For such an unusual lineup, the bandleader gathers an eclectic batch of songs for them to perform. Hülsmann sets poems by Emily Dickinson (‘Sleep’), e.e. cummings (‘TicToc’), and Margaret Atwood (‘You Come Back’) to music, covers Ani Difranco (‘Up, Up, Up, Up, Up’) and Brazilian songwriter Zélía Fonseca (‘Coisário De Imagens’), and collaborates with her vocalists on their own pieces. The result is a set of classically-inclined art pop, with memorable melodies, a whimsical attitude, and chamber music atmosphere, though the leader’s solos are always pure jazz. ‘While I Was Away’ is an unexpected and delightful turn from an artist who’s always consistent in quality.
Michael Toland, The Big Take Over
In a significant departure from her previous ECM outings, pianist/composer Julia Hülsmann returns for her latest release with a ‘song-based’ Octet, featuring vocals and strings. A fascinating album, it certainly can’t be pigeon-holed into any specific genre, with it leaning more towards avant-garde pop than it does jazz. There are elements of chamber jazz, neo-classical, folk and art-pop influences throughout, making for a very interesting mix of styles. […] The string writing adds chamber-like elegance, the ensemble playing is consistently high-level, and Hülsmann’s compositional voice remains unshakable.
Mike Gates, UK Vibe
Das neue Album von Julia Hülsmann beginnt mit einem pulsierend-rauschendem Beat, darüber die Violine, die den Start in diese neue Klangwelt herausjauchzt. Man kann nicht anders, als dieser Musik zu folgen. Sie hat Sog, vor allem, wenn die angolanische Sängerin Aline Frazão in diesen fesselnden Reigen einstimmt. Auf dem Album ‘While I Was Away’ sind frische Eigenkompositionen von Julia Hülsmann, einige Fremdkompositionen, die Hülsmann geprägt haben. Oder Kompositionen der Pianistin, die einen Text bekommen haben, wie ‘Sleep’ mit Emily Dickinsons Gedicht ‘Sleep Is Supposed To Be’. Zu den spielfreudigen Instrumentalist:innen gesellen sich drei ausgesprochene Sänger-Charaktere, Michael Schiefel, Aline Frazão und Live Maria Roggen. Ihre Energie gibt den Songs Würze, Zerbrechlichkeit und große Ausdruckskraft. Trotz der Ensemblestärke geht die Freiheit für Improvisationen nicht verloren, sie sind luftig mit Essenz und enden dennoch nicht im experimentellen Chaos.
July Spyker, Westdeutscher Rundfunk
Ihre Affinität zur menschlichen Stimme und Gesang hat sich früh gezeigt, wie Kollaborationen mit Rebbeka Bakken, Anna Lauvergnac, Roger Cicero und Theo Bleckmann belegen. Und doch entfaltet sich mit dem Julia Hülsmann Octet nochmals eine ganz neue Facette der inzwischen 57-jährigen Pianistin und Komponistin. Erstens generiert sie in der Instrumentierung mit Eva Kruse (b) und Eva Klesse (dr) sowie mit Héloïse Lefebvre (viol) und Susanne Paul (vc) Schnittmengen aus den Strukturen des klassischen Piano-Trios und des Jazz-Klavier-Trios. Zudem hat sie mit der Norwegerin Live Maria Roggen, der Angolanerin Aline Frazão und dem Deutschen Michael Schiefel drei so unterschiedliche wie außergewöhnliche Stimmen versammelt. […] Nicht nur bei Roggens ‘Felicia’s Song’ liegt hier eine Ahnung von Carla Bleys Geniestreich-Debüt ‘Escalator Over The Hill’ in der Luft. Hülsmanns pianistische Lyrik ist dann oftmals nur noch das berühmte Sahnehäubchen obendrauf.
Harry Schmidt, Jazzthetik
Die drei Sänger und Sängerinnen prägen das Album mit klar unterscheidbaren, sich jedoch ergänzenden Persönlichkeiten. Live Maria Roggen bringt auf Stücken wie ‘Felicia’s Song’ und ‘Moonfish Dance’ eine nordische Erzähldichte ein, die von den elegant verwobenen Linien von Violine und Cello getragen wird. Besonders reizvoll ist der Brückenschlag zwischen Hülsmanns früherem Quartettsound und der neuen Oktettästhetik in ‘Walkside’. Michael Schiefel wiederum verleiht dem Album mit seiner intensiven, musiktheatralischen Präsenz eine zusätzliche dramatische Dimension – etwa in ‘You Come Back’ oder seiner eigenen Ballade ‘Iskele’, die in einer nächtlichen, traumhaften Atmosphäre endet. […] Selbst bei der Neuinterpretation von Ani DiFrancos ‘Up Up…’ bleibt die Musik stets im Fluss, indem Improvisationen zunächst behutsam aus der Songform herauswachsen und sich dann allmählich wieder in sie zurückziehen. Insgesamt überzeugt das Album durch sein fein austariertes Zusammenspiel, seine nachdenkliche Grundhaltung und die reife Selbstverständlichkeit, mit der Julia Hülsmann ihr stetig wachsendes Œuvre um eine weitere, sehr überzeugende Facette bereichert.
Sebastian Meißner, Sounds and Books
A bold move the octet maybe, but in an album that covers a wide stylistic base Hülsmann has executed a wholly satisfying shift in her music that coalesces with a sense of unity and purpose that leaves you wanting more.
Nick Lea, Jazz Views
Der Albumtitel deutet es in gewisser Weise bereits an, dass Julia Hülsmann einen Strang aufgreift, der lange Zeit liegen geblieben ist. Mit Textvertonungen wurde sie vor rund 25 Jahren international bekannt. Spielte sie diese damals mit ihrem Trio plus Sänger/-innen ein, so hat sie mit ihrem Oktett eine größere Farbpalette zur Hand. […] Versrhythmus und Silbenklang der Textvorlagen überträgt sie in Akkorde, Melodien und Rhythmen, Interpretation ist bei ihr Transformation des Wortsinns in den Klang von Musik. […] Dabei kommt ihr die dramatische Theatralik eines Michael Schiefel, das emotionale Verschleifen von Tonhöhen einer Aline Frazão oder die kristalline Tansparenz einer Live Maria Roggen zugute.
Martin Laurentius, Jazzthing
Julia Hülsmann komponiert für ihr Oktett, das seit über zehn Jahren besteht und nach vielen Konzerten ein ausgereiftes Album vorlegt, mit Feingefühl für die musikalischen Persönlichkeiten. Susanne Paul am Cello und HéloÏse Lefebvre an der Violine agieren als eigenständige Solistinnen, die drei Vokalist*innen Live Maria Roggen aus Norwegen, Aline Frazão aus Angola und Michael Schiefel aus Berlin bringen ganz unterschiedliche Kompositionen, Stimmen und Sprachen ein, und singen auch wunderbar im Chor.
Mauretta Heinzelmann, Norddeutscher Rundfunk
Il pianismo è asciutto, mai compiaciuto, eppure capace di una dolcezza che arriva senza bisogno di alzare la voce. Le melodie si muovono come linee sottili che si intrecciano e si sciolgono, mentre il quartetto che accompagna Hülsmann mantiene un equilibrio quasi telepatico. Non c’è nulla di superfluo, la musica procede per sottrazione, lasciando emergere un senso di vulnerabilità controllata.
Raffaello Carabini, Spettakolo
Jazz, Pop, Kammermusik und Poesie zu amalgamieren, kann ganz schön schiefgehen. Julia Hülsmann umschifft die Untiefen des Geschmäcklerischen und Prätentiösen souverän. Ihr Klaviertrio erweitert sie hier um Violine, Cello und drei Vokalistinnen (aus Deutschland, Angola und Norwegen); Gedichte von Emily Dickinson und E.E. Cummings werden ebenso gecovert wie ein Song der US-Anti-Folk-Chanteuse Ani DiFranco – und das mit Verve, Leichtigkeit und Eleganz.
Klaus Nüchtern, Falter
On ‘While I Was Away’ she works on a larger canvas, turning to three hugely talented vocalists. Using skeletal string accompaniment (violin and cello) she puts music to the words of of Emily Dickinson, Margaret Atwood, Cummings plus collaborating (very successfully) with the singers Aline Frazão and Live Maria Roggen on ‘Hora Azul’ and ‘Walkside’ respectively and the talented Michael Schiefel on ‘Iskele.’ […] The Norwegian singer Live Maria Roggen is a real talent, and she is given her head on ‘Moonfish Dance’ in a surprise package that can only add to Hülsmann’s growing reputation.
Stuart Nicholson, Jazzwise
C’est que Julia Hülsmann est d’abord compositrice, arrangeuse, metteuse en scéne d’une musique belle et inhabituelle qui emprunte à la tradition chambriste. […] Solos plus que chorus, même si ça rebondit souplement, le lyrisme evident de cette musique, la precision de l’écriture, la diversité des couleurs s’adossent à une musique savante don’t l’ombre de Kurt Weill n’est pas absente. Magnifique dépaysement.
Yvan Amar, Jazz Magazine
Wie ein ‘Best of’ aus dem Posteingang nach längerer Abwesenheit wirkt, was Julia Hülsmann auf ‘While I Was Away’ präsentiert. Für dieses songorientierte, ja liedverliebte Album hat die Pianistin ihr Jazz-Trio mit Eva Kruse (Bass) und Eva Klesse (Schlagzeug) durch Héloise Lefebvre (Geige) und Susanne Paul (Cello) erst zu einem Kammermusikensemble erweitert und dann mit drei zusätzlichen Gesangsstimmen zu einem Oktett aufgestockt. Aber keine Sorge, für diese umfangreiche Arbeitsbeschaffungsmaßnahme gibt es gute Gründe. Mit ihren Fähigkeiten als Komponistin und Arrangeurin kann es sich Hülsmann allemal erlauben, groß zu denken. Und als Anstifterin und Anführerin dieser bunten Kohorte schafft sie es auch, ihren sprudelnden Ideenfluss mit Stilelementen und Spielarten aus verschiedenen Genres schlüssig zu realisieren. Hier ein tänzerisches Cellosolo, da eine kleine Geigeneskapade, an der richtigen Stelle ein elaborierter Klavierlauf über dem federnden Bass-/Schlagzeugpuls – es ist alles so zwanglos austariert, dass jazzige Ambition, Pop-Appeal und klassisches Formbewusstsein sich bestens miteinander vertragen.
Andreas Schäfler, Junge Welt
Nach vielbeachteten Quartettaufnahmen für ECM - zuletzt ‚Under The Surface‘ (2025) - schlägt die aus Bonn stammende und in Berlin lebende Pianistin und Komponistin Julia Hülsmann mit ‚While I Was Away‘ für sich ein neues Kapitel auf: Für die Aufnahme gründete sie ein prominent und international besetztes Oktett, für das sie die Besetzung eines Jazzklaviertrios (Piano, Bass, Schlagzeug) mit der eines klassisch-romantischen Klaviertrios (Piano, Violine, Cello) kombiniert. Dazu kommen mit dem Deutschen Michael Schiefel, der aus Luanda, Angola, stammenden Aline Frazão und der Norwegerin Live Maria Roggen drei distinkte Gesangsstimmen. Das Repertoire ist ein ebenso vielfältiges: Neben Eigenkompositionen, in denen Julia Hülsmann Texte u. a. von E. E. Cummings und Emily Dickinson vertont, stehen Stücke der brasilianischen Sänger-Gitarristin Zélia Fonseca und der US-amerikanischen Pop-Ikone Ani DiFranco auf dem Programm. Auch Live Maria Roggen und Michael Schiefel steuern Kompositionen bei. Ein starkes, eigenwilliges musikalisches Statement von Julia Hülsmann!
Andreas Felber, Österreichischer Rundfunk
Selbst für viele ihrer eingeschworenen Fans dürfte Julia Hülsmann mit ihrem insgesamt fünfzehnten (bzw. zehnten bei ECM erscheinenden) Album Neuland betreten, denn dieses exzellente Oktett ist zwar schon seit rund einem Jahrzehnt immer wieder zu besonderen Anlässen live zu hören gewesen, nun aber erstmals via Musikkonserve auch einem breiteren Publikum zugänglich. So ist es wenig verwunderlich, dass die acht Musiker:innen bereits beim Debütalbum bestens aufeinander eingespielt sind und mit einem makellosen Gruppenklang brillieren. Die Vorliebe der Pianistin und Komponistin für eingängige Melodien, moderne Lyrik und starke Songs ist legendär und hat schon großartige Produktionen hervorgebracht […] Die besonderen Vorzüge der in Berlin lebenden und an der Universität der Künste unterrichtenden Pianistin und Komponistin kommen nun eindrucksvoll auch im Großformat zur Geltung. Hülsmann ist das alle Fäden ziehende Bindeglied in der Kombination eines klassischen Kammermusik-Trios (Héloïse Lefebvre, Violine; Susanne Paul, Cello) mit einem Jazz-Trio (Eva Kruse, Kontrabass; Eva Klesse, Drums) und drei Vokalist:innen, die alle ihre unterschiedlichen ethnischen und musikalischen Wurzeln zur Wirkung bringen können. […] In einzelnen Stücken bündeln die Vokalist:innen ihre Stimmen, etwa in Hülsmanns stilgerecht wie von einem Uhrwerk angetriebener Vertonung des E. E. Cummings-Gedichts ‘TicToc’, das mit eindringlichen Spoken-Word-Passagen verblüfft. Die Pianistin ist auch bekannt für ihre spannenden Cover-Versionen von Pop/Rock-Songs, etwa von David Bowie, Feist, Radiohead, Seal, Sting, Nick Drake oder Randy Newman. Für das Octet hat sie nun mit ‘Up, Up, Up, Up, Up, Up’ einen typischen Song der aus Buffalo stammenden, in der gesellschaftskritischen (Anti-)Folk- und Indie-Rock-Szene bekannt gewordenen Singer-Songwriterin Ani DiFranco arrangiert – mit Michael Schiefel als die Dringlichkeit des Textes ausdrucksstark vermittelnden Lead-Sänger. Auch dieser Song aus dem Jahr 1999 fügt sich perfekt in dieses ungemein bunte und vielschichtige, von unterschiedlichsten Einflüssen geprägte musikalische Konglomerat ein, das dennoch absolut stimmig und wie aus einem Guss wirkt.
Peter Füssl, Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft