In Full View

Julia Hülsmann Quartet

EN / DE

“German pianist Julia Hülsmann gave – for my taste – the best performance of her already enormously varied career. In trumpet player Tom Arthurs she has found a wonderful counterpart for her poetic ingenuity.” – Ulrich Olshausen, reviewing the Julia Hülsmann Quartet at the Münster Festival
 After two acclaimed trio albums pianist Julia Hülsmann proposes a different project for her third ECM release “In Full View”, motivated initially by a performance by Berlin-based, English trumpet player Tom Arthurs: “I found the music so beautiful that I asked him on the spot to collaborate…” After first rehearsals had established musical compatibility, Hülsmann called upon the services of her trusted rhythm section of Marc Muellbauer (double bass) and Heinrich Köbberling, but a vocalist was no longer needed. Thus the Julia Hülmann Trio became the Julia Hülsmann Quartet – with a prominent role for Tom Arthurs as strong new frontline voice that not only inspires Julia Hülsmann as player and arranger, but also had a stimulating effect on the composing activities within the quartet, with all members bringing compositions to the table. The programme is rounded off by the additions of “The Water” from Canadian singer-songwriter Feist, “Richtung Osten”, penned by Heinrich Köbberlings wife Fumi Udo, and Manuel de Falla’s “Nana” from the “Siete Canciones Populares Españolas” cycle of folk song arrangements.

Mit musikalisch völlig neu gemischten Karten präsentiert sich Julia Hülsmann im Frühjahr 2013. Nach ihren zwei viel beachteten Trioalben hatte die in Berlin lebende Pianistin aus dem Wunsch nach kreativer Weiterentwicklung heraus über ein Projekt mit einer Sängerin und einem weiteren Melodieinstrument, aber ohne Bass und Schlagzeug nachgedacht. Doch nach dem Besuch in einem Konzert des in Berlin lebenden, englischen Trompeters Tom Arthurs änderte sie ihre Pläne. Erste Proben machten beiden Musikern „sofort klar, dass es passt“ (Hülsmann), aber auch, dass sie auf Hülsmanns gewohnte Rhythmusgruppe aus Marc Muellbauer und Heinrich Köbberling nicht verzichten wollten, dafür aber keine Sängerin mehr brauchten. Und so wurde aus dem Julia Hülsmann Trio das Julia Hülsmann Quartett – mit einer starken neuen Stimme, denn Neuzugang Tom Arthurs nimmt auf „In Full View“, dem ersten Album der nun erweiterten Formation, eine prominente Rolle ein. Die neue Konstellation inspirierte sowohl Julia Hülsmann – sie genoss beim Schreiben und auch bei den Aufnahmen, dass ihr nun mehr Stimmen zur Verfügung stehen – als auch die übrigen Bandmitglieder – jeder brachte Kompositionen ein. Abgerundet wird das Programm noch durch „The Water“, einen Song der kanadischen Sängerin und Songwriterin Feist, „Richtung Osten“ aus der Feder von Heinrich Köbberlings Frau Fumi Udo und „Nana“ von Manuel de Falla. Bereits im Januar 2013 war die neue Gruppe beim Jazzfestival in Münster zu hören – für Kritiker Ulrich Olshausen von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung eine  Sternstunde […] weil Hülsmann jetzt in dem Trompeter Tom Arthurs einen wunderbaren Widerpart für ihr poetisches Ingenium gefunden hat.“
Featured Artists Recorded

June 2012, Rainbow Studio, Oslo

Original Release Date

12.04.2013

  • 1Quicksilver
    (Marc Muellbauer)
    03:41
  • 2Dunkel
    (Julia Hülsmann)
    04:45
  • 3Gleim
    (Marc Muellbauer)
    06:17
  • 4Forever Old
    (Heinrich Köbberling)
    05:31
  • 5Spiel
    (Julia Hülsmann)
    06:18
  • 6Richtung Osten
    (Fumi Udo)
    03:57
  • 7The Water
    (Brendan Canning, Leslie Feist)
    04:19
  • 8Forgotten Poetry
    (Tom Arthurs)
    08:07
  • 9Dedication
    (Marc Muellbauer)
    05:21
  • 10Snow, Melting
    (Julia Hülsmann)
    04:36
  • 11Meander
    (Marc Muellbauer)
    07:26
  • 12In Full View
    (Julia Hülsmann)
    05:25
  • 13Nana
    (Manuel de Falla)
    04:06
EN / DE
“German pianist Julia Hülsmann gave –for my taste – the best performance of her already enormously varied career. In trumpet player Tom Arthurs, Hülsmann has found a wonderful counterpart for her poetic ingenuity.” - Ulrich Olshausen, reviewing the Julia Hülsmann Quartet at the Münster Festival  After two acclaimed trio albums (“The End Of A Summer”, 2008, and “Imprint”, 2011) pianist Julia Hülsmann proposes a different project for her third ECM release, motivated initially by a performance by Berlin-based, English trumpet player Tom Arthurs: “It was a concert with his own compositions, with a string quartet, bass, drums and with himself on trumpet. I found the music so beautiful that I asked him on the spot to collaborate...”  Arthurs, who has worked with musicians including John Surman, Iain Ballamy, Thomas Strønen and Kenny Wheeler, and who cites influences ranging from György Ligeti to filmmakers Andrei Tarkovsky and Jean-Luc Godard, gladly accepted. After first rehearsals had established musical compatibility, Hülsmann called upon the services of her trusted rhythm section of Marc Muellbauer (double bass) and Heinrich Köbberling (drums): “Especially in this new context it is immensely helpful that we have known each other musically for so long and so well.”  Thus the Julia Hülsmann Trio became the Julia Hülsmann Quartet – with a prominent role for Tom Arthurs as strong new frontline voice. The new constellation has also changed the nature of the musical relations amongst the long-serving members of the group. Heinrich Köbberling recalls the first concert of the new line-up at Berlin’s Pianosalon Christophori: “Many of the things I normally played in the trio with Julia and Marc didn’t work in this context. The whole sound of the band had changed and I needed a couple of tunes to get used to the new impulses. But then everything seemed to fall into place, and you could feel how Tom adds hundreds of new colours to our band sound.”  These additional colours have also inspired Julia Hülsmann as player, writer and arranger. “With an extra melody player I can devise my accompaniment differently on the piano. I can make my chords more wide, use different registers without getting in my own way. And also doubling up melody voices as in the title track ‘In Full View’ is very delightful. In the past we hardly could do any unison parts – but I find it really thrilling when instruments blend. There are some spots on the new CD when you first hear a sound before you can tell how it is orchestrated.”  The new group understanding has also had a stimulating effect on the composing activities within the quartet, with all members bringing compositions to the table. There was a wealth of material to work with. The programme is rounded off by the additions of “The Water” from Canadian singer-songwriter Feist (“I like these simple, clear melodies, with a totally unique charm”, says Hülsmann), “Richtung Osten”, penned by Heinrich Köbberling’s wife Fumi Udo, and Manuel de Falla’s “Nana” from the “Siete Canciones Populares Españolas” cycle of folk song arrangements.
Mit musikalisch völlig neu gemischten Karten präsentiert sich Julia Hülsmann im Frühjahr 2013. Nach ihren zwei viel beachteten Trioalben („The End of A Summer“, 2008 und „Imprint“, 2011) hatte die in Berlin lebende Pianistin aus dem Wunsch nach kreativer Weiterentwicklung heraus über ein Projekt mit einer Sängerin und einem weiteren Melodieinstrument, aber ohne Bass und Schlagzeug nachgedacht. Doch nach dem Besuch in einem Konzert des in Berlin lebenden, englischen Trompeters Tom Arthurs, den sie 2007 beim Jazzfest Berlin kennen gelernt hatte, änderte sie ihre Pläne:

„Es war ein Konzert mit seinen eigenen Stücken, mit einem Streichquartett, Bass, Schlagzeug und ihm an der Trompete. Ich fand die Musik so schön, dass ich ihn spontan fragte, ob wir zusammenarbeiten wollen.“ Arthurs, der unter anderem mit John Surman, Iain Ballamy, Thomas Strønen und Kenny Wheeler gearbeitet hat (und als Einflüsse neben dem Komponisten György Ligeti auch die Regisseure Andrei Tarkovsky und Jean-Luc Godard nennt), schlug ein. Erste Proben machten beiden Musikern „sofort klar, dass es passt“ (Hülsmann), aber auch, dass die Pianistin auf ihre gewohnte Rhythmusgruppe aus Marc Muellbauer und Heinrich Köbberling nun doch nicht verzichten wollte: „Gerade im Kontext dieses völlig neuen Projekts ist es von großem Wert, dass wir uns musikalisch so lange und gut kennen“.

Und so wurde aus dem Julia Hülsmann Trio das Julia Hülsmann Quartett – mit einer starken neuen Stimme, denn Neuzugang Tom Arthurs nimmt in der nun erweiterten Formation eine prominente Rolle ein. Allerdings stellte sich schnell heraus, dass sich durch die neue Konstellation auch die musikalischen Beziehungen unter den drei anderen änderten. Heinrich Köbberling erinnert sich an das erste gemeinsame Konzert der neuen Formation im Pianosalon Christophori in Berlin:

"…plötzlich ging klanglich nichts mehr von den meisten Dingen, die ich sonst im Trio spiele mit Julia und Marc. Der Gesamtklang war völlig anders und ich brauchte zwei Stücke, um mich an die neuen Impulse zu gewöhnen. Dann allerdings ging alles wie von selbst und schnell wurde spürbar, wie Tom unseren Bandsound um Hundert neue Farben erweitert.“

Diese zusätzlichen Farben inspirierten auch Julia Hülsmann – sie genoss sowohl beim Schreiben als auch bei den Aufnahmen, dass ihr nun mehr Stimmen zur Verfügung stehen: „Mit einem extra Melodiespieler kann ich anders auf dem Klavier begleiten. Die Akkorde können breiter werden, ich kann andere Register benutzen, ohne mir selbst in die Quere zu kommen. Aber natürlich ist der gedoppelte Melodiesound, wie beim Titelstück ‚In Full View’, auch sehr reizvoll. Bisher hatten wir ja beispielsweise kaum die Möglichkeit für Unisono-Passagen gehabt – ich finde es aber sehr spannend, wenn die Klänge miteinander verschmelzen. An manchen Stellen auf der CD finde ich, hört man erst einen Sound und nicht sofort die Instrumentierung.“

Das neue Bandgefühl wirkte sich zudem anregend auf die Kompositionstätigkeit aller vier Musiker aus. Obwohl die Pianistin ja eigentlich im Sinn gehabt hatte, ein Album komplett mit ihren Eigenkompositionen aufzunehmen, brachte nun jeder Mitspieler Stücke ein. So stand, als „In Full View“ im Juni 2012 von Manfred Eicher im Rainbow Studio in Oslo produziert wurde, schließlich Songmaterial in Überfülle zur Verfügung, zumal das Programm noch durch „The Water“, einen Song der kanadischen Sängerin und Songwriterin Feist (Ich mag diese einfachen klaren Melodien, die einen ganz speziellen Zauber haben), „Richtung Osten“ aus der Feder von Heinrich Köbberlings Frau Fumi Udo und „Nana“ von Manuel de Falla abgerundet wird.

Die Veröffentlichung von „In Full View“ wird von einer ausgedehnten Tournee begleitet. Bereits im Januar 2013 war die neue Formation beim Jazzfestival in Münster zu hören – über diesen Auftritt schrieb Ulrich Olshausen in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: „Die deutsche Pianistin Julia Hülsmann hatte – Geschmackssache – den besten Auftritt ihrer bislang enorm abwechslungsreichen Karriere. Diese Sternstunde kam zustande, weil Hülsmann jetzt in dem Trompeter Tom Arthurs einen wunderbaren Widerpart für ihr poetisches Ingenium gefunden hat. Trompeter mit solcher lyrischer Strahlkraft und melodischen Authentizität verortet man gern in Norwegen. Aber erstens geht diese Einschätzung den Norwegern längst selbst auf die Nerven, zweitens ist Arthurs Engländer, und drittens wohnt er in Berlin.“
YEAR DATE VENUE LOCATION
2024 September 06 GEMS Jazzclub Singen, Germany