange Pausen zwischen den Einzelversen – oft sechs, ja acht Taktschläge lang – orchestrieren die den Naturbetrachtungen eingeschriebene Stille. Die temporale Verfremdung entreisst den Reimen deren scheinbare Selbstverständlichkeit und rückt damit das Wörtliche dieser Texte ins Bewusstsein.
Christiane Zintzen, Neue Zürcher Zeitung

Dass solche Zeilen es schwer haben, Gehör zu finden im schwatzhaften "Lärm der undichtrischen Sprachen", die uns täglich umgeben, hat schon Martin Heidegger festgestellt. Umso erfreulicher, dass Christian Reiners Interpretationuns einen Zugang zu ihnen verschafft. Lauter geglückte - um es mit Heidegger zu sagen - "Augenblicke technisch festgehaltenen Sprechens", in denen kein Ton verfehlt wird. Auf diese Weise könnten, um es mit einem Gedicht Wolf Wondratscheks zu sagen, selbst Huren zu Hölderlin-Lesern werden. […] Jetzt ist es an den heutigen Menschen, in den von Wolf Wondratschek arrangierten und von Christian Reiner gesprochenen "Turmgedichten" Friedrich Hölderlins Gegenwärtigkeit zu entdecken.
Knut Cordsen, Bayerischer Rundfunk

In der Tat ist Christian Reiners Einspielung von einer unerhörten, hypnotischen Intensität. Die karge, abstrakte Sprache Hölderlins: Tag, Schnee, Frühling, Schimmer, Himmel, Bilder, Sonne, Mensch, Licht. Reiners Stimme, die die alten Gluten in dieser erloschenen Sprache spüren lässt. Und ebenjene Pausen, die dem Zuhörer den Raum geben, inmitten des Schweigens nach seinen eigenen inneren Himmels-, Frühlings-, Schnee- und Sonnenbildern zu suchen.
Christoph Winder, Der Standard

Back