Franz Schubert: Die Nacht

Anja Lechner, Pablo Márquez

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Introduced to each other by mutual friend Dino Saluzzi in 2003, German cellist Anja Lechner and Argentinean guitarist Pablo Márquez have since explored the most diverse repertoire and modes of expression in their concerts. For their first duo album, a conceptual context is provided by the strong tradition of songs with guitar accompaniment prevalent in 19th century Vienna, as Lechner and Márquez play music of Franz Schubert. Many of Schubert’s songs were published in alternative versions with guitar during the composer’s lifetime; in some cases, the guitar version appeared even before the one for piano. Interspersed on the recording, as an echo and commentary to Schubert’s spirit and language, are the graceful Trois Nocturnes originally written for cello and guitar by Friedrich Burgmüller (1806-1874).  Die Nacht is issued as Lechner and Márquez embark on a European tour with concerts in Germany, Austria, France, Hungary and Romania.
Die Cellistin Anja Lechner und der argentinische Gitarrist Pablo Márquez begegneten sich erstmals 2003. In gemeinsamen Konzerten haben sie seitdem das vielfältigste Repertoire und zahlreiche Ausdrucksarten erkundet. Ihr erstes Duo-Album bezieht sich konzeptuell auf die Tradition von Liedern mit Gitarren-Begleitung, wie sie im Wien des 19. Jahrhunderts weit verbreitet war. Lechner und Márquez spielen einige von Schuberts populärsten Liedern (einschließlich „Die Nacht”, „Nacht und Träume” und „Der Leiermann”), die das Kernstück des Albums elegant umrahmen: Schuberts ausgreifende Arpeggione Sonate. Viele von Schuberts Liedern wurden zu seinen Lebzeiten in alternativen Arrangements für Gitarre veröffentlicht; in einigen Fällen erschien die Gitarrenversion sogar vor derjenigen mit Klavier. Eingestreut, als Echo und Kommentar zu Schuberts Geist und Klangsprache, sind hier auch die anmutigen „Trois Nocturnes” zu hören, ursprünglich für Cello und Gitarre komponiert von Friedrich Burgmüller (1806-1874). Die Nacht erscheint zu Beginn einer Europatournee, mit Konzerten in Deutschland, Österreich, Frankreich, Ungarn und Rumänien.
Featured Artists Recorded

November 2016, Spiegelsaal, Residenz Eichstätt

  • 1Nocturne Nr. 1 in a-Moll. Andantino
    (Friedrich Burgmüller)
    03:37
  • 2Nacht und Träume, D 827
    (Franz Schubert)
    02:46
  • 3Nocturne Nr. 3 in C-Dur. Allegro moderato
    (Friedrich Burgmüller)
    02:20
  • 4Die Nacht
    (Franz Schubert)
    02:23
  • Die Winterreise, D 911
    (Franz Schubert)
  • 5Der Leiermann03:58
  • Arpeggione Sonate in a-Moll, D 821
    (Franz Schubert)
  • 6Allegro moderato12:45
  • 7Adagio04:05
  • 8Allegretto09:39
  • 9Fischerweise, D 881
    (Franz Schubert)
    02:23
  • 10Meeres Stille, D 216
    (Franz Schubert)
    02:01
  • 11Nocturne Nr. 2 in F-Dur. Adagio cantabile
    (Friedrich Burgmüller)
    03:44
  • Rosamunde, D 797
    (Franz Schubert)
  • 12Romanze02:31
  • 13Nocturne Nr. 1 in a-moll. Andantino (var.)
    (Friedrich Burgmüller)
    03:34
In this ECM release, we are presented with a plausible and rewarding rendition of the ‘Arpeggione Sonata’ and other Schubert pieces arranged for guitar and cello. We are truly off the concert stage and situated in the Viennese salon on these introspective pieces which make up a recital appropriately titled ‘Die Nacht’ after one the songs from the ‘Winterreise’. The recital also features three works by Friedrich Burgmuller, a near contemporary with Schubert, scored for guitar and cello. These tranquil pieces lack for nothing in design and articulation. […] If you have not heard the ‘Arpeggione Sonata’ in a while (or ever), I urge you to give it your undivided attention. This performance is simultaneously musically instructive and aesthetically bountiful. The private language of this unparalleled musical genius is both mastered and ably communicated. At the same time, the guitar makes a strong case for being the perfect accompaniment. […] I must express unqualified admiration for the sound engineering and the perfect accord of these musicians. ECM New Series represents a high achievement in this sort of chamber music […] The lower register of the cello is almost indulgently buttery. Single notes on the guitar have layers of bloom. The guitar entry to a clever arrangement of Romanze from Rosamunde manages the thump of the bass before sliding into the agreeable orchestral strumming. The finale, ‘Nocturne Nr. 1’, is the Burgmuller piece that could most pass for Schubert. It upholds the autumnal mood of revery and evanescence which is at the heart of Schubert’s chamber music.  A very fine debut by this duo – it leaves us wishing for a follow-up.
Fritz Balwit, Audiophile Audition
 
Auf ‚Die Nacht‘ wird also die menschliche Stimme durch das ihr oft gleichgestellt singende Cello ersetzt. Melancholisch und ruhig geht es dem Thema entsprechend zu, bis hin zu den klirrkalten, ins hier zunächst begleitende Cello verlegten leeren Quinten des ‚Winterreise‘-Leiermanns. Aber es finden sich auch heitere Weisen wie etwa in der fröhlich aufmüpfigen ‚Arpeggione-Sonate‘, oder tröstlich Schläfriges wie die Nocturnes des Schubert-Zeitgenossen Friedrich Burgmüller.
Manuel Brug, Die Welt
 
Kreative Metamorphosen offeriert ebenfalls die Recital-CD mit der phänomenalen Violoncellistin Anja Lechner und ihrem Gitarrenpartner Pablo Márquez. Auch hier weht noch einmal der Geist Schuberts, und die Ersetzung des Klaviers durch das Zupfinstrument verstärkt den Eindruck intimer Idyllik und subtiler Lyrik, vor allem bei der ‚Arpeggione-Sonate‘, aber auch in der ‚Leiermann‘-Liedbeschwörung, die in dieser Verklanglichung zwar nicht heiter, aber nicht mehr untröstlich anmutet. Umrahmt werden die Schubertstücke durch schubertnahe, zartfarbene Nocturnes von Friedrich Burgmüller.
Hans-Klaus Jungheinrich, Faust Kultur
 
Der ‚Leiermann‘ verliert, nicht zu seinem und unserem Schaden, alles Lamentierende. Er wird zu einer Art instrumentalen Meditation mit leisem Hoffnungston, und sie trifft einen als solche – er ist das fünfte Stück auf der CD – nicht unvorbereitet. Der Kunstgriff dieser extrem feinen Aufnahme nämlich (nach einem anderen Schubert-Lied programmatisch ‚Die Nacht‘ betitelt) besteht darin, dass sich die Schubert-Adaptionen mit insgesamt drei Nocturnes des in Regensburg geborenen und in Düsseldorf aufgewachsenen Friedrich  ‚Fredéric‘ Burgmüller abwechseln (1806-1874). […] die Originalkompositionen für Cello und Gitarre sind eine echte Entdeckung. […] ‚Fischerweise‘ und ‚Meeresstille‘ ziehen bewegend vorüber – und über ein Allegro moderato (im ersten Satz der ‚Arpeggione-Sonate‘, D 821) geht es im Tempo auf der gesamten CD nie hinaus. Gerade in diesem relativen Gleichmaß jedoch entwickelt sich ein regelrechter Sog, denn Anja Lechner und Pablo Márquez, beide im Improvisatorischen erfahren, bilden ein Duo, in dem die oder der eine tatsächlich gespannt ist, wie der oder die andere weiterdenkt und phrasiert. Eine Platte voller Kostbarkeiten und Überraschungen; für den Tag und die Nacht.
Mikro Weber, Die Zeit
 
Herzstück des Albums ist eine Bearbeitung von Schuberts berühmter ‚Arpeggione-Sonate‘. Die Arpeggione war zu Schuberts Zeit ein ganz neues Instrument mit sechs Saiten und Bünden, ein Zwitter aus Cello und Gitarre, und wurde seinerzeit auch ‚Bogen-Gitarre‘ oder ‚Guitarre d’amour‘ genannt. Durchgesetzt hat sie sich nicht. Wahrscheinlich wäre das Instrument inzwischen längst vergessen, hätte Schubert nicht diese eine Sonate für die Arpeggione komponiert. Heute übernimmt den Arpeggione-Part meist ein Cello oder eine Bratsche. Jeder Cellist merkt aber schnell, dass dieses Stück nicht für sein Instrument geschrieben ist. Vieles liegt unangenehm, spielt sich in der hohen Lage ab. Der originale Klavierpart ist durchlässig und eignet sich daher besonders gut für die Gitarre. Die Bearbeitung für Cello und Gitarre, die Anja Lechner und Pablo Márquez auf ihrer neuen CD spielen, ist sehr gekonnt und sensibel eingerichtet. In den aufbegehrenden Stellen dieses Stückes spielt das Duo energiegeladen, aber immer feinsinnig. […] Die original besetzten Burgmüller-Stücke auf dieser CD spiegeln die Schubert-Klänge und erinnern an diese neu belebte Bearbeitungspraxis. So zeigt dieses Album nicht nur, wie subtil und zugleich zeitgemäß Schuberts Kammermusik interpretiert werden kann, sondern auch wie facettenreich, lebendig und zeitlos faszinierend diese Musik ist.
 Meret Forster, BR Klassik
 
Intimacy is decidedly of the essence across all of the selections on this album. Indeed, Lechner plays the vocal line of five of Schubert’s songs; and I suspect I am not the only one who does not miss the words! As to the sonata, there have been any number of cellists that have made a showpiece out of it, often playing it with such energy as to register with listeners sitting up in some remote balcony of an enormous concert hall. Lechner is clearly more interested in quietude than vocal display, and it serves her reading of the sonata in the same way that she can communicate the spirit behind the Schubert songs without bringing the words themselves into the performance. This may mean that Márquez serves this recording primarily as an accompanist, but he does so with an understated rhetoric that one would not find in a piano accompaniment and is engagingly moving. […]The overall result is an album that does a particularly effective job of capturing the social spirit behind the Schubertiad without compromising any of the underlying musical values of the selections being performed, and I would give anything to find just the right drawing room where I could listen to Lechner and Márquez present these selections in a recital setting!
Stephen Smoliar, The Rehearsal Studio
 
Lechner ist eine Künstlerin, die stets in tiefe Klangschichten geht, die Klang-Dimensionen auszuloten vermag, deren Bogen für Spannung und Intensität steht. Ihr Spiel transzendiert Klänge ins Poetische und bei alledem ist der argentinische Gitarrist Pablo Marquez natürlich der idealtypische Partner, weil sein Spiel so unendlich viele Farben und Zwischentöne zu generieren weiß. Ein aufgeladenes, dialogisches Geben und Nehmen […] die CD ist ja überschrieben mit ‚Die Nacht‘ und tatsächlich geht es um abgetönte, abgeschattete Klangfarben. Das ist Musik, die einen fortträgt in halluzinatorische Welten, eine Attacke das Ganze gegen den lärmenden Alltag.
Martin Hoffmeister, Mitteldeutscher Rundfunk
 
Die deutsche Cellistin und der argentinische Gitarrist spüren den zarten Tönen nach, und sie finden sie bei Franz Schubert – in seinen Liedtranskriptionen und in der Arpeggione-Sonate, die man selten so fragil und intim erlebt hat.
Christiane Irrgang, NDR Kultur
 
 
Guitar inevitably has a more intimate feel than a piano, and the balance between Lechner’s sensitive musicianship and Argentinian guitarist Pablo Márquez’s lyrical touch make each piece here into something precious and poetic. If you have the words to hand it’s worth following some of these songs with the text to hear how the cello expresses the meaning in some phrases. In ‘Nacht’ und ‘Träume’ for instance Lechner places just the right amount of extra pressure on the first use of the word ‘Lust’, and lightens her tone a fraction to give a hint of protective sensitivity to ‘Träume’ at the end of the song. […] Friedrich Burgmüller was a slightly younger contemporary of Schubert whose orbit was in the German towns of Weimar and Kassel before he moved to Paris in 1829. The three Nocturnes interspersed throughout the programme are originals for cello and guitar, and their gently song-like idiom compliments that of Schubert perfectly. With excellent recording quality, immaculate musicianship, attractive cover design and a photo-rich booklet for the CD, this recital will very much provide balm to quieten your world on any night of the year.
Dominy Clements, Music Web
 
Den Gestus des letzten Liedes, des ‘Leiermanns’, den treffen Lechner und Márquez ganz genau. Die Gitarre hake sich beim Cello unter, heißt es dazu im Booklet, und beide Instrumente stehlen sich davon ‚wie zwei illusionslose Tippelrüder in die Eiseskälte ihrer letzten Winterreise.‘ Ganz schön desillusionistisch. Irgendwie schaffen es Lechner und Márquez trotzdem, dass man über diese Musik nicht verzweifelt. Als würden sie den Leiermann am Ende der Winterreise nicht nur als Spiegelbild des verlassenen, vereinsamten lyrischen Ichs sehen, sondern als einen Bruder in der Kunst. Derjenige, der zu den Liedern seine Leier dreht, das ist eben auch der musikalische Begleiter und Freund. […] Der musikalische Bruder, der findet sich darauf auch in Gestalt des Schubert-Zeitgenossen und Komponisten Friedrich Burgmüller. Vier Nocturnes von ihm stricken Lechner und Márquez zwischen ihre Schubert-Vignetten, und das ist erstaunlich erhellend. […] Es ist schon wunderbar, wie zart ein Cello spielen kann, wenn es auf eine Gitarre, ein Zupfinstrument, Rücksicht nehmen will und muss.
Christine Lemke-Matwey, Südwestrundfunk
 
Wenn Márquez‘ Fingerkuppen über die Saiten tänzeln, verleiht seine Gitarre der Musik eine völlig andere Aura: etwas Verträumtes und Lagerfeuermäßiges. Und das passt natürlich gut zum Titel dieser CD: ‚Die Nacht‘. An der Gitarre erzeugen die Finger den Ton direkt, nicht auf dem Umweg über Tasten und Hämmer wie am Klavier. Das macht die Musik sehr unmittelbar und intim. […] Ruhe, Besinnung und Geborgenheit: das sind Leitmotive, zu denen Lechner und Márquez immer wider zurückkehren. […] So zaubern die Musiker auf dieser CD viele herrliche Momente herbei
Ole Pflüger, Westdeutscher Rundfunk
 
In dieser gut ausbalancierten Aufnahme mit dem hoch sensiblen Gitarrenspiel von Pablo Márquez fasziniert vor allem das wunderbar lyrische und dabei sehr natürlich klingende Cellospiel von Anja Lechner.
Remy Franck, Pizzicato
 
Seit 15 Jahren machen die deutsche Cellistin Anja Lechner und der argentinische Gitarrist Pablo Márquez gemeinsam Musik. Nun ergründen sie die Klangwelt Franz Schuberts, der sich in der feinsinnigen Bearbeitung für Cello und Gitarre ganz neu erhören lässt. Neben ausgewählten Liedern und einer seltsam vertrauten Adaptation der Arpeggione-Sonate spielen sie drei hinreißende Nocturnes von Friedrich Burgmüller, einem vergessenen Zeitgenossen Schuberts.
Miriam Damev, Falter
 
As Schubert himself played the guitar and there was a degree of flexibility about instrumentation at this time, it is perfectly conceivable that Schubert’s songs might have been presented in this way. The arrangement of the ‘Arpeggione Sonata’ is also very effective, and Anja Lechner’s cello fairly sings the lyrical Adagio as it does the Romanze from Schubert’s ‘Rosamunde’. […] a very pleasant CD providing genuine insights into the music of Schubert, and providing a rare platform for the charming music of Friedrich Burgmüller.
D. James Ross, Early Music Review
 
This album explores some of his key works, which are only now recently receiving the attention they deserve thanks to one of his key collaborators, the double bassist and composer Daniele Roccato. Its centerpiece is the world-premiere recording of ‘Ottetto’, which aimed to sum up all the innovations and compositional techniques he had developed over the course of his life. It is performed here by the groundbreaking double bass ensemble Ludus Gravis, founded by Scodanibbio and Roccato, and makes for a holly immersive listen: trembling, percussive rhythms jostle for space with hypnotic pizzicato figures. The group is masterful at rendering astonishing dynamic extremes, dying away to a barely-there whisper, before suddenly breaking into a roiling torrent of skittering bowing.
Thomas Short, The Strad
 
Dann lauscht man Gitarrist Pablo Márquez und Cellistin Anja Lechner und merkt: Dieses Duo hat ‚Nacht und Träume‘ oder den ‚Leiermann‘ verinnerlicht – und fügt die Arpeggione-Sonate selbstbewusst hinzu. Schön ergänzen die zwei das Programm mit drei Nocturnes von Friedrich Burgmüller.
Christian Berzins, NZZ am Sonntag
 
Argentine guitarist Pablo Marquez and German cellist Anja Lechner have at Schubert’s songs and sonatas and the results are, dare this writer write, magical. Perhaps it’s the familiarity of the six-strings’ tones, but Marquez brings out the harmoniousness of Schubert’s melodies more directly to these rock and pop-weaned ears. Lechner’s cello seems to go for the middle or high range, sounding almost like a viola. While the cello bears the drama of Schubert’s tunes (FS, was after all, part of the Romantic era of Euro-classical-ness), Lechner’s tone is loaded with sultry nuance along with Baroque grace. Schubert fans and novices to old-school classical music: This is a must.
Mark Keresman, Icon Magazine
 
A lovely performance of Schubert’s Arpeggione Sonata is the centrepiece of the disc, surrounded by five Schubert songs interspersed with Burgmüller’s Trois Nocturnes for cello and guitar. […] A rich cello sound and warm guitar tone add greatly to a simply lovely CD.
Terry Robbins, The Whole Note
 
The artists achieve a wonderful balance between their instruments, drawing out the lyrical qualities of the works in a unique way. A soothing recital that comes highly recommended.
Gavin Engelbrecht, Northern Echo
 
Wie oft bei ungewöhnlichen Instrumental-Besetzungen klingt die Aufnahme immer schlüssiger, je länger man zuhört. […] Sie erzeugt indes ein soghaftes Schubert-Fluidum, das vielleicht seinen reinsten Ausdruck in der Sonate hat. Und dann ist da noch der ‚Leiermann‘. Fahl spielt Lechner auf dem Cello die Bordun-Quint, fahl, leer, tot, knochenmühlenartig. Aber doch zart. Die Gitarre erzählt erst für sich, dann singt das Cello, verloren, einsam, traurig.
Egbert Tholl, Süddeutsche Zeitung
 
Dès les premières secondes, la guitare, moelleuse, répond à un violoncelle tendre et intorspectiv, convoquant l’auditeur dans la douce ambiance des subertiades.
Fabienne Bouvet, Classica
 
Drifting into a dream and into the poetics of Franz Schubert is as close as one can get to describe this extraordinary duet of violoncello and guitar by two incomparable musicians, Anja Lechner and Pablo Márquez. And while the music may be an extraordinary experience of listening to a master who’s been gone one hundred and ninety one years, these two maestros keep the music very much alive.  […] Both Miss Lechner and Mr Márquez not only place the music in its proper context with these masterful transcriptions but also breathe completely new life into the ruminations stylistically singular and darkly expressive essays and in doing so create a musical penumbra which mirrors the aching music by playing with the light and shadow in subtle gradations of tone and timbre. […] What is so impressive here is that both Miss Lechner and Mr Márquez – intensely probing and analytical artists – give a scintillating account of each piece. They bring a variety of touch to bear on individual nocturnes that range from the delicate and playful to profound and eloquent. Miss Lechner and Mr Márquez judge the overall shape of each work to perfection, controlling the sudden changes of musical and emotional direction with consummate ease to close out the unforgettable music on a perfectly executed performance.
Raul de Gama, World Music Report
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“Art does not reproduce the visible but rather makes things visible.” This statement of Paul Klee’s, from his Creative Confession of 1920, is valid not only as a watchword of modernity; for the Romantics, too, stirred themselves to render visible what is often hidden from us, appearing at most as an emotion.
 
Schubert’s music offers a particular instance. His works poeticize whatever is real, allowing reality to become dream and , by means of music, the dream of a better world to become reality. All that is earthly is metamorphosed into a function of soul and spirit. Themes such as night, aloneness, silence and longing are the fundamental leanings not just of the composer’s songs but of his soundscapes generally.
 
For the cellist Anja Lechner, Schubert’s music has been an aesthetic lodestar since childhood, when she became familiar with the songs and piano works in the parental home.
From the early 1990s on, the Rosamunde Quartett, of which she was a founding member, delved deeply into Schubert´s quartets and late quintet alongside a spectrum of repertoire from Haydn to the modern day. Since the quartet disbanded in 2009, she has made a name for presenting programmes that bridge styles and cultures, numerous composers entrusting her with the first performances of their works.
 
For Die Nacht she has returned to her early passion: the music of Schubert. Completely in the spirit of the composer, whose compositions were to be performed principally in private among friends, she and the Argentinian guitarist Pablo Márquez have recorded a programme that gives the feeling of a musical dialogue taking place in Schubert’s house.
 
Playing song accompaniments on the quieter guitar instead of the piano, strengthens the impression of intimate music-making. Moreover, singing to the guitar was a widespread practice in the 19th century. Some of Schubert´s songs, who also played the guitar, were, already during his lifetime, published in arrangements for the instrument. The song arrangements in the present recording (with the exception of ‘Der Leiermann’ and the Romance from Rosamunde, which Anja Lechner and Pablo Márquez have themselves newly transcribed) come from manuscripts found in the collection of the Bohemian poet Franz Xaver Schlechta von Wschehrd, who belonged, together with Franz von Schober and the brothers Spaun, to the innermost circle of Schubert’s friends.
 
At the centre of the recording, alongside five songs and the romance, stands the Sonata in A minor, D. 821, originally written for, and subsequently named after, the arpeggione. Almost forgotten today, this instrument, often referred to as a guitar d’amour or bowed guitar, is customarily replaced by the cello, and is so here, while the transparent piano part has been subtly arranged for guitar. Three nocturnes, originally composed for the cello/guitar combination by a Schubert contemporary, Friedrich Burgmüller, add a gentle echo to the music of Schubert.
 
The album is Anja’s Lechner first purely classical recording since that of Haydn’s Seven Last Words, Hob. XX:2, with the Rosamunde Quartet in 2001.
Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar. Der Satz Paul Klees aus seiner „Schöpferischen Konfession“ von 1920 gilt nicht nur als Glaubenssatz der Moderne. Auch die Romantiker haben sich auf besondere Weise darum bemüht, sichtbar zu machen, was uns oft verborgen bleibt, allenfalls als Emotion in Erscheinung tritt.
 
Franz Schuberts Musik mag dafür besondere Belege bieten. Seine Werke poetisieren alles Reale, lassen die Wirklichkeit zum Traum und den Traum von einer besseren Welt mit musikalischen Mitteln Wirklichkeit werden. Alles Irdische verwandelt sich in eine Funktion von Seele und Geist. Topoi wie die Nacht, wie Einsamkeit, Stille und Sehnsucht bilden dabei nicht nur in den Liedern die Grundstimmungen seiner Klanglandschaften.
 
Für die Violoncellistin Anja Lechner ist Schuberts Musik ein ästhetischer Fixpunkt, man könnte auch sagen: eine Herzensangelegenheit, seit sie als Kind im Elternhaus mit Schuberts Liedern und seinen Klavierwerken vertraut wurde. Als Mitglied des von ihr mitbegründeten Rosamunde-Quartetts setzte sie sich von den frühen neunziger Jahren an – neben der Beschäftigung mit Neuer Musik – im besonderen auch mit Schuberts Kammermusikwerken, den Quartetten und dem späten Streichquintett, auseinander. In den Jahren seit der Auflösung des Rosamunde-Quartetts im Jahr 2009 hat sich Anja Lechner, die bei Heinrich Schiff und János Starker studierte, vielfach mit außergewöhnlichen, stil- und kulturübergreifenden Konzertprogrammen einen Namen gemacht, wobei zahlreiche zeitgenössische Komponisten ihr die Uraufführungen ihrer Werke anvertrauten.
 
Jetzt ist Anja Lechner gewissermaßen zu ihrer frühen Leidenschaft, der Musik Schuberts, zurückgekehrt. Ganz  im Sinne des Komponisten, dessen Werke vor allem im privaten Freundeskreis aufgeführt wurden, hat sie mit ihrem langjährigen Partner, dem argentinischen Gitarristen Pablo Márquez, ein Programm aufgenommen, das wie ein intimer musikalischer Dialog im Hause Schubert erscheint. Nicht zuletzt mag die Bearbeitung der original vom Klavier begleiteten Lieder für die innigere Gitarre diesen Klangeindruck verstärken.
 
Lieder zur Gitarre waren eine weit verbreitete Aufführungsform im 19. Jahrhundert. Auch  Schuberts Lieder wurden schon zu Lebzeiten des Komponisten, der selbst Gitarre spielte, vielfach in dieser Form bearbeitet und gedruckt. Die Lied-Arrangements der vorliegenden  Einspielung (mit Ausnahme von „Der Leiermann“ und der Romanze aus „Rosamunde“, die Anja Lechner und Pablo Márquez eigens neu transkribiert haben) stammen durchwegs aus einem Manuskript des böhmischen Dichters Franz Xaver Schlechta von Wschehrd, der mit Franz von Schober und den Brüdern Spaun zum engsten Freundeskreis Franz Schuberts gehörte.
 
Im Zentrum der Aufnahme steht, neben fünf Liedern und der Romanze, die Sonate in a-Moll D. 821, ursprünglich für die Arpeggione geschrieben und nach ihr benannt. Das heute nahezu vergessene Instrument – oft als Guitare d’amour oder Bogengitarre bezeichnet – wird gewöhnlich und auch hier durch das Violoncello ersetzt. Zudem ist der durchlässige Klavierpart subtil für Gitarre eingerichtet worden.
 
Die Bearbeitungen der Arpeggione-Sonate und einer Liederauswahl Schuberts ergänzen drei original für Violoncello und Gitarre komponierte Nocturnes des Schubert-Zeitgenossen Friedrich Burgmüller, die gleichsam wie ein sanftes Echo auf die Musik Franz Schuberts wirken.
 
Die vorliegende CD ist die erste rein klassische Einspielung von Anja Lechner seit der Aufnahme von Joseph Haydns Streichquartett „Die sieben letzten Worte unseres Erlösers“ Hob. XX:2 durch das Rosamunde-Quartett im Jahr 2001.
YEAR DATE VENUE LOCATION
2024 January 21 Musikbunker Aachen, Germany
2024 February 17 Konzerthaus Dortmund, Germany
2024 May 10 ECM Festival Forum Merzhausen Merzhausen, Germany
YouTube

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