Promontoire

Benjamin Moussay

EN / DE
After three acclaimed ECM recordings with Louis Sclavis (Sources, Salt and Silk Melodies, and Characters on a Wall), each of them attesting his improvisational resourcefulness, French pianist Benjamin Moussay was invited to record a solo album. Promontoire is the result, a thoughtful, reflective and profoundly lyrical album that is both a strikingly original statement and an admirable addition to ECM’s distinguished solo piano series. Produced by Manfred Eicher, and recorded at Studios la Buissonne in January 2019.
Nach drei gefeierten ECM-Aufnahmen mit Louis Sclavis (Sources, Salt and Silk Melodies, und Characters on a Wall), die alle seinen improvisatorischen Einfallsreichtum bezeugen, wurde der französische Pianist Benjamin Moussay eingeladen, ein Soloalbum aufzunehmen. Promontoire ist das Ergebnis, ein nachdenkliches, stimmungsvolles und zutiefst lyrisches Album, das sowohl eine auffallend eigenständiges Statement als auch eine bemerkenswerte Ergänzung zu den herausragenden Solo-Klavierserien von ECM darstellt. Produziert von Manfred Eicher, und aufgenommen in den Studios la Buissonne im Januar 2019.
Featured Artists Recorded

January 2019, Studios La Buissonne, Pernes les Fontaines

Original Release Date

29.05.2020

  • 1127
    (Benjamin Moussay)
    03:40
  • 2Promontoire
    (Benjamin Moussay)
    03:33
  • 3Horses
    (Benjamin Moussay)
    03:37
  • 4Don't Look Down
    (Benjamin Moussay)
    01:34
  • 5Villefranque
    (Benjamin Moussay)
    03:57
  • 6L'Oiseau d'Or
    (Benjamin Moussay)
    02:45
  • 7Chasseur de Plumes
    (Benjamin Moussay)
    01:46
  • 8Sotto Voce
    (Benjamin Moussay)
    01:59
  • 9The Fallen
    (Benjamin Moussay)
    04:18
  • 10Theme From Nana
    (Benjamin Moussay)
    03:54
  • 11Monte Perdido
    (Benjamin Moussay)
    04:02
  • 12Théa
    (Benjamin Moussay)
    04:07
‘Promontoire’, his first solo album for ECM (released 29 May), is a series of free improvisations that often sound like perfectly plotted miniatures. The terrifyingly fast ‘Don’t Look Down’ resembles Conlan Nancarrow; ‘L’oiseau d’or’ and ‘Chasseur de plumes’ sound like some of Bartók’s more atonal piano suites; but Moussay’s default position is Satie-esque introspection – minor-key ballads with delightfully quizzical chord changes.
John Lewis, The Guardian
 
Ein kleiner Felsgipfel über einem See in den Vogesen, sagt Benjamin Moussay, habe den Namen für das Album geliefert – ein erhöhter Ort in einer Landschaft, der Klarheit und Überblick ermöglicht. In der Tat sind Überblick und Klarheit Qualitäten, die diese Klavier-Solo-Einspielung charakterisieren. Die Stücke sind von intensiven emotionalen Farben geprägt, dabei von einer heiklen, girlandenfreien Verknappung. Jedes Stück hat absolut individuelle Gestalt, geprägt von starker Reduktion und einem Formgefühl, das die zeichnerische Seiten, die Landschaftsmalerei in dieser Musik einhegt. […] Komponiertes Material und improvisierte Passagen gehen bei Moussay so organisch ineinander über, dass sich jegliche kategorische Unterscheidung zwischen beiden Modi der Musik-Entstehung erübrigt. Das Album als Ganzes aber macht den Eindruck einer wohldurchdachten Suite von sorgfältig gearbeiteten Miniaturen und dramaturgischen Verläufen, die sich im Überblick zu einem bewegten Ganzen fügen.
Hans-Jürgen Linke, Frankfurter Rundschau
 
‘Promontoire’ est un recueil de douze pieces brèves, tendues, claires, accessibles à toute oreille […] un recueil exceptionnel où l’expérience se fond en jouissance.
Francis Marmande, Le Monde
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Les clairs-obscurs pointillistes de Benjamin Moussay recèlent une intense émotion […] Moussay astreint son clavier à un discours de plus rigoureux et d’une puissance émotionnelle qui se rencontre rarement. Un tel créateur avait donc toute sa place dans une maison comme ECM et, pour bien fêter cette arrivée, on ne pouvait espèrer mieux qu’un album en solitaire. Les douze compositions ici présentées soint toutes marquées de la même énigme: rien n’y paraît d’une complexitée délibérée, d’une tapageuse originalité, mais la clarté même des lignes mélodiques conserve une forme d’opacité en arrière-plan, comme un soufflé d’air pressenti derrière un luxueux drapé. Il serait tentant de relier cette esthétique à l’impressionnisme francais et à Erik Satie. On préférera ne renvoyer qu’à Benjamin Moussay, compositeur indispensable don’t on rêve qui’il soit un jour aussi reconnu que ces illustres aînés.
Louis-Julien Nicolaou, Télérama
 
Moussay lebt auf diesem Album seine lyrische Seite aus. Die zwölf zum Teil kurzen musikalisch fließenden Studien sind das Ergebnis von zurückhaltenden kompositorischen Skizzen, die sich im Laufe der Zeit und in anhaltenden Prozessen der Selbstreflexion immer wieder verändert haben. Natürlich fließt in die Art des Improvisierens Moussays Spiel in der Band des Klarinettisten Louis Sclavis, dieser ‘zentralen Lichtgestalt der zeitgenössischen französischen Musikszene’, mit ein. Sclavis hat ihn gelehrt: Alles ist möglich, nur muss es aus dem Herzen kommen. Für Moussay kein Problem. Man spürt in seiner Art des Musizierens eine große Erfahrung, eine dunkle Tiefe, eine spielerische Intensität. Manche seiner interpretierten Stücke klingen wie sparsam hingetupfte Kommunikationsrituale aus der pianistischen Welt. Asketisch, melancholisch, aber entschlossen. Diese Form der wie beiläufigen Innigkeit ist zutiefst sinnlich und Benjamin Moussay solistisch die Entdeckung der Saison.
Jörg Konrad, Kultkomplott
 
Ein Album mit im romantischen Sinn tief empfundener Klaviermusik ganz ohne ‘schneller-höher-stärker’-Mentalität.
Martin Schuster, Concerto
 
Allen Stücken gemeinsam sind Töne, die wie eine suggestive Lichterkette den Improvisationen ihre Strahlkraft geben. Benjamin Moussays zuvor in Solokonzerten erprobte Arbeitsweise führte nach seiner Einschätzung dazu, dass ‘die Kompositonen immer mehr reduziert wurden, oft nur auf die wesentlichen Elemente einer Melodie und einige wenige Akkorde.’  Das imponierende Resultat erinnert an einen Ausspruch des Komponisten Robert Schumann: ‘Die Einsamkeit ist der vertraute Umgang mit sich selbst.’
Gerd Filtgen, Image Hifi
 
Irrésistible. Premier disque en solo d’un familier des équipées jazz avec Louis Sclavis, Michel Portal ou Éric Échampard. Quand Benjamin Moussay gravit les escaliers harmoniques de son ‘Promontoire’, c’est un peu comme si nous l’accompagnions des fontaines de Cologne, référence oblige à Keith Jarrett, jusqu’ aux ‘Reflets dans l’eau’ de Debussy […] On laissera les spécialistes dèbattre de la question du jazz et du swing pour simplement s’abandonner à la musique.
L.L., Valeurs actuelles
 
Moussays Stücke sind von intensiven emotionalen Farben und zugleich von einer girlandenfreien Verknappung geprägt, jedes Stück von Reduktion und einem lyrischen Formgefühl, das die Landschaftsmalerei in dieser Musik einhegt. Komponiertes Material und improvisierte Passagen gehen so organisch ineinander über, dass sich jegliche kategorische Unterscheidung zwischen beiden Modi der Musik-Entstehung erübrigt.
Hans-Jürgen Linke, Jazzthetik (Five out of five stars)
 
Moussay’s playing is both delicate and imaginative. The pieces recorded here offer an insight into his reflective style, with structured, melodic moments blurring into spontaneous improvisation. The pianist has that rare gift of time and space within his music. As a listener, I can feel these moments unfold and sense the preciousness of each note being played. […] All in all, a consummate performance from Moussay across the twelve tracks recorded here. An excellent introduction to the man and his music, with much promise for the future.
Mike Gates, UK Vibe
 
Simples, claires, sans artifice, empreintes d’une étonnante puretée comme l’eau d’une source. La musique d’un solitaire qui ose dévoiler sa sensibilité. […] D’ où cette impression de limpidité avec, en arrière-fond, cette questtion: où est-on? Le pianiste serait donc un prestidigitateur du cœur pour nous emmener ailleurs. Il n’adopte aucune posture, nous replace dans le temps malgré notre besoin d’immédiateté accentué par les nouvelles technologies. On est dans un univers riche et ouvert. D’où, sans doute, cette impresson de liberté, de plein air, quand on l’écoute.
Francois Delétraz, Le Figaro Magazine
 
Ces 12 pièces au toucher subtil s’installent dans un temps de la decompression, comme une respiration venue du ventre, une sérénité, des climats à la Satie malgré tout perturbés par quelques inquiétudes à la Bernard Herrmann dans un film de Hitchcock. Et puis, soudain, ça accélère…’Vertigo!’
L.P., Journal du Dimanche
 
Der 47-jährige Franzose hat zwölf auf angenehme Weise unprätentiöse, introspektive, melodisch und harmonisch leicht ins Ohr gehende Miniaturen erschaffen, die durchaus das Potential haben, einzeln für sich zu stehen, aber zusammen gehört ein in sich sehr stimmig wirkendes musikalisches Konglomerat ergeben. Der im Elsass aufgewachsene und in Paris lebende, klassisch ausgebildete Moussay ist einst zwar über ein Soloalbum von Thelonious Monk zum Jazz gekommen, hier wählt er aber über weite Strecken einen lyrischen Ansatz, der ihn in die Nähe der Spätromantiker, manchmal auch in Richtung Bartók oder eines ironiefreien Satie rückt. […] Manchmal braucht Benjamin Moussay nicht einmal zwei Minuten, etwa bei ‘Sotto voce’, um eine perfekt schöne, kleine Klangwelt zu kreieren, in der man sich gerne ohne Ende verlieren möchte. Oder im noch kürzeren ‘Chasseur de Plumes’, um der lebhaften Verspieltheit einer jungen Katze musikalisch Ausdruck zu verleihen. In ihrer geschickten Reduziertheit, Geschmacksicherheit und sympathischen Unaufdringlichkeit ist ‘Promontoire’ ein ganz spezielles Meisterwerk, das man gerne auf Dauerrotation stellt.  
Peter Füssl, Kultur
 
Ein Soloalbum, das selbst in dem mit pianistischen Großtaten reich gesegneten ECM-Katalog als kostbarer Solitär funkelt. […] Das sanfte, nie geschwätzige, aber stets harmonisch attraktive Parlando traumverlorener Melodien wird in den tieferen Lagen meist diskret grundiert und führt zu filigranen Klanggespinsten von romantisch schwebender Duftigkeit. Nur selten akzentuiert Moussay den heiter-gelassenen Spielfluss, der etwa bei ‘Horses’ einen tänzerischen Charme versprüht, mit härterem Anschlag oder brodelndem Bass zu flirrender Stimmführung (‘Don’t Look Down’), was den Reiz seiner Preziosen wirkungsvoll steigert. Ein überwältigendes Pianoerlebnis par excellence.
Sven Thielmann, Stereo
 
Das Solo-Klavier – um das  nochmal kurz klarzustellen – ist natürlich noch immer nicht auserzählt. Zumindest nicht im Jazz.  Es lebt von den Persönlichkeiten, von den improvisatorischen Fähigkeiten und von der emotionalen Tiefe. Dennoch ist es – gefühlt – eine immer größere Herausforderung, sich nicht in ausgetretenen Pfaden zu bewegen. Der Vergleich mit Keith Jarrett z.B. lauert an jeder Ecke. Benjamin Moussay findet seinen eigenen Weg vor allem über die klaren, starken und charaktervollen Melodien. […] Das Album ‘Promontoire’ ist angelegt als ein 12-teiliges Selbstportrait. Eine träumerische Reise durch die Vielfalt des Solo-Klaviers, eine Reflexion über das eigene Leben. Moussay macht Station in Regionen, die ihm viel bedeuten. In den Vogesen, in den Pyrenäen zum Beispiel. Der passionierte Wanderer und Skifahrer hat einige Stationen seines Lebens in wunderschöne Miniaturen verpackt. Was sich wie ein roter Faden durch die 12 Eigenkompositionen zieht, ist die Reduktion. Diese Reduktion manifestiert sich bei Moussay am stärksten im Titelstück. ‘Promontoire’ ist benannt nach einem kleinen Felsen in den bereits erwähnten Vogesen. Dieses Titelstück bestand zunächst aus vier Teilen mit verschiedenen Themen, bis es Moussay immer weiter zerlegt und ausgedünnt hat. Wie kann ich das, was ich zu sagen habe, möglichst klar und zum Ausdruck bringen? Dieser Ansatz steckt dahinter und charakterisiert sehr gut Moussays Herangehensweise an dieses bemerkenswerte und zugleich wunderschöne Album.
Matthias Wegner, Deutschlandfunk Kultur
 
Cette fois, à 47 ans, son nom orne seul la pochette de ce ‘Promontoire’ qui parait sur le prestigieux ECM, maison peu avare en disques de piano solo. Un contrexte qui amplifie la profondeur du jeu de Moussay et cette fameuse vigueur narrative donc. ‘En piano solo, je connais le point de depart et la destination. Le mystère reside dans l’ètonnant voyage’. Tout est dit pour èvoquer les douze themes limpides d’un disque qui se visualize à chaque instant, guère surprenant pour un musician travaillant à l’occasion pour le cinemaet le théâtre. La force de ‘Promontoire’ est surtout d’eclipser se que l’ont sent être ses multiples influences (Erik Satie, Paul Bley, Lennie Tristano) pour ne brandir que l’essence de ses compositions et leur lyrisme captivant.
Marc Zisman, Jazz News
 
Moussay présente douze morceaux superbes. Issus d’un  souvenir, d’un visage (comme celui de sa fille, Théa), d’un film […] La musique de Moussay fait du bien. Elle est tantôt romantique sinon nostalgique et déchirante comme celle de Schubert. Et tantôt virevoltante avec l’ironie d’un Satie. Moussay vient du classique, cela s’entend, et c’est l’écoute d’un album solo de Monk qui l’emporte sur le versant jazz de la musique, et cela s’entend aussi.
Jean-Claude Vantroyen, Le Soir
EN / DE
After three ECM albums with Louis Sclavis’s groups – Sources (recorded 2011), Salt and Silk Melodies (2014) and Characters on a Wall (2018) – each of them drawing upon his improvisational resourcefulness, French pianist Benjamin Moussay was invited to make a solo recording. A fresh addition to ECM’s line of distinguished solo piano albums, Promontoire is also effectively a self-portrait of its maker, touching upon many aspects of Moussay’s life and interests across the arts.
 
Promontoire finds its shape through careful preparation and spontaneous risk-taking. Benjamin calls it “a solitary dance with the flow of inner rhythm”, one that deploys and abandons the compositional process along the way: “Written pretexts are infinitely altered according to the moment. Playing solo piano, I know the starting point and the destination. Mystery lies in the surprises of the journey.”
 
 Although it was the solo piano recordings of Thelonious Monk that first fired Benjamin Moussay’s imagination, instilling a love of jazz subsequently nurtured in parallel with classical studies, it is only in recent years that he has embraced the solo format himself. “I was working a lot with my trio, playing as a sideman with many bands, but the idea of solo music kept calling to me. It seemed to me like quite a step to take, because there is so much history around solo piano. But, finally, I decided to do it. My first solo concerts were almost like classical recitals with very much written material, but the more I played solo the more I wanted to let go and improvise. The compositions became more and more reduced, often to just the essential elements of a melody and a few chords.” Going further, a number of the pieces on Promontoire are total improvisations, although Moussay’s structural instincts blur distinctions between the written and the discovered-in-the-moment; the album feels like a story unfolding in twelve chapters, twelve reflections.
 
It opens with “127”, inspired by Danny Boyle’s biographical survival film about climber Aron Ralston, 127 Hours. “I saw the film, was very impressed by it, and the melody came to me,” recalls Moussay, who is himself a committed climber and Alpinist. Rugged landscapes and mountains are evoked or alluded to also in title track “Promontoire”, “Monte Perdido”, and “Don’t Look Down”.
 
“Promontoire” is named for “a place in the Vosges mountains that is very important to me, a small rocky peak above a lake. The composition has changed a lot since I wrote it. It was originally in four parts, with an introduction and two other themes. Now it’s much sparser.”
 
“Monte Perdido”, completely improvised, references the “lost mountain” of the Spanish side of the Pyrennees. “Remote and difficult to reach”, Moussay summarizes.
 
The pianist likens “Don’t Look Down” to scaling a steep rock face: “It’s a little scary technically.” The idea for the piece, with its very fast activity in the right hand, emerged during a Louis Sclavis soundcheck. “In concert, this piece gets expanded a lot, but I like the concentrated version we have on the album.”
 
Moussay has on several occasions been commissioned to write new music to accompany old silent films and three of the pieces on Promontoire have their origins in such work. Though each has gone through several transformations, “Theme for Nana”, “Horses” and “The Fallen” were all written to accompany scenes from Jean Renoir’s classic 1926 film Nana, based upon Émile Zola’s novel of the same name. “‘Theme for Nana’ describes the central figure, of course. I think of the piece as a bit ‘Sclavisian’ in a way, every curve of the melody suggesting a different atmosphere, colour or emotion.”
 
“Horses” interprets the famous racecourse sequence in Renoir’s film, with rhythmic figures suggestive of the elegant motion of hooves. And “The Fallen” initially a character sketch of Count Muffat in the film and novel, dragged down by his love for Nana, has come to acquire a broader significance: “It’s for all those guys who try to go up only to go down – whether in the mountains or in life. It’s kind of a blues!”
 
“Villefranque” is named for the commune in the Hautes-Pyrénées where the piece was born. “Improvisation is often the starting point for my pieces which I subsequently develop by selecting elements and working on them. But in this case – I was recording myself on the piano at a friend’s house – the music arrived complete. I transcribed the improvisation and that became the piece.”
 
“Sotto voce”, in contrast, reveals Moussay’s “Chopin romantic side. I like it to be played really softly and simply. It’s like a small picture of something.”
 
The sprightly “Chasseur de plumes” is dedicated to the memory of a young cat who loved to chase birds, while “L’oiseau d’or” refers to the Golden Bird of the Grimm fairy tales. Finally, there is “Théa”, a musical portrait of Benjamin’s young daughter. “This is also a total improvisation and was actually the first solo piece I recorded in La Buissonne. I like to think it conveys some of Théa’s dancing energy, smiling around…”
 
The album was recorded and produced by Manfred Eicher at Studios La Buissonne in January 2019.
 
*
 
Benjamin Moussay studied classical piano at the Strasbourg Conservatory, before turning to jazz composition and arrangement at the Paris Conservatory, where his teachers included François Jeanneau and Jean-François Jenny-Clark. In 1998 he won the Martial Solal International Jazz Piano Competition and has gone on to become a key figure in the French and international jazz scene, working with Louis Sclavis, Glenn Ferris, Marc Ducret, Archie Shepp, Tony Malaby, Vincent Courtois, Daniel Humair and many others, and leading his own groups, including his long-running trio with drummer Eric Echampard and bassist Arnault Cuisinier. Promontoire is his first solo piano album.
Nach drei ECM-Alben mit den Gruppen von Louis Sclavis – Sources (2012), Salt and Silk Melodies (2014) und Characters on a Wall (2019) -, die er alle mit seinem improvisatorischen Können bereicherte, wurde der französische Pianist Benjamin Moussay nun eingeladen, eine Soloaufnahme zu machen. Promontoire ist eine weitere Ergänzung in der Reihe der herausragenden Solo-Klavieralben bei ECM. Es ist auch gewissermaßen ein Selbstporträt des Musikers und berührt viele Aspekte von Moussays Leben und Interessen in unterschiedlichen Bereichen der Kunst.
 
Die Musik auf Promontoire bewegt sich auf dem Grat zwischen sorgfältiger Vorbereitung und spontaner Risikobereitschaft. Benjamin spricht von "einem einsamen Tanz mit dem Fluss des inneren Rhythmus", der den kompositorischen Prozess entfalte: "Ausgeschriebene Vorgaben werden je nach dem Moment unendlich verändert. Als Solopianist kenne ich den Ausgangspunkt und das Ziel. Das Geheimnis liegt in den Überraschungen der Reise."
 
Obwohl es die Solo-Klavieraufnahmen von Thelonious Monk waren, die zunächst Benjamin Moussays  Interesse am  Jazz weckten, den er später parallel zu den klassischen Studien erlernte , hat er sich erst in den letzten Jahren selbst dem Solo-Format zugewandt. "Ich habe viel mit meinem Trio gearbeitet und als Sideman in vielen Bands gespielt, aber die Idee der Solomusik trieb mich immer wieder um. Es schien mir ein ziemlich großer Schritt zu sein, denn es gibt so viel Geschichte rund um das Soloklavier. Aber schließlich beschloss ich, es zu wagen. Meine ersten Solokonzerte waren fast wie klassische Vorträge mit sehr viel geschriebenem Material, aber je mehr ich alleine spielte, desto mehr wollte ich loslassen und improvisieren. Die Kompositionen wurden immer mehr reduziert, oft nur auf die wesentlichen Elemente einer Melodie und einige wenige Akkorde". Darüber hinaus sind einige der Stücke auf Promontoire reine Improvisationen, obwohl Moussays Gefühl für Struktur die Grenzen zwischen dem Geschriebenen und dem im Moment Entdeckten verwischt; das Album erscheint
wie eine Geschichte, die sich in zwölf Kapiteln, zwölf Reflexionen entfaltet.
 
Es beginnt mit "127", inspiriert von Danny Boyles biografischem Survival-Film über den Bergsteiger Aron Ralston, ‘127 Hours’. "Ich habe den Film gesehen, war sehr beeindruckt von ihm, und die Melodie flog mir zu", erinnert sich Moussay, der selbst ein begeisterter Bergsteiger und Alpinist ist. Schroffe Landschaften und Berge werden auch im Titelsong "Promontoire", in "Monte Perdido" und "Don’t Look Down" evoziert.
 
Das Stück "Promontoire" ist benannt nach "einem für mich sehr wichtigen Ort in den Vogesen, einem kleinen Felsgipfel über einem See. Die Komposition hat sich seit ihrer Entstehung stark verändert. Ursprünglich bestand sie aus vier Teilen, mit einer Einleitung und zwei weiteren Themen. Jetzt ist sie viel knapper."
 
Das komplett improvisierte "Monte Perdido" bezieht sich auf den "verlorenen Berg" auf der spanischen Seite der Pyrenäen. "Abgelegen und schwer zu erreichen", fasst Moussay zusammen.
 
Der Pianist vergleicht "Don’t Look Down", mit dem Gefühl, eine steile Felswand zu erklimmen: "Technisch gesehen ist es ein wenig beängstigend." Die Idee für das Stück mit seiner schnellen Bewegung in der rechten Hand entstand während eines Soundchecks mit Louis Sclavis. "Im Konzert wird dieses Stück sehr erweitert, aber mir gefällt die konzentrierte Version, die wir auf dem Album haben.”
 
Moussay wurde verschiedentlich beauftragt, neue Musik zu alten Stummfilmen zu schreiben, und drei der Stücke auf Promontoire haben ihren Ursprung in solchen Werken. Obwohl jedes Stück mehrere Transformationen durchlaufen hat, wurden "Theme for Nana", "Horses" und "The Fallen" alle geschrieben, um Szenen aus Jean Renoirs Filmklassiker "Nana" von 1926 zu begleiten, der auf dem gleichnamigen Roman von Émile Zola basiert. "’Thema für Nana’ beschreibt natürlich die zentrale Figur. Ich finde, dass das Stück in gewisser Weise an ein Sclavis-Thema erinnert, weil jede Kurve der Melodie eine andere Atmosphäre, Farbe oder Emotion suggeriert".
 
 
"Horses" interpretiert die berühmte Rennbahn-Sequenz in Renoirs Film, mit rhythmischen Figuren, die an die elegante Bewegung der Hufe erinnern. Und "The Fallen", ursprünglich eine Charakterskizze des Grafen Muffat in Film und Roman, der von seiner Liebe zu Nana mitgerissen wird, hat eine breitere Bedeutung erlangt: "Es ist für all die Typen, die versuchen, nach oben zu gehen, nur um wieder herunterzukommen – ob in den Bergen oder im Leben. Es ist eine Art von Blues!"
 
 
"Villefranque" ist nach der Gemeinde in den Hautes-Pyrénées benannt, in der das Stück entstand. "Die Improvisation ist oft der Ausgangspunkt für meine Stücke, die ich dann weiterentwickle, indem ich bestimmte Elemente auswähle und an ihnen arbeite. Aber in diesem Fall – ich habe mich selbst am Klavier im Haus eines Freundes aufgenommen – kam die Musik vollständig an. Ich transkribierte die Improvisation und das wurde das Stück."
 
"Sotto voce" hingegen offenbart Moussays "Chopin-haft romantische Seite". Ich mag es, wenn es ganz sanft und einfach gespielt wird. Es ist wie ein kleines Bild von etwas."
 
 
Das lebhafte "Chasseur de plumes" ist der Erinnerung an eine junge Katze gewidmet, die es liebte, Vögel zu jagen, während "L’oiseau d’or" auf den Goldenen Vogel der Grimm-Märchen verweist. Schließlich gibt es mit "Théa" ein musikalisches Porträt von Benjamins kleiner Tochter. "Auch dies ist eine reine Improvisation und war eigentlich das erste Solostück, das ich in La Buissonne aufgenommen habe. Ich denke, es vermittelt etwas von der tanzenden Energie von Théa, wie sie lächelnd umhergeht…"
 
 
 
Das Album wurde im Januar 2019 von Manfred Eicher in den Studios La Buissonne aufgenommen und produziert.
 
*
 
Benjamin Moussay studierte klassisches Klavier am Straßburger Konservatorium, bevor er sich am Pariser Konservatorium, wo François Jeanneau und Jean-François Jenny-Clark zu seinen Lehrern zählten, der Jazzkomposition und Arrangement zuwandte. 1998 gewann er die Martial Solal International Jazz Piano Competition und wurde rasch zu einer Schlüsselfigur in der französischen und internationalen Jazzszene. Er arbeitete unter anderem mit Louis Sclavis, Glenn Ferris, Marc Ducret, Archie Shepp, Tony Malaby, Vincent Courtois, Daniel Humair und vielen anderen zusammen und leitete seine eigenen Gruppen, darunter sein langjähriges Trio mit dem Schlagzeuger Eric Echampard und dem Bassisten Arnault Cuisinier. Promontoire ist sein erstes Soloklavier-Album.
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