Tokyo Solo brilliantly captures piano genius Jarrett in his 150th concert in Japan in 2002. … This 110-minute performance finds him taking his extemporaneous art to a new level with a variety of spontaneous melodies that are both epic in length and yet vignette-sized. The cameras intimately reveal Jarrett’s facial expressions – grimaced anguish to transcendent wonder – and zoom in on the keyboard as his fingers pounce and tumble, probe and muse. Jarrett surprises himself, singing and sculpting, relaxing then jolting with incandescent flurries, playing elegantly then tumultuously and literally bursting into cheers of pianistic joy.
Dan Ouellette, Billboard
Auch wer die entsprechenden Radiance-Parts kennt, wird noch fasziniert beobachten, wie Jarrett seine Improvisationen dem Körper abringt – Bewegung, Atem, Mimik, Stimme. Statt in physischer Kraft liegt seine Energie heute in der Konzentration. In manchen Parts meint man das Funkeln und Strahlen, Funkensprühen und Irrlichtern zu hören, das Radiance den Titel gab. Und da sind natürlich Jarretts kantable, arien- oder folkartigen Stücke und das obligatorische Groove-Ostinato, das sich aus einem dunkeln Klangteppich formt, als „Rausschmeißer“.
Berthold Klostermann, Fono Forum
Jarrett-Auftritte sind auch ein visuelles Erlebnis. ... Seine Gestik und Mimik sprühen vor frischer Energie und hochkonzentrierter Dynamik. Da zwingt ihn schon mal eine Improvisation vom Stuhl, und er spielt stehend weiter. Ein besonderes Vergnügen ist es zu sehen, wie er am Ende von „Part 2d“ einen Akkord spielt, die Hand hebt für einen weiteren und sich dann entscheidet, es gut sein zu lassen. Die überaus sensible Kamera ist nah dran an der Musik im Moment ihrer Entstehung.
Ulrich Selich, Handelsblatt
Zwischen Himmel und Erde bewegt sich Jarrett ständig. Nicht nur musikalisch, sondern auch körperlich. Wenn es ihn plötzlich nicht mehr auf dem Klavierstuhl hält, weil er wieder auf eine Goldader in Form einer neo-barocken Aria gestoßen ist... So strategisch anonym die einzelnen Passagen bezeichnet sind, mit denen Jarrett seinen Solo-Klavierabend ... bestritt, so steht jede für einen Schöpfungsakt von Musik, die sich in den Zwischenwelten von Jazz und Klassik bewegt. Als Jarrett 2002 zu mehreren Klavierabenden in Japan auftrat, fand er somit wieder zurück in jenes musikalische Leben, aus dem er von einer langen Krankheit geworfen worden war. Doch den Instinkt für die Sogkräfte, für die sich auftürmenden Modulationsberge und die Ruhepausen, in denen ganz einfache Standards ausgekostet werden, hatte er bis dahin nie verloren. Im Gegenteil, wie der DVD-Mitschnitt dokumentiert.
Guido Fischer, Jazzthetik
In total free flight for the first two thirds of the concert he has lost nothing of his astonishing improvisational virtuosity. Considering just seven years ago he returned from the brink of total creative annihilation through illness to the heights represented here is more than testimony to the realisation that he is one of the most startling musicians in history, let alone jazz. The rippling cadenzas of his jazz/classical/free/folk mélange twist and morph as themes appear briefly only to be replaced, reshaped and recast moments later. The pacing is also judged to perfection, as tumultuous sequences are followed by soft melancholy ones, both hands dialoguing with dazzling harmonic grace and beauty. … This is an intense portrait of one of the most powerful musical forces of our time.
Mike Plynn, Jazzwise
Unvorhersehbar fließt da zusammen, was nicht zusammengehört und sich doch zu einem wundersam schlüssigen Musikkosmos fügt. Motive und Themen entstehen und vergehen, die Atmosphäre langsamer Sonatensätze von Beethoven romantisieren sich hinüber zu Melodiefloskeln wie aus dem Great American Songbook. Sangliche Atonalität setzt sich durch, der Impressionismus flirrt vorbei, barocke Geradlinigkeit bringt eine gewisse Strenge, im Punktualismus und in Sprungkaskaden feiert sich die Moderne des frühen zwanzigsten Jahrhunderts wie die Freiheit im Jazz der sechziger und späterer Jahre. ...
Selbstverständlich vermeidet die Bildregie jeglichen Schnickschnack. Statt dessen: ruhige Kamerafahrten, weit auseinander liegende Schnitte und eine karge Bühnenlandschaft.
Ulrich Olshausen, Frankfurter Allgemeine Zeitung
Director Kaname Kawachi has an almost clairvoyant sense of what is about to happen, and he deploys his seven-camera crew with amazing precision. The framing is consistently immaculate. The pans, tilts and zooms never fail to enhance the music, and the pacing is pitch perfect. As a result, Tokyo Solo is one of the most entrancing concert films to be released in many years.
DownBeat
Jarrett’s technical mastery is evident enough through audio; here the camera angles heighten the impact. There are moments of pantonal abstraction worthy of Stravinsky, but we’re also reminded of the pianist’s poignant lyricism – a melodic gift all the more remarkable for its spontaneity.
David R. Adler, Jazztimes