Galina Ustvolskaya

Patricia Kopatchinskaja, Markus Hinterhäuser, Reto Bieri

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The unique expressiveness of the work of Galina Ustvolskaya (1919-2006) speaks to the listener with directness and nuanced layers of sound, the powerful, rhythmic stringency of the music testifying to the relentlessness of her vision. Fiercely independent, Ustvolskaya maintained that her music sounded like the work of no other composer, living or dead, and put herself outside all stylistic “schools”. Her work, said Viktor Suslin, has the "narrowness of a laser beam capable of piercing metal. Its sense of concentration is sometimes ferocious. Entering this sound-world calls for a special kind of commitment and intensity. Patricia Kopatchinskaja (recently described by Strings magazine as “the most exciting violinist in the world”) and Markus Hinterhäuser play the Sonata (1952) and the Duet (1964) for violin and piano, and together with Reto Bieri, the Trio (1949) for clarinet, violin and piano, all recorded in the acoustically superb studio in Lugano which has become one of ECM’s primary locations.

Die einzigartige Expressivität im Werk von Galina Ustvolskaya (1919-2006) spricht den Hörer mit großer Direktheit und nuancierten Klangschichtungen an, wobei die kraftvolle rhythmische Stringenz der Musik Zeugnis von der Unnachgiebigkeit in der Musik der Komponistin ablegt. Zur Unabhängigkeit geradezu wild entschlossen, bestand Ustvolskaja darauf, dass „keine wie auch immer geartete Beziehung“ zwischen ihrer Musik „und der eines anderen lebenden oder toten Komponisten“ bestehe, und positionierte sich außerhalb aller stilistischen „Schulen“. Ihr Werk, sagte Viktor Suslin, habe die „Fokussiertheit eines Laserstrahls, der Metall schneiden kann.“ Ihr Sinn für Konzentration ist zuweilen grimmig.
Sich in diese Klangwelt zu begeben, erfordert eine besondere Form des Engagements und der Intensität. Patricia Kopatchinskaja (kürzlich vom Magazin „Strings“ als „die aufregendste Geigerin der Welt“ bezeichnet) und Markus Hinterhäuser spielen die Sonate (1952) und das Duett (1964) für Violine und Klavier, und zusammenmit Reto Bieri, das Trio (1949) für Klarinette, Violine und Klavier. Aufgenommen wurde im akustisch superben Studio in Lugano, das zu einem der bevorzugten Aufnahmeorte für ECM geworden ist.
Featured Artists Recorded

March 2013, Auditorio RSI - Radio Svizzera, Lugano

Original Release Date

12.09.2014

  • 1Sonata for violin and piano (1952)
    (Galina Ustvolskaya)
    22:35
  • Trio for clarinet, violin and piano
    (Galina Ustvolskaya)
  • 2Espressivo06:07
  • 3Dolce03:56
  • 4Energico06:08
  • 5Duet for violin and piano (1964)
    (Galina Ustvolskaya)
    29:20
Für Patricia Kopatchinskaja und den Pianisten Markus Hinterhäuser ist die Musik von Galina Ustwolskaja ein existentielles Anliegen. Mit Hingabe und bedingungsloser Ernsthaftigkeit machen sie sich die dunklen, beängstigenden Seiten zu eigen, aber auch die wilde Schönheit und die zerbrechlichen Kantilenen, die es eben auch gibt. Für das frühe, noch relativ konventionelle Klarinettentrio, das Ustwolskajas Lehrer und Verehrer Dmitri Schostakowitsch in seiner Musik gleich mehrfach zitierte, werden sie von dem Schweizer Klarinettisten Reto Bieri sensibel unterstützt. Die Musik von Galina Ustwolskaja, einzigartig intensiv, aber auch einzigartig fordernd und daher selten zu hören, braucht solche überzeugenden Anwälte wie Patricia Kopatchinskaja.
Thorsten Preuß, BR-Klassik
 
Werke von einer existenziellen Direktheit, die alle Wunden offenlegt. ‚Ihre Musik ist stärker und aussagekräftiger als das meiste, was ich kenne, und sie lässt mich nicht mehr los, seit ich sie das erste Mal gehört habe‘, sagt die Geigerin Patricia Kopatchinskaja, die Ustwolskaja noch persönlich kennen lernte – als Studentin in Bern. Ihre Hommage, eingespielt mit dem Pianisten Markus Hinterhäuser und dem Klarinettisten Reto Bieri, versammelt drei Werke Ustwolskajas, darunter das tiefschwarze Duett für Violine und Klavier (1960). Diese Musik zu spielen, sei ‚nicht ungefährlich für die Seele‘, sagt Kopatchinskaja. Man spürt es in jedem Moment dieser Aufnahme.
Oliver Meier, Berner Zeitung
 
Ustvolskaya was trying to encourage listeners to hear her music on its own supremely self-assured terms. It’s a tough standard to meet, on a recording — though it’s one that any new album of Ustvolskaya works should attempt to create anyway. This one pulls off that task both in its moments of fireworks and in the sections of eerie quiet. For that, we can thank ECM’s all-star cast. Early in the 2014 season, rising violin star Patricia Kopatchinskaja performed two of the pieces on this album at a rapturously received late-night concert at Berlin’s Philharmonie. Captured in the studio by ECM’s engineers, the animated young Moldavian shows off an even greater range of textures, especially in her approach to the album opener, the composer’s 1952 ‘Sonata for violin and piano.’ […] Her partner in this duo, pianist Markus Hinterhäuser, is just as stellar. The piano part in the Sonata leads him away — as if in a hypnotic trance — from the maniacal edge carved out by the violin writing. But it’s important that the divergent lines for the two instruments not feel alienated from one another. Hinterhäuser, who has recorded Ustvolskaya’s solo piano music, has the right touch, and maintains a subtle accord with the violinist (even when she’s at her most fevered). The pair brings this same understanding to Ustvolskaya’s 1964 ‘Duet for violin and piano’ — a less thrashing piece, but no less haunting. […] Taken as a whole, the lavish gifts of these performers and the excellent production have done this often-unattended composer a dedicated and intense service.
Seth Colter Walls, Wondering Sound
 
Die atemberaubende Variabilität des Geigentons und der Spieltechnik von Kopatchinskaja, von schier körperlosen Haltetönen in fast unhörbaren Regionen des Pianissimo über fahlen, gespenstischen Schimmer zu robuster Kontur und schmerzhafter Attacke, gibt dem Verlauf der Komposition derart bildhaften, plastischen Ausdruck, dass man alle Aggregatzustände des Gefühls wie in den eigenen Körper übertragen fühlt. Hinterhäusers sensitives Gespür für differenzierteste Werte von Dynamik und Klangfarbe, für Anschlagsnuancen einsamer, wie verloren wirkender Melodien wie zwischen gläserner Klarheit und wildem Ausbruch changierender ‚Akkordarbeit‘ verbindet sich mit der hellhörigen und unabdingbaren Bewusstheit des Geigenspiels zu einer aufregenden Intelligenz. Man kann in den 70 Minuten Laufzeit dieser CD nicht mehr aus. Der Sog (in den sich im Trio auch der außerordentliche Schweizer Klarinettist Reto Bieri mit subtilsten ‚stillen‘ Klängen einfügt) entwickelt ein ganz eigenes Zeitkontinuum, öffnet und schafft eine Hörfantasie von unglaublicher Weite und Tiefe, wie sie nur in Sternstunden erlebbar wird.
Karl Harb, Salzburger Nachrichten
 
Galina Ustvolskaya, eine der eigenwilligsten und rätselhaftesten Komponisten-Erscheinungen des 20. Jahrhunderts, hat darauf insistiert, niemals Kammermusik geschrieben zu haben. Man kann nur spekulieren, warum sie den Begriff für sich zurückwies, vielleicht deshalb, weil in dem Wort ‚Kammermusik‘ immer auch die Vorstellungswelt intimen, gemeinsamen Musizierens im vertrauten Kennerkreis mitschwingt. Von dieser, sagen wir ruhig: bürgerlichen Attitüde ist Ustvolskayas erratisch-monologische und asketisch herbe Klangrede ungefähr so weit entfernt wie der Marianengraben vom Himalaya. […] Patricia Kopatchinskaja, Markus Hinterhäuser und Reto Bieri entpuppen sich als Idealbesetzung dieser extremen Nicht-Kammermusik.
Burkhard Schäfer, Musik & Theater
 
Wenn sie komponiere, hat Ustwolskaja einmal gesagt, befände sie sich in einer Art ‘Gnadenzustand’. Diesen Zustand einzufangen in seiner spirituellen Sinnlichkeit und ihn an nichts und niemanden zu verraten, das gelingt der Geigerin Patricia Kopatchinskaja und dem Ustwolskaja-erfahrenen Pianisten Markus Hinterhäuser nun auf grandios mutige, schonungslose Weise. Im trio für Klarinette, Violine und Klavier (1949) gesellt sich Reto Bieri zu ihnen, der Schweizer Klarinettist, und wenn der ‚Energico‘-Satz des Trios nach zahllosen Verwerfungen im Pianissimo schließt, klopfend, pochend, hat man die Wahl und hat sie doch nicht. Dieses Ende mag friedlich sein oder verzagt – an seiner Wahrheit ist nicht zu rütteln
Christine Lemke-Matwey, Die Zeit
Russian composer Galina Ustvolskaya (1919-2006) insisted that she wrote no chamber music:  instrumentation alone could be no index of her music’s intentions. Her works are infused, she said, with a religious spirit, and the powerful, rhythmic stringency of the music testifies to the relentlessness of her vision. Although Shostakovich had been one of her teachers, Ustvolskaya maintained that her music resembled that of no other composer, living or dead, and put herself outside all stylistic “schools”. She followed only her own austere, unforgiving path. Its sense of concentration is sometimes ferocious; her work, said Viktor Suslin, has the "narrowness of a laser beam capable of piercing metal.” Entering its sound-world calls for a special kind of commitment. With prescience Shostakovich said of her art, “I am convinced that the music of G. I. Ustvolskaya will achieve worldwide renown, to be valued by all who perceive truth in music to be of paramount importance.”  Many years had to pass for this prediction to be fulfilled, but Ulstvolskaya’s music is increasingly being taken up by artists. On the present disc,  Patricia Kopatchinskaja), pianist Markus Hinterhäuser and clarinettist Reto Bieri rise to its challenges .

The intensity of Ustvolskaya’s music is well-matched with the driven performance style of Patricia Kopatchinskaya  who was recently voted Instrumentalist of the Year by the Royal Philharmonic Society, its jury of musicians hailing her as “an irresistible force of nature: passionate, challenging and totally original in her approach.” Her aim as an interpretative player, she told one journalist recently, is to “become like a column of energy which connects reality with another world”, honing in on the inspirational force behind the score. "As an interpreter,” she has said. “I am most interested in communicating the meaning and inner workings of the music. Curiosity drives me to explore many different musical frontiers." Her repertoire has addressed music from Bach to Cage and beyond. Kopatchinskaja feels that Ustvolskaya’s 1964 sonata is amongst the 20th century’s most powerful compositions. “Here is no place for ‘beauty’. In order to rise to the expressive power of this music the interpretation has to go to the extremes…. The 1952 sonata gains quality and depth with each repeated playing (and listening). In the beginning the violin repeats a hammering phrase, - the stonemason working on a tombstone. This pulse prolongs itself through the whole piece, sometimes interrupted by irregular breaths and sighs - a lonesome soul walking through an endless Russian landscape”. The music of Ustvolskaja is like a ritual, taking the listener into an unique and archaic world, where there is no place for comparisons or theoretical analysis.”