Mr. Pärt’s music has a way of leaving listeners, including himself, grappling for ways to express its curious effect. Yes, all music floats on air (in the happy phrase of the composer Ferruccio Busoni), but Mr. Pärt’s music does so differently. Its harmony hovers in one place; its statements have a purity that is unique in contemporary music. Perhaps because the works are built from the most elemental materials, they have a peculiar way of burrowing deep into memory, hinting at what Nietzsche and the psychoanalyst Theodor Reik temptingly described as "the third ear." (…). "Alina" is another standout CD for those new to Mr. Pärt’s work, capturing his early tintinnabuli style at its most pared down and essential.
Jeremy Eichler, New York Times, 2005
A minimum of notes employed to maximum effect, expertly sustained in performance. (…) Arvo Pärt eschews the bustle and restlessness of „reality“ in favour of space and relative quietness, and his music reflects that preference. „Für Alina“ is not minimalism in the sense of „hypnotic repetition“, but 50 minutes or so spent attending to a few simple but beautiful ideas. And who could argue with that? If complexity and busyness can be seen as valid musical options, then why not extreme simplicity? (…) It is the voice of internal exile, self-communing and highly personal but wholly accessible for anyone willing to listen. The big danger of listening to Alina, is that much of what you hear afterwards will suddenly sound like noise – too much noise. But it´s a risk worth taking.
Rob Cowan, Gramophone
Das ist das Eigentümliche: Hat man Arvo Pärt kategorisiert – als vom Mittelalter inspirierten Meditations-Mystiker-, ihn womöglich gar als postmodernes Phänomen abgetan, dann ertönt die Musik – und oft reicht sie doch weit über alles Klassifizierbare hinaus und ist schlicht überwältigend zu nennen. (…)
Die Schlichtheit von „Spiegel im Spiegel“, in dem sich die Instrumente gegenseitig spiegeln, ohne sich zu doppeln, die Dreiklangs-Arpeggien, dazu der liegende Klang der Violine respektive des Cellos – das alles ergibt eine klangliche Weite, nachgerade einen Charakter des Vormusikalischen, der alle erdenklichen Möglichkeiten einzuschließen scheint, ohne sie gebrauchen zu müssen.
Tilman Urbach, Fono Forum
Das Klavierstück „Für Alina", 1976 für ein einsames estnisches Mädchen in London geschrieben, war das erste Bekenntnis Pärts zum Dreiklang als Leitlinie seines Komponierens – „meinen kleinen, einfachen Regeln". Es ist eine Miniatur, entstanden wie in dem Moment, da sich der Schöpfer das Material zurechtgelegt hat und sich zurücklehnt, um nachzudenken, was damit anzufangen wäre. In der neuen Einspielung, aufgenommen in der Frankfurter Festeburgkirche, klingen zwei Ausschnitte aus einer weitschweifenden Improvisation über der Grundkonstruktion des Stückes, man könnte auch sagen, den Grundlagen, ja Grundfragen von Musik überhaupt. Viel passiert nicht. Der Pianist Alexander Malter vermisst die gesamte Distanz der Klaviertastatur über Dreiklänge, die wie Steine in einem Flussbett liegen – unter der Wasseroberfläche, aber sichtbar auch aus der Entfernung. Man hört, was man sehen könnte, würde man einen Stein ins Wasser werfen: Kreise, die sich aus sich selbst vergrößern, schließlich wieder in der Weite der Oberfläche auf-gehen.
Die beiden Variationen über „Für Alina“ stehen zwischen drei Versionen des Duos „Spiegel im Spiegel“ von 1978. Das Stück tönt hier erstmals in Aufnahmen des Widmungsträgers, des russischen Geigers Vladimir Spivakov, und – im architektonischen Zentrum der CD – des Cellisten Dietmar Schwalke. Auch hier mag der erste Eindruck enttäuschend sein: Das Klavier spielt nach oben gebrochene Dreiklänge im Großraum einer F-Dur-Kadenz, das Streichinstrument setzt taktweise tastende Schritte entlang der F-Dur-Tonleiter dagegen. Der Sog der Komposition ist gewaltig, verdankt sich Naturgesetzlichem". So hat Pärt das Stück errichtet. Ziel -und gleichzeitig immer wieder neu angesteuerter Wendepunkt ist ein von der Violine über zweieinhalb Takte gehaltenes „A", das von einem F-Dur-Quartsextakkord und dem dazu oktavierten Grundton „F" im Klavier wie in pendelnde Bewegung versetzt wird. Von diesem Ton aus bewegt sich die Melodie des Streichinstruments in Sekundschritten vor- und rückwärts, wie in einem sich horizontal und gleichzeitig vertikal selbst spiegelnden Spiegel. Die erste Bewegung geht von einer Sekunde aus, die zweite von der Terz, bis schließlich die None erreicht ist. Da ist der Weg zu Ende. Er könnte auch anderswo enden. Das ist das eigentlich Faszinierende an Pärts Musik: Man kann sich ihre Wirkung aus der Konstruktion erklären. Verstehen wird man sie so nicht.
Andreas Obst, Frankfurter Allgemeine Zeitung
Je länger man diesen Klängen zuhört, desto mehr wird man hineingezogen in eine Atmosphäre meditativer Ruhe. Wie das Betrachten der Meeresbrandung oder eines Kaminfeuers löst die Musik innere Einkehr und Kontemplation aus, und wenn sie am Ende schweigt, ist die Stille, die sich ausbreitet, eine andere als zuvor: Wie eine Art mönchisches Schweigen, erfüllt von Kraft und Konzentration.
Frank Armbruster, Stuttgarter Zeitung
Die ECM-CD Alina ist ein „Kunstwerk“ für sich, eine Groß-Komposition, gebildet aus zwei- bzw. dreimal (einmal in einer instrumentalen Modifikation) wiederholten kleineren Stücken. Dergestalt als „Suite“ gehört, bekommt Pärts Musik auch den sublimen Reiz einer imaginären Filmmusik.
Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau
Für Alina (1976) illustre la naissance d´un style à part entière, dit „tintinnabuli“: le son du piano, limpide et cristallin, rappelle celui d´une petite cloche, capable de fondre en une même voix la mélodie et les accords parfaits. Ce jeu de résonnances, de dialogue „tintinnabulant“, Pärt l´a aussi voulu à l´échelle de l´album tout entier, construit en miroir: avant, entre et après les deux solos Für Alina, on trouve trois interprétations du duo Spiegel im Spiegel (1978) qui fait intervenir tantôt le violoncelle et campe une musique planante, volontiers répétitive. Interprétées avec finesse, ces oeuvres sont le testament fidèle de la posture pärtienne en cette fin des années 1970.
Benoit Fauchet, Diapason
Peu de musique dans ces deux partitions d´un compositeur venu des Pays baltes, si ce n´est le minimalisme étrangement serein de quelque notes partagées entre le violon et le piano, pour „Spiegel im Spiegel“, dont les interprètes de cet enregistrement nous livrent trois versions différentes. Un dialogue entre deux instruments que rien ne vient perturber: un espace clos, un monde intérieur livré à la délectation et à l´harmonie d´accords parfaits.
Franck Mallet, Le Monde de la Musique, Choc