06.02.2026 | Reviews of the week
The album Dream Archives by Craig Taborn, Tomeka Reid and Ches Smith is hailed by US, UK, German and Swiss reviewers
Pianist Craig Taborn, cellist Tomeka Reid and drummer Ches Smith have substantial history as a trio, though ‘Dream Archives’, their mesmerizing new ECM album, is being hailed as a band debut. It’s a momentous release, whatever you call it; I’d call it the first major musical statement of this new year. For Taborn, who recently joined Reid in the elite ranks of MacArthur Fellows, it builds on a core preoccupation with the elasticity of form — something each member of the trio understands deeply.
Nate Chinen, The Gig
On ‘Dream Archives’, Taborn and Ches Smith reconnect, again without a bassist — though cellist Tomeka Reid, Taborn’s fellow MacArthur recipient, fulfills a bass-like function at times with pizzicato low notes and extended techniques, widening the music’s range. Her middle-register lyricism on the closing track, Taborn’s ‘Enchant,’ is almost evocative of a woodwind. Smith’s vibraphone, glockenspiel, gong and auxiliary percussion provide a wealth of subtlety to match his dynamic work at the kit. The material is Taborn’s except for ‘Mumbo Jumbo,’ a Paul Motian staple recently recorded by fellow pianists Russ Lossing and Anat Fort; and ‘When Kabuya Dances,’ a Geri Allen piece […] That and Taborn’s ‘Feeding Maps to the Fire’ are driving and rhythmically intense, while ‘Coordinates for the Absent’ opens the set spaciously and mysteriously, with Taborn tweaking the palette on synth and electronics.
David R. Adler, Jazz Times
New York avant-jazz pianist Craig Taborn surfaced in the late 90s with leaders including Tim Berne and Steve Coleman, but his own work has blossomed in the 21st century. With ‘Dream Archives’ (ECM), in a trio with cello star Tomeka Reid and percussionist/composer Ches Smith, he embraces fast-moving collective free-swing, smouldering lyrical originals and two heartfelt tributes (Paul Motian’s ‘Mumbo Jumbo’ and Geri Allen’s ‘When Kabuya Dances’).
John Fordham, The Guardian
Musik, die einem luziden, aber doch verrätselten Traum entstiegen zu sein scheint – ‘Coordinates for the absent’ von Craig Taborn, Piano und Synthesizer, Tomeka Reid, Cello und Ches Smith, Vibrafon und Perkussion. Die Koordinaten für das Abwesende, ein wunderbarer Verweis auf die flüchtige Qualität des Klangs, und auch auf den elliptischen, ins Offene weisenden Sound dieses Stücks. ‘Dream Archives’, das Debütalbum des Trios, ist diesen Monat über das Münchener Label ECM erschienen. Es ist die erste Einspielung von Taborn, Reid und Smith in dieser Besetzung – sie sind sich aber vorher schon in vielen Projekten begegnet und diese Kompatibilität ist auf ‘Dream Archives’ zu spüren – die Einfühlsamkeit, die Reaktionsgeschwindigkeit und der Texturenreichtum durchziehen die sechs sehr unterschiedlichen Stücke auf dieser Platte.
Niklas Wandt, Deutschlandfunk
Das ist Musik in einer für den Jazz eher ungewöhnlichen Besetzung: Klavier, Cello, Schlagzeug/Percussion. Die Musik dieses Trios hat aber nicht nur deswegen einen völlig eigenen Klang. Hier spielen drei US-amerikanische Avantgardisten der mittleren Generation zusammen: Mit dem 1970 geborenen Pianisten Craig Taborn taten sich die beiden etwas jüngeren Kolleg:innen Tomeka Reid (Cello) und Ches Smith (Schlagzeug, Percussion, Vibraphon, Elektronik) zusammen. In den Stücken dieses Albums bewegen sie sich jeweils sehr frei um einen komponierten Kern. Kantige Attacken der Tasten und der gern kantig rau gestrichenen Cello-Saiten münden immer wieder in leise reflektierende Passagen, in denen das Trio ganz allmählich neue Stimmungen schafft und dann intensitätsgeladen in sie eintaucht. Diese Musik ist tastend, suchend und zart, dann wieder aufbrausend, pochend-insistierend – und bisweilen swingt sie auch in dichter Interaktion. Sie ist eine zeitgenössische Jazz-Kammermusik, die durch die funkelnde Wachheit des Aufeinander-Reagierens immer wieder atemberaubende Momente bereithält.
Roland Spiegel, Bayerischer Rundfunk
Die Traumarchive, die Pianist Craig Taborn hier im Trio mit Cellistin Tomeka Reid und Perkussionist Ches Smith anzapft, folgen keinen nachvollziehbaren Konventionen. Vielmehr nimmt sich Taborn in vier Eigen- und zwei Fremdkompositionen Elemente und Motive aus Jazz, Kammermusik, freier Improvisation und elektronischer Musik, um sie zu nie vorhersehbaren Klangpuzzles zu montieren. Dem Jazz am nächsten kommt Taborn in ‘When Kabuya Dances’ aus der Feder von Pianokollegin Geri Allen – aber eigentlich müsste man alle zuvor genannten Genres in Anführungszeichen setzen, so eigenwillig wie Taborn sie zitiert, verfremdet, kombiniert. So wenig man sich vor dem Schlafengehen auf seine Träume vorbereiten kann, so sehr sollte man sich von dieser poetischen Musik irritieren und bezaubern lassen.
Reinhold Unger, Münchner Merkur
Gleich die ersten Töne von ‘Dream Archives’, der ersten Einspielung eines neuen Trios um Craig Taborn (Piano), Tomeka Reid (Cello) und Ches Smith (Drums, Vibrafon), zeigen etwas leise Wehmütiges, besitzen eine lyrische Romantik und hintergründige Wehmut, wie man es von diesen drei Instrumentalist/-innen vielleicht nicht erwartet hätte. Auch wenn das über die Albumstrecke nicht bleibt, so demonstrieren diese ersten Töne das breite spielerische Spektrum des Trios. Auf Avantgarde alleine will man sich nicht festlegen lassen. Vielmehr geht es den dreien darum, das Vielschichtige und Vielseitige einer gleichermaßen zeitgenössischen wie zeitlosen Improvisationsmusik aus den USA offenzulegen.
Martin Laurentius, Jazzthing
Das Trio auf ‘Dream Archives’ ist von einer erstaunlich spontanen Beweglichkeit und gleichzeitigen Geschlossenheit. Statt eines Kontrabasses spielt Tomeika Reid das Cello, mal gestrichen als Basis, mal virtuos gezupft, immer integriert in den Gesamtklang. Und Ches Smith sitzt nicht nur an den Drums, sondern gelegentlich auch am Vibraphon und dem sonstigen Instrumentarium eines klassischen Perkussionisten, er setzt auch, sparsamst und punktgenau, elektronische Mittel ein, wie Taborn selbst, was die Klangräume über das konventionelle Piano-Trio-Format hinaus weitet, immer im Sinn einer behutsamen Ökonomie. […] Am Ende, unter dem zutreffenden Titel ‘Enchant’ (bezaubern, verzaubern), gelingt Taborn sogar die Vereinigung von Abstraktion und melodischer Verführung, nicht unähnlich einer Tonfolge wie in Monks Stück ‘Misterioso’.
Peter Rüedi, Weltwoche
UK and German reactions to the album While I Was Away by the Julia Hülsmann Octet
A bold move the octet maybe, but in an album that covers a wide stylistic base Hülsmann has executed a wholly satisfying shift in her music that coalesces with a sense of unity and purpose that leaves you wanting more.
Nick Lea, Jazz Views
Der Albumtitel deutet es in gewisser Weise bereits an, dass Julia Hülsmann einen Strang aufgreift, der lange Zeit liegen geblieben ist. Mit Textvertonungen wurde sie vor rund 25 Jahren international bekannt. Spielte sie diese damals mit ihrem Trio plus Sänger/-innen ein, so hat sie mit ihrem Oktett eine größere Farbpalette zur Hand. […] Versrhythmus und Silbenklang der Textvorlagen überträgt sie in Akkorde, Melodien und Rhythmen, Interpretation ist bei ihr Transformation des Wortsinns in den Klang von Musik. […] Dabei kommt ihr die dramatische Theatralik eines Michael Schiefel, das emotionale Verschleifen von Tonhöhen einer Aline Frazão oder die kristalline Tansparenz einer Live Maria Roggen zugute.
Martin Laurentius, Jazzthing
Julia Hülsmann komponiert für ihr Oktett, das seit über zehn Jahren besteht und nach vielen Konzerten ein ausgereiftes Album vorlegt, mit Feingefühl für die musikalischen Persönlichkeiten. Susanne Paul am Cello und HéloÏse Lefebvre an der Violine agieren als eigenständige Solistinnen, die drei Vokalist*innen Live Maria Roggen aus Norwegen, Aline Frazão aus Angola und Michael Schiefel aus Berlin bringen ganz unterschiedliche Kompositionen, Stimmen und Sprachen ein, und singen auch wunderbar im Chor.
Mauretta Heinzelmann, Norddeutscher Rundfunk
The duo recording Memories of Home by John Scofield and Dave Holland is strongly recommended in German magazines
Kammermusikalisches Pingpong auf hohem Niveau gibt es von John Scofield und Dave Holland, die auf ‘Memories of Home’ unglaublich entspannt ihre Instrumente singen und klingen lassen. Mal gibt die zart verzerrte Gitarre das Thema vor – entzückend nicht nur bei Scofields impressivem ‘Meant To be’ – mal liefert der Bass fein modulierte Melodien als Basis eines atmenden Austauschs, der intime Innerlichkeit à deux stets mit der Freiheit solistischer Klangentfaltung paart. Man schwebt entrückt im traumhaften Saitenzauber, der heiter zwischen Blues (kernig Hollands Tieftöner bei ‘Not for Nothin’), Jazz samt einer Sco-typischen Prise Funk und gar Country (‘Memories of Home’) changiert. Natürlich großmeisterlich inszeniert in unverwechselbar duftiger Farbigkeit – zum Heulen schön.
Sven Thielmann, Fono Forum
Um es kurz zumachen: ‘Memories Of Home’ ist das swingendste ECM-Album seit Jahren, wenn nicht seit Jahrzehnten. Es swingt halbschnell oder ganz schnell, auch im ¾- und 10/4 Takt. Die Stücke ‘Mine Are Blues’ und ’You I Love’ sind sogar reiner Bebop. Klar, das Album ist leise, es gibt kein Schlagzeug, aber Scofields E-Gitarre fantasiert wie entfesselt, und Hollands Bass walkt und tanz…und walkt und tanzt. […] Auch wenn Scofield und Holland gleichzeitig solieren, klingt das mühelos perfekt. Freuen darf man sich außerdem über ein Wiederhören mit einigen ‘Klassikern’ der beiden, etwa Scofields ‘Meant To Be’ (Titeltrack 1991) und Hollands ‘Not For Nothin’’ (Titeltrack 2001). Langweilige Balladen haben bei den beiden keine Chance.
Hans-Jürgen Schaal, Jazzthing
The album Close by Steve Tibbetts enchants US and French reviewers
‘Close’ is guitarist and composer Steve Tibbetts ninth studio album for ECM. Tibbetts refers to his music as postmodern neo-primitivism, where he eloquently blends his acoustic six and twelve stringed guitars with distorted electric surges and dense, driving percussion. Residing in Saint Paul, Minnesota, the artist uses his home recording studio as a vehicle to create his unique and inventive sound paintings. Tuning his 12-string guitar in double courses instead of octaves allows Tibbets to generate timbres rich in overtones. […] ‘Close’ redefines the boundaries of instrumental music creating both an accessible and genre-defying collection of innovative tone poems. This adventurous release is highly recommended for all fans of innovative contemporary music.
James Scott, Minor7th.com
Le guitarist-voyageur signe un magistral album atmosphérique, manière de road movie cheminant du Minnesota jusque sur les traces du sarangiste indien Sultan Kahan. […] la musique du trio dessine par ses discontinuités un sorte d’histoire, tandis que le leader, avec sa guitare acoustique dépouillée aux allures de sitar ou une guitare électrique déchirante, continue de dévoiler de nouvelles facettes de son jeu jusqu’à conclure sur un ultime point d’interrogation.
Yazid Kouloughli, Jazz Magazine (‘Choc’)
The freshly released bass solo album Convergence by Björn Meyer is reviewed in the UK and Germany
Revisiting his debut album for the label as a solo artist ‘Provenance’ released in 2017 and then listening to the new recording it is remarkable how far Meyer has developed this most demanding of roles. Like many solo recordings, the bassist is aware of the limitations of his instrument in such a stark and often lonely setting and how the use of the recording studio can serve as useful tool in helping orchestrate the music. Just has importantly, Meyer is also acutely aware that the music must also work in a live setting, and the balancing act between the two disciplines is handled with great skill and sensitivity. All the compositions have been composed by Meyer and serve not so much as showcases for virtuoso playing but bring out the lyrical side of his instrument and use of timbre and dynamics to bring out the inherent melodies within the music. The gentle ballad ‘Hiver’ is not what one expect to hear, and flashy technique is eschewed allowing the rather beautiful pieces penned by Meyer to be the focus of your attention.
Nick Lea, Jazz Views
Meyers introspective Linien erinnern zuweilen an die melodischen Einlassungen eines Pat Metheny. Im Kontrast dazu lotet er in anderen Songs einfach nur die Tiefen des Ozeans aus, und sein Hell-Dunkel-Spiel auf den sechs Saiten konvergiert gegen eine pinkfloydeske Echolot-Versunkenheit. In wieder anderen Stücken nähert sich der ehemalige Mitstreiter von Nik Bärtsch’s Ronin der Minimal Music an. Die philosophischen, naturwissenschaftlichen und politischen Erklärungsansätze von Konvergenz sind grenzenlos. Meyer fügt all diesen Definitionen und Dimensionen eine musikalische Komponente hinzu. Verschiedene Denkmodelle laufen stringent aufeinander zu und ergeben in ihrer Gesamtheit eine stimmmige Einheit, die man aber erst wahrnimmt, wenn man das Ganze im Blick hat.
Wolf Kampmann, Jazzthing
A US reaction to the new album Off Stillness by Thomas Strønen’s Group Time Is A Blind Guide
Strønen’s compositions are lyrical and filled with thick harmonic texture. The combination of tow strings and piano trio is very cool […] The way that Strønen guides his ensemble from behind the drums is strongly gentle. The title of this recording somehow tells me about the contradictions within, ‘Off Stillness’ is an interesting phrase, but ‘Time Is A Blind Guide’ paints a beautiful picture. […] After Thomas Strønen’s duet recording entitled ‘Relations’, I was eager to hear what came next. This is a perfect, logical and enjoyable, next step.
Mark Griffith, Modern Drummer
A US reviewer on the re-issue of Gary Peacock and Ralph Towner’s duo recording Oracle within the Luminessence series
The recently reissued ‘Oracle’, a collaboration between bassist Gary Peacock and recently deceased guitarist Ralph Towner gives us a look at two legends in deep midcareer. Originally released in 1995, it shows two restless musicians, each with their own highly developed, distinct musical language, looking to mix things up. Though more Peacock-forward, its seamless mix of carefully spontaneous playing and freewheeling composition serves as a fitting farewell to Towner, and reminds us that the great ones never stop evolving, long after their so-called ’classic’ eras have ended.
R. L. Jackson, Aquarium Drunkard
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