Heinz Holliger & György Kurtág: Zwiegespräche

Heinz Holliger

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Zwiegespräche is a meeting of spirits. “We compose the same way,” said György Kurtág to Heinz Holliger on hearing this recording, which emphasises works for oboe by these two major composers. Both of them reference the entire history of music in their pieces, both incorporate dedications and messages to friends and colleagues in the fabric of their work, and both draw upon literature as an inspirational source. Both, moreover, love the miniature as an expressive form; short pieces by Kurtág and Holliger are interwoven. Holliger’s sequence Airs (2015/6) is inspired by seven texts by Swiss poet Philippe Jaccottet, whose voice is heard here. The release of Zwiegespräche is timely. Heinz Holliger turns 80 on May 21, his creativity as composer and his resourcefulness as instrumentalist undimmed. The album concludes with Holliger’s Sonate für Oboe solo, composed in 1956, and still played by its author with absolute authority.
Zwiegespräche ist ein Treffen der musikalisch Geistesverwandten: "Wir komponieren auf die gleiche Weise", sagte György Kurtág zu Heinz Holliger über diese Aufnahme, die Werke für Oboe dieser beiden großen Komponisten hervorhebt. Beide beziehen sich in ihren Stücken auf die gesamte Musikgeschichte, beide arbeiten gern Widmungen und Botschaften an Freunde und Kollegen ins Gefüge ihrer Werke ein, und beide stützen sich  auf die Literatur als Inspirationsquelle. Beide lieben zudem die Miniatur als ausdrucksstarke Form; kurze Stücke von Kurtág und Holliger sind miteinander verwoben. Holligers Sequenz ‚Airs‘ (2015/6) ist inspiriert von sieben Texten des Schweizer Dichters Philippe Jaccottet, dessen Stimme hier zu hören ist. Die Veröffentlichung von Zwiegespräche erfolgt zu einem besonderen Anlass: Heinz Holliger wird am 21. Mai 80 Jahre alt, seine Kreativität als Komponist und sein Einfallsreichtum als Instrumentalist sind ungebremst. Das Album endet mit Holligers Sonate für Oboe solo, komponiert 1956, die von  ihrem Autor mehr denn je mit absoluter Autorität gespielt wird.
Featured Artists Recorded

June 2018, Radio Studio DRS, Zürich

Original Release Date

24.05.2019

  • 1... Ein Brief aus der Ferne an Ursula
    (György Kurtág)
    02:45
  • 2Berceuse pour M.
    (Heinz Holliger)
    03:02
  • 3... für Heinz...
    (György Kurtág)
    02:53
  • 4Die Ros' (Angelus Silesius)
    (Public Domain, Heinz Holliger)
    01:10
  • 5Angelus Silesius: Die Ros'
    (Public Domain, György Kurtág)
    01:45
  • Airs
  • 6I. Une semaison de larmes... (poème)
    (Philippe Jaccottet)
    00:27
  • 7I. Une semaison de larmes...
    (Heinz Holliger)
    02:26
  • 8II. L'œil... (poème)
    (Philippe Jaccottet)
    00:23
  • 9II. L'œil...
    (Heinz Holliger)
    01:57
  • 10III. Ce qui brûle... (poème)
    (Philippe Jaccottet)
    00:26
  • 11III. Ce qui brûle...
    (Heinz Holliger)
    01:29
  • 12IV. Dans l'étendue... (poème)
    (Philippe Jaccottet)
    00:19
  • 13IV. Dans l'étendue...
    (Heinz Holliger)
    01:49
  • 14V. O compagne... (poème)
    (Philippe Jaccottet)
    00:31
  • 15V. O compagne...
    (Heinz Holliger)
    01:31
  • 16VI. Je marche... (poème)
    (Philippe Jaccottet)
    00:14
  • 17VI. Je marche...
    (Heinz Holliger)
    02:55
  • 18VII. Oiseaux (poème)
    (Philippe Jaccottet)
    00:26
  • 19VII. Oiseaux
    (Heinz Holliger)
    05:49
  • 20Schatten
    (György Kurtág)
    00:56
  • 21Rozsnyai Ilona in memoriam
    (György Kurtág)
    02:51
  • 22Einen Augenblick lang
    (György Kurtág)
    00:38
  • 23Versetto (apokrif organum)
    (György Kurtág)
    00:55
  • Hommage à Elliott Carter
    (György Kurtág)
  • 24I. Capriccio01:25
  • 25II. Arioso01:48
  • 26Kroó György in memoriam
    (György Kurtág)
    06:22
  • 27Lorand Gaspar: Désert
    (Lorand Gaspart, György Kurtág)
    01:27
  • 28Der Glaube (Péter Bornemisza)
    (György Kurtág)
    02:46
  • 29... summaia a B.P.
    (György Kurtág)
    01:04
  • 30... ein Sappho-Fragment
    (György Kurtág)
    01:34
  • 31... (Hommage à Tristan)
    (György Kurtág)
    00:42
  • 32Einen Augenblick lang
    (György Kurtág)
    00:38
  • 33In Nomine - all'ongherese (Damjanich emlékkö)
    (György Kurtág)
    04:58
  • Sonate für Oboe solo
    (Heinz Holliger)
  • 34I. Präludium04:02
  • 35II. Capriccio03:29
  • 36III. Aria03:58
  • 37IV. Finale02:26
Auf der CD ‚Zwiegespräche‘ spielt der Berner Oboist, Komponist und Dirigent zum ersten Mal sein Jugendwerk ein, die Sonate für Oboe solo (1956/57). Er tauscht sich behutsam mit seinem musikalischen See­len-­Freund György Kurtág aus. Und er zeigt seine Nähe zur Literatur in den ‚Airs‘ – nach Gedichten des Lyrikers Philippe Jaccottet. Oboe und Englischhorn verwandeln sich in Vögel, die zwitschernd entschwinden.
Cécile Olshausen, Kultur Tipp
 
Heinz Holliger is not only the greatest oboist of the last half century, but he has also emerged as one of the leading European composers of his generation  […] Holliger was 80 last month, and ECM, which has recorded so many of his works, has marked the occasion with ‘Zwiegespräche’ (dialogues). It’s a collection mostly of miniatures, 33 of them, almost all including oboe, by Holliger and his kindred musical spirit, György Kurtág, that is followed by one of Holliger’s earliest works, the solo-oboe sonata he began in 1956. Both Holliger and Kurtág studied with the Hungarian Sándor Veress, and have always shared a fondness for spare, aphoristic musical statements, so that these pieces form a stylistically coherent sequence. The centrepiece is Holliger’s ‘Lecture’ of 2016, where texts by the Swiss poet Philippe Jaccottet serve as the starting points for seven short pieces for oboe and cor anglais or two oboes […] In every piece, the music is pared back to its barest essentials, so that a single pitch or interval acquires huge expressive importance. It all makes a marvelously austere birthday tribute, with Holliger at the centre of things as a performer, too; it was recorded last year and his oboe playing has lost none of its authority and peerless musicianship.
Andrew Clements, The Guardian
 
Miniaturistes hors pair, Kurtag et Holliger dialoguent ici à travers des œuvres caractéristiques de leur idéal. Le Hongrois dans une perspective souvent funèbre, et le Suisse dans une poésie contemplative. Ce dernier passe avec aisance du hautbois (dont il est le maître absolu dans le répertoire contemporain) au cor anglais, et il joue même au piano un morceau de Kurtag, pour la main gauche, simplement intitulé… ‘Fur Heinz‘ (‚ pour Heinz‘). Tout est dit.
Pierre Gervasoni, Le Monde
 
Eine vielschichtige Dokumentation der Freundschaft zum Kollegen György Kurtág, mittlerweile 93. Beide verbindet biografisch und künstlerisch eine Menge, nachzuhören in diesem vorliegenden Reigen aus Miniaturen: Stücke, die sämtliche Bereiche menschlichen Empfindens und Erlebens umfassen, teils sehr persönliche Widmungen. Ein Füllhorn voller betörender Preziosen, in deren Klängen man immer wieder versinken möchte.
Eckhard Weber, Concerti
 
Oft handelt es sich um Erinnerungen an Verstorbene, Hommages an Freunde, Reminiszenzen an die Musikgeschichte, sehr berührend, zurufend, nachrufend, beschwörend, klagend, mal in zarten, mal in dunklen Farben, im Spiel von Holliger und Marie-Lise Schüpbach auf Oboe und/oder Englischhorn, und zumal, wenn Ernesto Molinaris Kontrabassklarinette hinzutritt. Es sind auch instrumentale Dialoge und Paarungen, wunderschön vorgetragen, mit Charakter, genau gezeichnet. […] Auf dem Cover erscheinen beider, Holligers und Kurtágs Name. Es ist das Zeugnis einer langen künstlerischen Freundschaft. Im ersten Moment mag erstaunen, wenn Holliger meint, ihre Kompositionsweisen seien einander ähnlich. Viele ältere Werke kommen einem gänzlich verschieden vor, und doch haben sich die beiden in den letzten Jahrzehnten wahlverwandtschaftlich angenähert. Schliesslich hatten sie in Sándor Veress den gleichen Lehrer. Diese sehr stimmige CD erzählt davon. Und wenn man denkt, das Ganze klinge doch sehr homogen, entdeckt man Nuancen, geheimnisvolle. Die Bezüge werden reicher und enger. So gehen die Stücke zuweilen zwischen beiden hin und her. Der Schweizer vertont ‚Die Ros’ von Angelus Silesius, und der Ungar entgegnet darauf mit einer weiteren Vertonung, die Sarah Wegener singt.
Thomas Meyer, Schweizer Musikzeitung
 
Es sind Dokumente einer (Künstler-)Freundschaft, die Kurtág und Holliger in ihrer Gabe zu fesselnder Ausdrucksverdichtung als Geistesverwandte ausweisen. […] Für beide Komponisten war die Auseinandersetzung mit Dichtung immer eine wesentliche Inspirationsquelle. Aktuelles Beispiel: Holligers ‚Lecture pour hautbois et cor Anglais‘ (2015/16) über den Gedichtzyklus ‚Airs‘ von Philippe Jaccottet. Die sieben rein instrumentalen Stücke stellen ‚Vertonungen‘ ohne Worte dar; die zugrunde liegenden Verse werden den einzelnen Sätzen vorangestellt, gelesen von Jaccottet höchstpersönlich. In diese satztechnisch und emotional eng ineinander verschlungenen Zwiegesänge  scheint Holliger seine ganze Trauererfahrung hineingelegt zu haben. […] auch in Kurtágs Miniaturen, die der unterschiedlichsten Persönlichkeiten und Weggefährten gedenken, dominiert das Schattenhafte, Melancholische, manchmal abgrundtief Traurige. Heinz Holliger spielt all diese Kleinode mit einer Präsenz und Dringlichkeit, die unter die Haut geht und erneut den großen Musiker offenbart.
Dirk Wieschollek, Fono Forum
 
Holliger et Kurtág, Kurtág et Holliger : malgré toutes les différences dans leur parcours et dans leur œuvre, les parentés sont nombreuses entre eux. (..) Leur musique se nourrit d’une même inspiration littéraire, d’un même ancrage dans une histoire longue de la musique, et surtout d’un même sens de l’essentiel, d’une même éthique de la composition. […] Témoignage émouvant d’une amitié artistique, ce disque met en avant la convergence créative de deux compositeurs majeurs plutôt que de chercher à faire la part de chacun. Kurtág et Holliger ne sont d’ailleurs pas seuls sur ce disque : c’est toute une histoire vivante de la musique qui est là avec eux, le cor anglais du troisième acte de Tristan, le solo introductif du Sacre du printemps, et bien d’autres encore. L’œuvre de Holliger comme celle de Kurtág sont habitées par la douleur et par la perte ; ce disque en témoigne, mais il frappe aussi par sa plénitude sonore et sa richesse expressive. La version pour clarinette contrebasse d’une pièce bien connue de Kurtág, Kroó György in memoriam, comme les Oiseaux qui terminent Airs, sont à ce point de vue des sommets d’un disque majeur pour les deux compositeurs, mais aussi pour Holliger instrumentiste qui, presque octogénaire lors de l’enregistrement du disque, impressionne par sa discrète virtuosité, mais aussi par la force émotionnelle d’un jeu qui est au-delà de la démonstration. Entouré par ses amis musiciens, il propose ici un disque qui s’écoute malgré la fragmentation comme une coulée continue, avec les couleurs toujours changeantes apportées par les différents instruments.
Dominique Adrian, Res Musica
 
È una musica piena di sprazzi di luce, che respire, sollecita un’ intera immersion dei sensi in chi ascolta e ha fatto sua la lezione del passato per asciugarla e rilancaria, estendendone I confine loro destinati dalla storia.
(It is a music full of flashes of light, which breathes and  immerses the senses of the listeners. It has made its own the lessons of the past, absorbing and relaunching them by extending its boundaries.)
Helmut Failoni, Corrierere della Sera
 
De titel van de cd is enigszins misleidend, zij het en om een prettige reden. De componisten lijken in veel van deze overwegend zeer korte stukken veel op elkaar. En als ze verschillen (grof gezegd: Holliger is meer lyrisch en uitgesponnen, Kurtág meer dramatisch en elliptisch) dan is er altijd nog Holliger de musicus die, of hij wil of niet, alles naar zijn hand zet, met als gevolg dat de dramatiek een grote schoonheid krijgt en de lyriek een ondertoon van onuitgesproken drama. […] Hun muziek klinkt als in wezen jong en nieuw. Ik vrees dat deze stukken gezien hun subtiele lyriek, fragiele expressie en vaak onschoolse vormen iets zullen lijden onder een minder dan perfecte uitvoering, maar dat is een kwestie voor de opvolgers van Holliger.
(The title of the CD is somewhat misleading, albeit for a pleasant reason. The composers in many of these predominantly very short pieces are very similar. And if they differ (roughly said: Holliger is more lyrical and elaborate, Kurtág more dramatic and elliptical) then there is always Holliger the musician who, whether he likes it or not, controls everything, with the result that the drama attains a great beauty and the lyricism an undertone of unspoken drama. […] Their music sounds essentially young and new. I fear that these pieces, given their subtle lyricism, fragile expression and often innocuous forms, will suffer a little from a less than perfect performance, but that is a matter for the successors of Holliger.)
Emanuel Overbeeke, Opus Klassiek
 
This disc celebrates the 80th birthday of Heinz Holliger, and although it explores his interpretative gifts as a performer rather than his full range as a composer, its focus on the dialogues between his own music and that of György Kurtág makes for a beautifully rounded double portrait.  That this is an intensely intimate retrospective is clear from the very first item, Kurtág’s gentle, heartfelt tribute to Holliger’s harpist wife Ursula, who died in 2014. […]  The two most substantial works by Holliger himself are satisfyingly well contrasted. His 1999 revision of his Sonata for solo oboe (1955-56) remains the work of a phenomenally gifted student, spinning out long lines exuberantly and eloquently to show off the player’s virtuosity of breath control and digital dexterity. But ‘Lecture’ for oboe and cor anglais (2015-16) is altogether more powerful in execution and original in conception. Based around seven poems by Philippe Jacottet – the poems themselves are heard in readings by the author before each of the musical ‘settings’ – Holliger packs a whole world of refined and inventive poetic play into a sequence of short movements, the longest less than six minutes. These performances, by Holliger and Marie-Lise Schüpbach, are simply astonishing in their fluency and range of colour, and the depiction of a kind of transcendent avian mayhem in the final movement, ‘Oiseaux’, has to be heard, and reheard, to be believed.
Arnold Whittall, Gramophone
 
Der kammermusikalische Ablauf von 37 aphoristischen Stücken gleicht einer Erkundung von Ideen und Bläserklängen: Oboe, Englischhorn sowie Bass- und Kontrabassklarinette bestimmen die zarten, von viel Energie geschärften Klangbilder. Dazu gehören auch ‘Airs’ von Holliger, ein Zyklus aus sieben Gedichten des schweizerischen Lyrikers Philippe Jacottet, die dieser, hochbetagt, selbst liest – beantwortet mit Lust und List von Holligers Oboe. […] Die quicklebendige Sonate für die Solo-Oboe des jungen Heinz Holliger besiegelt den heiter blühenden Fantasieüberschuss der Produktion.
Wolfgang Schreiber, Süddeutsche Zeitung
 
Unter dem Titel ‘Zwiegespräche’ wurde die jahrzehntelange Freundschaft zwischen den beiden ehemaligen Sándor Veress-Kompositionsstudenten Heinz Holliger und György Kurtág mit einem kammermusikalischen Miniaturbogen besiegelt. Den Großteil des Programms nehmen Solo- und Duo-Stücke für Oboe bzw. Englischhorn sowie Klarinette ein, mit denen Holliger und Kurtág immer wieder auch auf biografische Einschnitte reagierten (2014 etwa schrieb Kurtág ein Abschiedsstück auf Holligers Gattin Ursula). In ihrer konzentrierten, eindrücklichen und doch so ungemein magisch ausschwingenden und nicht selten ins poetisch Zarte umschlagenden Tonsprache offenbart sich darüber hinaus eine Klangseelenverwandtschaft, bei der bisweilen die musikalischen Identitäten zwischen dem Jubilar und dem ungarischen Altmeister verschwimmen. Neben auch musikalischen Gedenk- und Erinnerungstafeln, die Kurtág Freunden und Weggefährten wie Elliott Carter und György Kroó gewidmet hat, kommt es auch zu ‘Zwiegesprächen’ zwischen dem Komponisten Holliger und den vom schweizerisch-französischen Dichter Philippe Jaccottet eingelesenen Gedichten. Und ganz zum Schluss begegnet man mit der Oboen-Sonate einem Frühwerk Holligers, das trotz seiner Satzbezeichnungen wie ‘Präludium’ und ‘Capriccio’ so gar nicht retrospektiv, sondern ungemein heutig daherkommt. Was natürlich auch an dem weiterhin phänomenalen Solisten Holliger liegt.
Guido Fischer, Rondo
 
Die CD quillt fast über vor Tracks (37) und Beziehungsreichtum. Kurtág und Holliger ehren und kommentieren einander, wobei ein Netz von Korrespondenzen, oberirdischen und rhizomatischen, für eine unanfechtbare Dramaturgie sorgt. […] Die CD ist eine Gabe zum 80. Geburtstag Holligers, der mit seiner Vitalität und unverminderten Leistungsfähigkeit gegen einige Naturgesetze verstößt: Er beherrscht seine Oboeninstrumente so souverän wie vor sechzig Jahren.
Rainer Peters, Neue Zeitschrift für Musik
 
Holliger is certainly one of the central figures in contemporary music, and with this recording he has found a kindred spirit in György Kurtág, who has declared that ‘we compose the same way.’ ‘Zwiegespräche’ as a title indeed stands for the meeting of two spirits. The two certainly share a love of miniature forms, with few of these works going above three minutes in duration, and with Holliger as the main performer the oboe inevitably has the main emphasis. […] This interweaving of these two composer’s works makes for fascinating listening, their feel for counterpoint and a kind of intellectual drama contrasting with the kind of subtlety you need to take time to absorb, but once you’ve tuned-in is related but distinctive, like the differences between Mozart and Haydn – and no, I’m not going to say which might be which. Literature is another element in this programme. Holliger’s Airs for oboe and cor anglais was inspired by seven texts by the Swiss poet Philippe Jaccottet, who reads his own words on this recording, his low tones creating another element of atmosphere and authenticity. […] Much of the music is highly expressive, and while the melodic content pushes the boundaries further than you might be used to, that is also its function. We should all be pushed a little further than we might originally desire, but having conquered those sometimes flinty hard pieces we can then look back and regard them with understanding and perhaps even affection. The affection Holliger and his colleagues have for this music is certainly palpable from this fine recording, and as a confluence of great musical minds it has a uniquely intrinsic value that goes beyond words.
Dominy Clements, Music Web International
 
À seize compositions succinctes de György Kurtág et deux brèves de Heinz Holliger, musique de la concentration, de la meditation et de la concision, aux tempi lents, s’adjoignent, du second, deux œuvres plus longues, mais comportant de courts mouvements: en alternance avec es petits duos pour hautbois et cor anglais qui en sont le commentaire – ou comme le titre l’indique, une ‘lecture’ -, il est émouvant d’entendre le nonagénaire Philippe Jaccottet reciter sept poèmes de son recueil ‘Airs’; […] Au nombre des pieces ciselées  de Kurtág, libres et expressives mélodiquement, usant très rarement d’effets sonores contamporains, on peut citer ‘Kroó György in memoriam’, impressionnante par sa simplicitè apparente comme par son recueillement à la limite du silence et du statisme, dans une version qui explore les magnifiques sonorités graves de la clarinette contrebasse. Parmi les interprètes, tous excellents, on trouve Heinz Holliger lui-même, sur lequel l’ȃge ne semble pas avoir de prise tant il nous laisse admiratif devant sa parfait maîtrise du son et du soufflé.  
L. Mettraux, Revue Musicale de Suisse Romande
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Zwiegespräche – “Dialogues” – begins with the intensely moving sound of Heinz Holliger’s oboe calling out into the wild, in a piece written for him by his longstanding friend György Kurtág. Then comes a response composed by him, played on cor anglais by his pupil Marie-Lise Schüpbach. From here the conversation develops, of two composers who, from their solitary positions, strive to make contact with one another – and with us.
 
 The pieces are, as is typical for both composers, short. Six and a half minutes here is an epic, and many of the messages are over in under a minute. Such dimensions invite us to listen closely, to every turning nuance, and our attention is rewarded, by music-making that is at once emphatic and fine-grained.
 
 Holliger himself is the principal artist, joined by Schüpbach and by the clarinettist Ernesto Molinari. The soprano Sarah Wegener gives her pure, strong voice to piercing settings by both composers of a compact poem by the 17th-century writer Angelus Silesius. The rose, Silesius says, knows no “why”; it just blooms, and does not ask if it is seen or not. This music, however, emphatically does demand to be heard.
 
 A central Kurtág sequence has Holliger alternating with, or joining with, Molinari on bass or contrabass clarinet, the two of them speaking the music with equal veracity.
 
 There are other dialogues going on along the way. Holliger offers instrumental responses to poems by the Swiss French poet Philippe Jaccottet, heard reading them in the voice of a 93-year-old. And the programme ends with Holliger looking into the mirror at his teenage self, playing a solo sonata that, from so long ago, is already characteristic of him in its precise definition, expressivity and vim.
 
 Released to mark Holliger’s 80th birthday, this recording is the perfect embodiment of his dual artistry as performer and composer.
 
 
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Heinz Holliger has long been recognized as the world’s leading oboist, with countless works written for him, by composers including Luciano Berio, Elliott Carter, Olivier Messiaen and Karlheinz Stockhausen, as well as György Kurtág. His legacy of recordings is also prodigious, and includes a number of previous ECM albums, in which he ranges from Bach to music of the present day. ECM has also been at the forefront in presenting his work as a composer, notably with award-winning recordings of his extraordinary opera on Robert Walser’s Schneewittchen and of his Scardanelli-Zyklus, after Hölderlin.
 
 Holliger was born in the small town of Langenthal, in the Swiss canton of Bern. He studied at the conservatory in Bern and also had composition lessons from Sándor Veress and Pierre Boulez. Called upon around the world for his virtuosity as an oboist, he has remained clear in his wider definition of himself, as also a conductor (having, again, some remarkable recordings to his name) and, most importantly, a composer. It is his complete and intense musical personality that has gained him the highest honours, including last year the German order “Pour le mérite”.
 
 In celebrating Holliger at a milestone birthday, these “Dialogues” also continue ECM’s extensive series devoted to the work of György Kurtág, widely acknowledged one of the great creative artists of our time.
 
CD booklet includes liner notes by Roman Brotbeck in German and English
„Zwiegespräche“ beginnt mit dem intensiv-berührenden Klang von Heinz Holligers Oboe, die aus der Ferne zu uns ruft, in einem Stück, das sein langjähriger Freund György Kurtág für ihn geschrieben hat. Dem entgegnet er mit einem eigenen Solostück für Englischhorn. Von hier aus entfaltet sich das Gespräch zweier Komponisten, die aus ihrer jeweiligen Warte heraus den Kontakt zueinander suchen – und zu uns.
Das Verdichtete, Konzentrierte ist charakteristisch für die Stücke beider Komponisten. Sechseinhalb Minuten dauern die längsten unter ihnen; viele der Botschaften sind in kaum einer Minute vorbei. Solche Dimensionen laden uns ein, jeder Nuance genau zuzuhören und unsere Aufmerksamkeit wird mit einer Musik belohnt, die eindringlich und feinporig zugleich ist.
Neben Heinz Holliger sind  Maire-Lise Schüpbach (Englischhorn, Oboe) und der Klarinettist Ernesto Molinari die weiteren Interpreten. Die Sopranistin Sarah Wegener verleiht ihre reine, ausdrucksstarke Stimme den Vertonungen beider Komponisten des Gedichts „Die Ros“ von Angelus Silesius aus dem 17. Jahrhundert. Die Rose, sagt Silesius, kennt kein „Warum“; sie blüht einfach und fragt nicht, ob sie gesehen wird oder nicht. Diese Musik jedoch verlangt danach, daß man sie hört.
In der zentralen Kurtág-Sequenz interpretieren Holliger und Molinari, der zwischen Bass- und Kontrabassklarinette wechselt, die Solo- und Duo-Stücke mit großem Gespür für den Duktus dieser Musik.
Zuvor gibt es noch einen weiteren Dialog. Sieben Gedichten des schweizerisch-französischen Dichters Philippe Jaccottet (*1925), die dieser selbst liest, folgen instrumentale Antworten Holligers. Und am Ende des Programms blickt Holliger in den Spiegel auf sein jugendliches Selbst: als Interpret seiner Sonate für Oboe solo (1956/57, rev. 1999), die er hier zum ersten Mal aufgenommen hat.
Die vorliegende Aufnahme, die anläßlich Holligers 80. Geburtstag erscheint, zeugt auf eindrucksvolle Weise von seiner doppelten Kunstfertigkeit als Interpret und Komponist.
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Heinz Holliger gilt seit langem als einer der weltweit führenden Oboisten.  Komponisten wie Luciano Berio, Elliott Carter, Olivier Messiaen und Karlheinz Stockhausen sowie György Kurtág haben zahlreiche Werke für ihn geschrieben. Sein Katalog an Aufnahmen ist beachtlich und umfasst eine Reihe früherer ECM-Alben, deren Repertoire von Bach bis zur Musik der Gegenwart reicht. ECM war auch bei der Dokumentation seiner kompositorischen Arbeiten führend, insbesondere mit preisgekrönten Aufnahmen seiner außergewöhnlichen Oper über Robert Walsers Schneewittchen und seines Scardanelli-Zyklus nach Hölderlin.
 Holliger wurde in Langenthal im schweizerischen Kanton Bern geboren. Er studierte am Konservatorium in Bern und erhielt unter anderen bei  Sándor Veress und Pierre Boulez Kompositionsunterricht. Obwohl als Oboist auf der ganzen Welt gefragt, hat er stets klar erkennen lassen, dass sein musikalisches Selbstverständnis weiter gefasst ist und für ihn die Rollen als Dirigent (unter dessen Namen ebenfalls zahlreiche bemerkenswerte Aufnahmen erschienen sind) und vor allem als Komponist gleichermaßen von Bedeutung sind. Es ist diese Ganzheitlichkeit seiner musikalischen Persönlichkeit, die ihm die höchsten Ehrungen eingebracht hat, darunter im vergangenen Jahr den Orden "Pour le mérite" für Wissenschaften und Künste der Bundesrepublik Deutschland.
 Mit dieser Veröffentlichung begeht ECM auch Heinz Holligers 80. Geburtstag am 21. Mai 2019. Gleichzeitig setzen die "Dialoge" auch die umfangreiche Reihe von ECM-Alben fort, die sich dem Werk von György Kurtág widmen,  einem der großen Kulturschaffenden unserer Zeit.
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