Danse

Colin Vallon, Patrice Moret, Julian Sartorius

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The Colin Vallon Trio has found its own space in the crowded world of the piano trio by quietly challenging its conventions. On its third ECM album Vallon again leads the group not with virtuosic solo display but by patient outlining of melody and establishing of frameworks in which layered group improvising can take place. With this group, gentle but insistent rhythms can trigger seismic musical events. Although Vallon (recently nominated for the Swiss Music Prize) is the author of nine of the pieces here, the band members share equal responsibilities for the music’s unfolding. The gravitational pull of Patrice Moret’s bass and the intense detail supplied by Julian Sartorius’s drums and cymbals are crucial to the success of Vallon’s artistic concept and the range of emotions the music can convey.
In der Welt der Klaviertrios hat das Colin Vallon Trio seinen eigenen Platz gefunden – indem es die Konventionen genau dieser Welt leise herausfordert. Auf seinem dritten ECM-Album führt Vallon die Gruppe nicht etwa mit virtuoser Solisten-Attitüde, sondern schafft durch geduldiges Skizzieren von Melodien einen Rahmen, in dem Gruppenimprovisationen stattfinden können. In dieser Gruppe können sanfte, aber eindringliche Rhythmen musikalische Erdbeben auslösen. Obwohl Vallon (kürzlich für den Schweizer Musikpreis nominiert) Autor von neun der insgesamt elf Stücke auf dem Album ist,  tragen alle Bandmitglieder die gleiche Verantwortung für die Entfaltung der Musik. Der erdende Zug von Patrice Morets Bass- und die Detailfreude in Julian Sartorius’ Schlagzeugspiel sind entscheidend für den Erfolg von Vallons künstlerischem Konzept und die emotionale Bandbreite, die die Musik vermitteln kann. Danse erscheint sowohl auf CD als auch auf LP.
Featured Artists Recorded

February-March 2016, Auditorio Stelio Molo RSI, Lugano

Original Release Date

13.01.2017

  • 1Sisyphe
    (Colin Vallon)
    04:26
  • 2Tsunami
    (Colin Vallon)
    07:00
  • 3Smile
    (Colin Vallon)
    05:20
  • 4Danse
    (Colin Vallon)
    02:07
  • 5L'Onde
    (Colin Vallon)
    05:41
  • 6Oort
    (Colin Vallon, Julian Sartorius, Patrice Moret)
    02:13
  • 7Kid
    (Colin Vallon)
    06:13
  • 8Reste
    (Colin Vallon)
    01:36
  • 9Tinguely
    (Patrice Moret)
    04:42
  • 10Morn
    (Colin Vallon)
    04:14
  • 11Reste (var.)
    (Colin Vallon)
    02:23
Es gelingt hier das bislang dichteste, zugkräftigste und antörnendste Werk des Musikers aus Lausanne […] Von Radiohead und Metallica zu den Klavierpräparationen eines Benoît Delbecq und zurück zu frühen Idolen wie Abdullah Ibrahim: Von diesem bestens eingespielten Trio wird all dies und vieles mehr mit Fantasie und Leichtigkeit in hohe Vortragskunst überführt.
Karl Lippegaus, Fono Forum
 
It’s simple: any music fan seeking something quite "different" from contemporary instrumental music — and specifically from conventional notions of the "jazz piano trio" — should investigate Switzerland’s Colin Vallon Trio. ‘Danse’, Vallon’s third date for ECM, might be the recording that establishes the band’s (and his) reputation outside Europe and hopefully with an audience outside the confines of jazz. […]The improvisation is plentiful, and based on the trio’s interaction in (mostly) songlike pieces that are usually inseparably dependent on circular rhythm. Vallon, double bassist Patrice Moret, and drummer Julian Sartorius do solo, but almost always within structural harmonic themes and defined rhythmic pulses. They communicate a piece’s inner dynamic that is welcoming, even when dissonant, to listeners. […] This trio’s music is as attractive and engaging as it is idiosyncratic and inventive.
Thom Jurek, All Music
 
Hier geht es nicht um die Egos der Einzelnen, sondern um eine Synthese zu etwas Größerem. Das nimmt sich Zeit, um immer neue Höhen zu erklimmen, zelebriert nuanciert sein Programm subtiler Steigerungen.
Ulrich Steinmetzger, Leipziger Volkszeitung
 
Aus einfachen Motiven entwickelt dieses Trio ein musikalisches Kraftfeld, bei dem ein Beckenrauschen oder ein insistierender Ton auf dem Flügel zum Ereignis werden kann. Dass sich daraus manchmal auch ein fast schon beunruhigender Song entwickeln kann, beweist ein Song wie ‚Tsunami‘, der sich unerbittlich steigert und  dessen Strukturen sich schließlich auflösen […] Zehn dieser ‚kleinen großen‘ Kunststücke hat das Colin Vallon Trio auf ‚Danse‘ versammelt, sie sind eine ruhige Kraftquelle in stürmischen Zeiten.
Rolf Thomas, Jazzthing
 
Pianist Colin Vallon, double bassist Patrice Moret and drummer Julian Sartorius, collectively contemplate before moving mountains. Their energy rises from a quiet center—breathy percussion, shaded pulse, Vallon’s many interpretations of major and minor conversations—and gives this moving collection a tidal quality. Gentle yet thunderous, hypnotic, expansive and heart-paced. When I tell you Danse has been in my player for weeks, dampening the vulgar noise of our politics, I kid you not. And it just may remain there for four years.
Mike Jurkovic, Elmore Magazine
 
Schroffes, Kantiges und Dissonantes fügt sich zu harmonischen Klangbildern, flüchtig Hingeworfenes und wie nebenbei Skizziertes verdichtet sich zu einem Strudel mit hypnotischer Sogwirkung. Intellektuelle Coolness und emotionale Spiellust gehen eine fruchtbare Verbindung ein, die jeden Moment für eine musikalische Überraschung gut ist. Diese Musik strahlt gleichzeitig nervöse Dringlichkeit und meditative Ruhe aus, wühlt auf und beruhigt, klingt wohlvertraut und entführt in nie Gehörtes. Das ist keine Musik zum nebenbei Hören, sie verdient volle Konzentration und Aufmerksamkeit, um ihre volle Wirkung entfalten zu können. Dann ist sie absolut umwerfend.
Peter Füßl, Kultur
 
This exquisite album brings a different, perhaps unique, sound with Patrice Moret’s bass and Julian Sartorius’s drums seeming to enrich the ensemble sound rather than creating individual voices. Their group approach may sound gentle at first but there’s a depth of expression which adds enormously to their appea, all helped by a wonderfully warm recording.
Peter Bevan, Northern Echo
 
Der Bruch mit der Jazztradition ist gewaltig. Fernab plakativer Rhythmen und einprägsamer, nachsingbarer Themen bevorzugt das Trio des Schweizer Pianisten Colin Vallon einen regelmäßigen, kraftvollen Klangstrom, der mit den swingenden, coolen oder hip hoppenden Rhythmen früherer oder aktueller Klaviertrios nicht das geringste gemein hat. Stattdessen setzen sie auf einen kontinuierlichen musikalischen Fluss, die Aussagekraft der Zwischenräume, auf das feinsinnige Ineinandergreifen von Motiven, auf duftige Klangnuancen, winzige Dynamikveränderungen und gelegentlich auch geräuschhafte Einsprengsel […] Eine sperrige, großartige Platte!
Werner Stiefele, Stereoplay
 
‘Danse’ is a thoroughly absorbing album that combines two different musical strands into a convincing whole with some of the pieces unashamedly putting the emphasis on beauty and lyricism, others experimenting with form and repetition. In the hands of the Vallon trio it all comes together to create an increasingly recognizable group sound that ECM aficionados may recognize as sitting somewhere between the very different approaches of label mates Tord Gustavsen and Nik Bartsch.
Ian Mann, The Jazzmann
 
Colin Vallon (p), Patrice Moret (b) und Julian Sartorius (dr) erschaffen kurze Tonpoeme, die wie Spinnweben wirken; man weiß aber um die elastische Stärke so eines Spinnennetzes. Der CD-Titel ‚Danse‘ darf wörtlich genommen werden, allerdings geht es weniger um Beats oder um Groove, sondern um das Tanzen der Schaumkronen auf Meereswellen oder um tanzende Lichtreflexionen auf einem Vorhang im Wind.
Martin Schuster, Concerto
 
Mit seinem dritten ECM-Album übertrifft das Colin Vallon Trio alle Erwartungen. Extrovertierte Virtuosität haben die Musiker längst hinter sich gelassen. Tanzend bewegen sie sich in die Zukunft. Sie agieren so symbiotisch wie die besten klassischen Streicherensembles. Obwohl die meisten Kompositionen von Vallon stammen, erscheint uns das Trio als gleichseitiges Dreieck. Die Musiker begegnen uns als rätselhafte beglückende Einheit. […] Es ist eben doch von Bedeutung, ob Musiker in abgetrennten, schallisolierten Zellen mit Kopfhörern spielen oder ob sie einander beim Spielen nahe sind und sich sehen. Man hört und spürt den Unterschied.
Manfred Papst, NZZ am Sonntag
 
Warm tönend unterstreicht der Kontrabass von Patrice Moret und das lange Zeit rhythmische Komplexität nur aufblitzen lassende Schlagzeug Julian Sartorius‘ die an Minimalismus gemahnenden Kreiselbewegungen. Ab dem vierten Track schleichen sich dann hörbar Akzentverschiebungen in das Geschehen, und Sartorius setzt zunehmend deutlich seine ungewöhnlichen, Verfremdung generierenden Objets-trouvés-Klangquellen ein und verbindet dies nach einer um Geduld ringenden Phase drängender Minimalismen mit einer Auffächerung des geronnenen Pochens in subtil tänzelnde Beckenrhythmen.
Thomas Fitterling, Rondo
EN / DE
“This is highly original music… Vallon’s project has something to with how we perceive time in music – and music in time. It’s fascinating and accrues more and more interest with repeated listening.”
Paul De Barros, Downbeat
 
The Colin Vallon Trio has found its own space in the crowded world of the piano trio by quietly challenging its conventions. On its third ECM album Vallon again leads the group not with virtuosic solo display but by patient outlining of melody and establishing of frameworks in which layered group improvising can take place. Reviewing the group’s 2014 release Le Vent, Jazzwise wrote of a “restless stillness” that characterizes the music: “the power of resonantly minimal explorations of texture and atmosphere.”
 
With this group, gentle and insistent rhythms can trigger seismic musical events. Although Vallon (recently nominated for the Swiss Music Prize) is the author of nine of the pieces here, the band members share equal responsibilities for the music’s unfolding. The gravitational pull of Patrice Moret’s bass and the intense detail supplied by Julian Sartorius’s drums and cymbals are crucial to the success of Vallon’s concept and the range of emotions the music can convey. All three of them reflect upon timbre and the changing nature of the ensemble sound in each moment. “I have always been interested in a group developing a collective way of thinking, where there is more than just the egos of the musicians involved,” Colin Vallon told Swiss newspaper Der Bund last year. Danse, recorded in February 2016, was produced by Manfred Eicher at Lugano’s Auditorio Stelio Molo RSI, where working in a resonant acoustic space without headphones has also contributed to the quality of deep listening inside the music, and helped it to open up even more.
 
Colin Vallon (born 1980 in Lausanne) has been leading his own bands since 1999. Patrice Moret (born in Aigle in 1972) joined Vallon’s group in 2004. Rruga, recorded in 2010 was the third Vallon trio album and its first for ECM, immediately greeted by positive press. The musical understanding between Vallon and Moret has been further honed inside Albanian singer Elina Duni’s quartet (see the albums Matinë Malit and Dallëndyshe), another place where improvisation flowers outside jazz’s frame of reference. Vallon has often said that singers have influenced him more than other jazz instrumentalists. Beyond the trio he writes music for diverse ensembles and choreographers. Vallon and Moret play also in saxophonist Nicolas Masson’s group Parallels.
 
In addition to the centring power of his bass, Patrice Moret has contributed striking compositions to the trio repertoire, in this case the kinetic motoric piece “Tinguely”.
 
Julian Sartorius has been drummer with Vallon’s trio for more than four years, joining in time for the recording of Le Vent. Born in Thun in 1981, Sartorius had his first drum lessons at the age of 5, and later studied at the jazz schools of Lucerne and Bern with teachers including Pierre Favre and Norbert Pfammatter. He has collaborated with Matthew Herbert, Shahzad Ismaily, Sylvie Courvoisier, Dimlite, Merz, Fred Frith, Sophie Hunger, Rhys Chatham and many others.
„Dies ist hochgradig eigenständige Musik…Vallons Projekt hat etwas damit zu tun, wie wir Zeit in der Musik wahrnehmen – und wie Musik innerhalb der Zeit. Es ist faszinierend und wird mit wiederholtem Hören immer interessanter.“
 
        Paul De Barros, Downbeat
 
In der Welt der Klaviertrios hat das Colin Vallon Trio seinen eigenen Platz gefunden – indem es die Konventionen genau dieser Welt auf ruhige Art herausfordert. Auf seinem dritten ECM-Album führt Vallon die Gruppe nicht etwa mit virtuoser Solisten-Attitüde, sondern schafft durch geduldiges Skizzieren von Melodien einen Rahmen, in dem Gruppenimprovisationen stattfinden können.
In einer Besprechung des Vorgängeralbums Le Vent von 2014 schrieb das englische Magazin Jazzwise von einer „ruhelosen Stille“, die die Musik charakterisiere: „Die Kraft nachklingender, minimalistischer Erkundungen von Struktur und Atmosphäre.“
 
In dieser Gruppe können sanfte, aber eindringliche Rhythmen musikalische Erdbeben auslösen. Obwohl Vallon (kürzlich für den Schweizer Musikpreis nominiert) Autor von neun der insgesamt elf Stücke auf dem Album ist,  tragen alle Bandmitglieder die gleiche Verantwortung für die Entfaltung der Musik. Der erdende Zug von Patrice Morets Bass- und die Detailfreude in Julian Sartorius’ Schlagzeugspiel sind entscheidend für den Erfolg von Vallons künstlerischem Konzept und die emotionale Bandbreite, die die Musik vermitteln kann.
 
Alle drei reflektieren in jedem Moment über die Tonqualität und die wechselnde Natur ihres Ensemblesounds. „Ich war immer an einer Gruppe interessiert, die eine kollektive Denkweise entwickelt, wo mehr im Spiel ist als nur die Egos der Musiker“, sagte Colin Vallon im vergangenen Jahr gegenüber der Schweizer Zeitung Der Bund. Im Februar 2016 wurde Danse mit Manfred Eicher als Produzent im Auditorio Stelio Molo RSI in Lugano aufgenommen. Dort trug die Arbeit ohne Kopfhörer in einem akustischen Resonanzraum zur Qualität des vertieften Hörens innerhalb der Musik bei und half, sich noch mehr zu öffnen.
 
Colin Vallon (1980 in Lausanne geboren) leitet seit 1999 eigene Bands. Patrice Moret (1972 in Aigle im Schweizer Kanton Waadt geboren) trat Vallons Gruppe 2004 bei. Das 2010 aufgenommene Rruga, das dritte Album des Vallon Trios und sein erstes für ECM, wurde unmittelbar nach Erscheinen von einem positiven Presseecho begrüßt. In der Gruppe der albanischen Sängerin Elina Duni, wo Improvisation außerhalb eines Jazz-Bezugsrahmens blühen kann, vertieften Vallon und Moret ihr musikalisches Verständnis noch weiter (zu hören auf den Alben Matinë Malit und Dallëndyshe). Vallon hat oft darauf hingewiesen, dass Sänger ihn stärker beeinflusst haben als andere Jazzinstrumentalisten. Außerhalb des Trios schreibt er noch Musik für diverse andere Ensembles und für Choreographen. Vallon und Moret spielen außerdem in der Gruppe Parallels des Saxophonisten Nicolas Masson zusammen. Neben der zentrierenden Kraft seines Bassspiels trägt Patrice Moret auch bemerkenswerte Kompositionen zum Repertoire des Trios bei, in diesem Fall das Stück “Tinguely“ mit seiner ganz besonderen Motorik.
 
Julian Sartorius ist seit mehr als vier Jahren der Schlagzeuger in Vallons Trio, er stieg rechtzeitig zur Aufnahme des Albums Le Vent ein. 1981 in Thun geboren, hatte Sartorius schon im Alter von fünf Jahren seine ersten Schlagzeugstunden. Später studierte er an den Jazzschulen in Luzern und Bern, wo Pierre Favre und Norbert Pfammatter unter seinen Lehrern waren. Er hat mit Matthew Herbert, Shazad Ismaily, Sylvie Courvoisier, Dimlite, Merz, Fred Frith, Sophie Hunger, Rhys Chatham und vielen anderen zusammengearbeitet.