Thunder

Stephan Micus

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Stephan Micus is a unique musician and composer. He collects and studies instruments from all around the world and creates his own musical journeys with them. This is his 25th solo album for ECM and its sound is dominated by the four-metre long Tibetan dung chen trumpet, an instrument he has recently learned and is using for the first time. It was the thunderous sound of this instrument that led to the album’s name and its nine tracks celebrating deities around the world. “I dedicate this music to the big family of thundergods around the world, humbly hoping that – when they hear it – their destructive powers will be somehow pacified,” he says. It features instruments – all played by Stephan Micus – from Tibet, India, Burma, Borneo, Siberia, Japan, South America, Gambia, Namibia, Sweden and Bavaria.The album will be released to coincicde with Stephan’s 70th birthday January 19.
Stephan Micus ist ein einzigartiger Musiker und Komponist. Er sammelt und studiert Instrumente aus der ganzen Welt und kreiert mit ihnen seine eigenen musikalischen Reisen. Hier liegt nun sein 25. Soloalbum für ECM vor, dessen Klang von der vier Meter langen tibetischen Dung-Chen-Trompete dominiert wird – einem Instrument, das Micus vor kurzem erlernt hat und zum ersten Mal einsetzt. Die donnernde Wirkung dieses Instruments führte zum Namen des Albums und zu den neun Titeln, in denen Gottheiten aus aller Welt gefeiert werden. "Ich widme diese Musik der großen Familie der Donnergötter auf der ganzen Welt, in der bescheidenen Hoffnung, dass ihre zerstörerischen Kräfte irgendwie besänftigt werden, wenn sie sie hören", sagt er. Auf dem Album sind Instrumente aus Tibet, Indien, Burma, Borneo, Sibirien, Japan, Südamerika, Gambia, Namibia, Schweden und Bayern zu hören, die alle von Stephan Micus gespielt werden, dessen 70. Geburtstag am 19. Januar mit dieser Veröffentlichung zusammentrifft.
Featured Artists Recorded

2020-2022, MCM Studios

Original Release Date

20.01.2023

  • 1A Song For Thor
    (Stephan Micus)
    06:46
  • 2A Song For Raijin
    (Stephan Micus)
    04:27
  • 3A Song For Armazi
    (Stephan Micus)
    07:32
  • 4A Song For Shango
    (Stephan Micus)
    05:01
  • 5A Song For Vajrapani
    (Stephan Micus)
    06:55
  • 6A Song For Leigong
    (Stephan Micus)
    06:34
  • 7A Song For Zeus
    (Stephan Micus)
    03:52
  • 8A Song For Ihskur
    (Stephan Micus)
    05:19
  • 9A Song For Perun
    (Stephan Micus)
    05:14
‘Thunder’, the most recent release from multi-instrumentalist and world music practitioner Stephan Micus, is far from roaring despite paying tribute to several thunder gods around the world. It’s a rather sharply plotted musical excursion that keeps reimagining the limits of improvised world sounds. Micus, an eternal traveler with a long-legged career nearly exclusively made on ECM Records, plays 14 instruments here, and forges homogeneous stylistic paths in innovative ways over the course of nine tracks.
Filipe Freitas, Jazz Trail
 
Cette musique explore des paysages sonores d’ailleurs, avec la profondeur des basses, le cristal des clochettes, l’élégance des cordes frottées, le mugissment des cors droits, le rythme des peaux frappées.
Jean-Claude Vantroyen, Le Soir
 
Die Instrumente stehen sich nicht im Weg, gehen aufeinander ein und füllen sich gegenseitig auf. Ihr Mix ist fern von Konfrontation angelegt, vielmehr erfüllt von Respekt und Zuneigung, wobei die Dung Chen ein verwirrendes, spannungsreiches Element hineinbringt, eine Gewaltigkeit, die Micus zu zeigen bislang eher gemieden hat. Dies ist keine Entspannungsmusik – und sie ist es doch. Es ist eine einfach, fast schmerzhaft einfach gestaltete und gerade dadurch und so inmitten des Lärms der Welt fordernde Musik; mit nie bis ins Letzte ausformulierten Melodien, nie auch mit dem Wunsch, alles formvollendet auszuerzählen. Diese Musik animiert ganz unpenetrant, sich ohne Eile der Schönheit rundum zu öffnen und sich selbst auf den Grund zu gehen.
Susanne Müller, Jazzpodium
 
Micus è sempre stato un musicista vero, cioè un artista che crea melodie – inusuali, questo sì – e strutture armoniche insolite. La contrazione spazio-tempo si riduce ad un atomo originario, ad un momento potenziale e nulla di più. Allora, in questa nuova prospettiva atemporale, potremmo saper cogliere, citando Ouspensky, che a sua volta si rifà a Gurdjieff, degli autentici frammenti di un insegnamento sconosciuto, abbandonando il mondo dell’esplicito per approdare alle sponde dell’Essere, dove tutto nasce dal silenzio e lì ritorna. (…) Micus lavora sulle tradizioni culturali musicali preservando un suo personale candore, immergendovisi spirito e corpo ma non rinunciando mai alla propria creatività, al proprio essere musicista che assorbe attivamente lavorando sulle tradizioni stesse, anziché farsene passivamente compenetrare.
Riccardo Talamazzi, Offtopic Magazine
 
Stephan Micus schafft auch auf seinem neuesten, dem 25. Album seit 1977 für ECM, eine grundlegende Verbindung zwischen dem leidenschaftlich forschenden Klangethnologen und dem überzeugenden wie feinsinnigen Musiker. So ist auch ‘Thunder’ das Ergebnis von weiten Reisen in die entferntesten Gegenden unserer Welt, in denen ein völlig andersartiges Verhältnis zum jeweiligen Lebensraum und zur Schöpfung prinzipiell besteht. Hier bestimmen zum Großteil noch Respekt und Ehrfurcht vor der Natur den Alltag […] All diese Gedanken, Inspirationen und Instrumente, deren Herkunft zum Teil tausende Kilometer voneinander entfernt liegen, bringt Stephan Micus auf ‘Thunder’ miteinander in emotional pulsierende Kommunikation, schafft tief greifende Beziehungen untereinander, wo man sie gar nicht vermutet. Er beherrscht als Solokünstler die Kunst der Überleitung und straft mit seinem globalen, friedfertigen Einfühlungsvermögen alle jene Lügen, die meinen in voneinander abgegrenzten Wertesystemen leben und denken zu müssen. Bei ihm ist dieses Weltverständnis keine Illusion, sondern gelebte, musizierte Realität.
Jörg Konrad, Kultkomplott
 
Sein meditativer Trip wirkt nicht nur auf Anhieb äußerst therapeutisch wie eine Art Stress-Swiffer, der alle Unruhe aus dem Körper zieht, sondern Micus’ behutsame Arrangements verraten auch unglaublichen Tiefgang sowie eine intensive Beschäftigung mit der Materie. Nicht zuletzt sind sie berauschend schön.
Wolf Kampmann, Eclipsed
 
Jedes Stück bietet faszinierende Details. Es ist eine Entdeckungsreise, und beim Hören weitet sich der Blick in entlegene Fernen. Diese wundervolle Musik wirkt nicht nur wie aus der Zeit gefallen, sie hat auch etwas Grenzenloses, Uferloses, eine mystische, kosmische Dimension, falls das All der Raum ist, in dem die Götter unserer Fantasien mit den Welten spielen.
Jens-Uwe Sommerschuh, Sächsische Zeitung
 
Introdotto dal vigile suono di un tamburo, il 25 album del grande esploratore tedesco ripercorre il nostro genoma, in un viaggio che dura da sempre, dalla memoria del tempo dell’Uomo e al quale Micus ci ha abituati dal suo esordio. […] Un capolavoro? Si: il solito.
Massimo Marchini, Rockerilla
 
A booming tribute to thunder gods from around the world. […] As a natural force, thunder is so dramatic it’s not surprising that cultures everywhere have created deities because of our inability to control it and our desire to placate it. The music Micus has devised is newly composed and sometimes seems like an offering, sometimes a celebration. ‘A Song for Perun’, the closing track for the Slavic thunder god, marks the final return of the Tibetan trumpets, starting quietly but arcing into glorious fanfares pushing the instrument to crazy extremes like a golden light in the sky after the storm has passed.
Simon Broughton, Songlines
 
Er ist ein unglaubliches Phänomen. Ein Magier der Weltmusik. Seit nahezu vierzig Jahren präsentiert Stephan Micus alle zwei Jahre ein neues Album, und seine Kreativität scheint keine Grenzen zu kennen. Auch auf seinem 25. Soloalbum glänzt der Siebzigjährige erneut mit atemberaubenden Kompositionen und einer Vielfalt an überraschenden, nie gehörten Klängen – und alles nur von ihm selbst eingespielt. Thema des neuen Albums ist der Donner, das mächtige, unkontrollierbare Naturphänomen, das überall auf der Welt zur Erschaffung von Göttern führte, um sie zu besänftigen. […] Zudem setzt Micus auch wieder auf seinen im Alleingang erzeugten mehrstimmigen Chor, der an Klostergesänge erinnert. Seine musikalische Reise hinterlässt einen sprachlos. Man kann gar nicht anders, als still zu werden und andächtig den meditativen Klängen zu lauschen. Beim Hören stellt sich das Gefühl ein, dem Naturphänomen Donner noch nie so nah gewesen zu sein – und man möchte diese Kraft einfach nur umarmen.
Erik Prochnow, Folker
 
A work of epiphany inducing insight and swirling epic power. Fascinating stuff.
Jane Cornwell, Jazzwise
 
On this album, pride of place is taken by the dung chen – a 4-metre long trumpet used in Tibet which produces a resonant bass tone in traditional ceremonial music. Indeed, a problem he had was to find someone willing to share the secret of playing this instrument as he is likely the first non-Tibetan to record himself playing it. On this set, it provides rich and thunderous foundation to several of the tunes. Each tune is dedicated to a god of thunder from Tibet, India, Burma, Borneo, Siberia, Japan, South America, Gambia, Namibia, Sweden or Bavaria. […] As with every Micus recording, the stories through which he acquired and learned to play each instrument, together with musical contexts and the instruments are the starting point for his fertile imagination and experimentation in mixing and matching sounds and textures.
Chris Baber, Jazz Views
 
The opening cut, ‘A Song for Thor’, truly does evoke the thunderous power of a Norse god. As the album proceeds, it is fascinating to hear the sounds of the instruments – all played by Micus, through the miracle of overdubbing – instruments from Tibet, India, Burma, Borneo, Siberia, Japan, South America, Gambia, Namibia, Sweden, and Bavaria. […] ‘Thunder’ delivers the goods, sounding like powerful chamber music with a world music twist. Engineered to ECM’s usual high standard, it’s quite an impressive show as well.
Karl W. Nehring, Classical Candor
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Stephan Micus’ new album is a tribute and offering to thunder gods around the world. As a natural phenomenon so dramatic and alarming, it’s clear that cultures everywhere would create their gods to placate lightening and thunder.
 
However Micus’ original inspiration wasn’t the thunder gods, but an instrument. Since 1973 he’s been travelling extensively in the Himalayas, from the Hindu Kush, Ladakh and Zanskar in the west to Eastern Nepal and Sikkim in the east. “The great attraction first of all was the mountains and the dramatic landscapes, but a highlight always was spending time in the Tibetan monasteries. Whenever I could I would listen to the ritual and ceremonial music. Music that seems timeless – both ancient and modern – at the same time.”
 
The most striking instruments in these Tibetan monastic ceremonies are the long dung chen trumpets, growling as a deep fundamental tone behind the most significant and profound ceremonies. This ritual trumpet is the inspiration behind Stephan’s 25th solo album for ECM, a compelling statement about our reaction to the power of nature, our inability to control it and desire to placate it.
 
Stephan Micus has travelled the world studying and collecting instruments and playing them in his own compositions.  When he wanted to learn the Tibetan dung chen trumpet, it proved surprisingly difficult. He finally found a monastery in Bodnath, a Buddhist centre in Kathmandu, Nepal where the monks agreed to teach him. “They said that it is usually only taught to monks and that I am possibly the first non-Tibetan to learn and play it.”
 
The dung chen tracks are the most dramatic on the album and form the opening, centre, and closing, like a repeated pattern in a mandala.  The central track is dedicated to the Tibetan Buddhist thunder god Vajrapani – usually depicted in images or statues with the the ‘vajra’ (lightning bolt} in his right hand. “I wanted to combine the dung chen with the nohkan – both instruments played in orchestras far from the Western understanding of music and both influenced by Buddhism.” The nohkan is the flute used in Japanese noh theatre. Although gyaling shawms are part of Tibetan Buddhist rituals ensembles, it seems surprising that flutes are not used.
 
In Tibetan music, the dung chen only plays a couple of low drone notes, but on this album Stephan makes it do agile horn calls. And he combines it with a Siberian instrument, the ki un ki, a two metre long stalk through which the player inhales, rather than blows. Closely miked, this sounds remarkably trumpet like. It’s amazing how these two contrasting instruments sound so appropriate together.
 
Micus first saw the ki un ki in Munich when Siberian groups toured Europe in the 1980s. He wanted to buy the instrument, but the player couldn’t part with it till the tour was over. Afterwards, the Udegey (one of the many indigenous peoples of Siberia) left two instruments for Stephan in Berlin as a present. “The ki un ki is just a stalk growing in the forest. Once cut at the bottom, the instrument is ready to play. When my first composition with it was finished, I had a strong wish to visit the Udegey to see how they lived and especially to see the plant growing in the Siberian forest. But it was in the time of communism and I could not get a permit. Finally in 2014, I was able to visit the Udegey around 200 km east of Khabarovsk, almost near the Pacific, and thank them for their present.” The only other time Stephan has used the ki un ki is on his 1990 Darkness and Light album when one reviewer wrote: “it sounds as if Miles Davies has finally gone really mad”.
 
“All these instruments have their own stories – how I was able to find them or how they were able to find me”, says Micus. “It’s the personal stories of the instruments that help give me the energy to create music with them. If I could just buy these instruments online from Amazon, it would never be the same.” The Himalayan horse bells he is using come from an adventurous trek in Zanskar.
 
Another instrument Micus is using for the first time is the kaukas – a five string harp or lyre of the San people in Southern Africa, “it’s very aesthetically beautiful looking somehow like a sailing boat, one of the most archaic instruments on our planet. It took me a long time to find the kaukas as it is, like so many other instruments, disappearing and hardly being played any more. I finally found one in a San settlement in Nambia”. Its soft, metallic plucking joins the sapeh from Borneo and accompanies Stephan’s voice on A Song for Armazi and A Song for Ishkur (the thunder gods of Georgia and ancient Mesopotamia).
 
Nine thunder gods are praised with instruments from Tibet, India, Burma, Borneo, Siberia, Japan, South America, Gambia, Namibia, Sweden and Bavaria.
Stephan Micus’ neues Album ist eine Hommage an die Donnergötter der Welt. Weil es sich beim Donner um ein so dramatisches und beängstigendes Naturphänomen handelt, verwundert es nicht, dass Kulturen rund um den Globus sich Götter erschaffen haben, um Blitz und Donner zu besänftigen.
 
Micus’ ursprüngliche Inspiration waren jedoch nicht die Donnergötter, sondern ein Instrument. Seit 1973 hat er den Himalaya ausgiebig bereist, vom Hindukusch, Ladakh und Zanskar im Westen bis Nepal und Sikkim im Osten. "Die große Anziehungskraft lag für mich in erster Linie in den Bergen und den dramatischen Landschaften, aber ein Höhepunkt war immer der Aufenthalt in den tibetischen Klöstern. Wann immer ich konnte, verbrachte ich dort lange Zeit, um der rituellen und zeremoniellen Musik zuzuhören. Eine Musik, die zeitlos erscheint – uralt und modern zugleich."
 
Die auffälligsten Instrumente in diesen tibetischen Klosterzeremonien sind die langen Dung-Chen-Trompeten, die als tiefer Grundton hinter den bedeutendsten und tiefgründigsten Zeremonien erklingen. Diese rituelle Trompete ist die Inspiration für Stephans 25. Soloalbum für ECM, ein überzeugendes Statement zu unserem Verhältnis zu den Naturgewalten, unserer Unfähigkeit, sie zu kontrollieren und unseren Wunsch, sie zu besänftigen.
 
Stephan Micus hat die ganze Welt bereist, um Instrumente zu studieren, zu sammeln und sie in seinen eigenen Kompositionen zu spielen.  Als er die tibetische Dung-Chen-Trompete erlernen wollte, erwies es sich als überraschend schwierig einen Lehrer zu finden. Schließlich erklärten sich die Mönche in einem Kloster in Bodnath, einem buddhistischen Zentrum in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu, bereit, ihn zu unterrichten. "Sie sagten, dass der Umgang mit der Dung-Chen normalerweise nur Mönchen vorbehalten ist und dass ich möglicherweise der erste Nicht-Tibeter bin, der sie lernt und spielt.“
 
Die Dung Chen-Tracks sind die dramatischsten auf dem Album und bilden den Anfang, die Mitte und den Schluss, wie ein sich wiederholendes Muster in einem Mandala.  Das zentrale Stück ist dem tibetisch-buddhistischen Donnergott Vajrapani gewidmet, der normalerweise auf Bildern oder Statuen mit dem ‘Vajra’ (Blitz) in der rechten Hand dargestellt wird. "Ich wollte das Dung Chen mit der Nohkan kombinieren – beides Instrumente, die in Orchestern fernab des westlichen Musikverständnisses gespielt werden und beide vom Buddhismus beeinflusst sind." Die Nohkan ist die Flöte, die im japanischen Noh-Theater verwendet wird. Obwohl Gyaling-Schalmeien zu den Ensembles tibetisch-buddhistischer Rituale gehören, überrascht es, dass keine Flöten verwendet werden.
 
In der tibetischen Musik spielt das Dung Chen nur ein oder zwei tiefe Borduntöne, aber auf seinem Album lässt Stephan es flinke Hornrufe ausführen. Und er kombiniert es auch mit einem sibirischen Instrument, dem Ki un ki, einem zwei Meter langen Halm, durch den der Spieler nicht bläst, sondern inhaliert. Mit der entsprechenden Mikrofonierung klingt es bemerkenswert trompetenähnlich. Es ist erstaunlich, wie gut diese beiden gegensätzlichen Instrumente zusammenpassen.
 
Micus sah das Ki un ki zum ersten Mal in München, als sibirische Gruppen in den 1980er Jahren durch Europa tourten. Er wollte das Instrument kaufen, aber die Gruppe konnte sich nicht von ihm trennen, bevor die Tournee zu Ende war. Danach überließen die Udehen (eines der vielen indigenen Völker Sibiriens) Stephan in Berlin zwei Instrumente als Geschenk. "Das Ki un ki ist nur ein Halm, der im Taiga-Wald wächst. Wenn man ihn unten abschneidet, ist das Instrument spielbereit. Als damals meine erste Komposition damit fertig war, hatte ich den starken Wunsch, die Udehen zu besuchen, um zu sehen, wie sie lebten und vor allem, um die Pflanze im sibirischen Wald wachsen zu sehen. Aber das war zur Zeit des Kommunismus und ich bekam keine Einreisegenehmigung. Im Jahr 2014 konnte ich die Udehen schließlich rund 200 km östlich von Chabarowsk, fast in der Nähe des Pazifiks, besuchen und mich bei ihnen für das Geschenk bedanken." Das einzige andere Mal, dass Stephan das Ki un ki verwendet hat, ist auf seinem Album Darkness and Light von 1990 – ein Kritiker schrieb damals: "Es klingt, als ob Miles Davis endlich richtig verrückt geworden ist.“
 
"Alle diese Instrumente haben ihre eigene Geschichte – wie ich sie gefunden habe oder wie sie mich finden konnten", sagt Micus. "Diese persönlichen Geschichten der Instrumente helfen mir, die  Energie zu finden, mit ihnen Musik zu machen. Wenn ich diese Instrumente einfach online bei Amazon kaufen könnte, wäre es nicht dasselbe." Die Pferdeglocken aus dem Himalaya, die er verwendet, stammen von einer abenteuerlichen Wanderung in Zanskar.
 
Ein weiteres Instrument, das Micus zum ersten Mal verwendet, ist die Kaukas – eine fünfsaitige Harfe oder Leier des San-Volkes im südlichen Afrika: "Sie ist sehr ästhetisch und sieht irgendwie aus wie ein Segelboot, eines der archaischsten Instrumente auf unserem Planeten. Ich habe lange gebraucht, um die Kaukas zu finden, weil sie, wie so viele andere Instrumente, im Verschwinden begriffen ist und kaum noch gespielt wird. Schließlich fand ich eine in einer San-Siedlung in Namibia". Ihr weiches, metallisches Zupfen gesellt sich zur Sapeh aus Borneo und begleitet Stephans Stimme in „A Song for Armazi“ und „A Song for Ishkur“ (die Donnergötter Georgiens und des alten Mesopotamien).
 
Insgesamt wird auf dem Album neun Donnergötter mit Instrumenten aus Tibet, Indien, Burma, Borneo, Sibirien, Japan, Südamerika, Gambia, Namibia, Schweden und Bayern Tribut gezollt.
YEAR DATE VENUE LOCATION
2024 May 19 Look Into The Future Festival Burghausen-Raitenhaslach, Germany
2024 November 22 Ottobrunner Konzerte Ottobrunn, Germany