27.02.2026 | Reviews of the week
The album Dream Archives by Craig Taborn, Tomeka Reid and Ches Smith is acclaimed by German and Italian media
Es ist ein sich vorsichtiges Abtasten, ein klangtechnisches Sezieren und filigranes Durchforsten von instrumentalen Möglichkeiten und individuellen Stimmungen denen sich Craig Taborn, Tomeka Reid und Ches Smith auf ‘Dream Archives’ widmen und aussetzen. Man bekommt das Gefühl, alle Drei würden zum ersten Mal miteinander den Versuch unternehmen, gemeinschaftlich zu musizieren, würden das auch neugierige Erkunden von Tonfolgen als eine herausfordernde und zugleich zurückhaltende Expedition begreifen. Die Ruhe, oder sagen wir besser der innere Frieden dieses entschlüsseln evoziert etwas (auch alp-)traumhaftes. Es ist wie die nachrangige Verarbeitung vorheriger Realitäten und Umstände, das (Er-)Finden von neuen Kontexten für Altbekanntes. Hier gibt es traumverlorene Sequenzen (‘Coordinates for the Absent’), schräg groovende Exzentrik (‘When Kabuya Dances’ von Geri Allen!), verschränkte Konstruktionen (‘Dream Archive’), sphärische Dogmatik (‘Mumbo Jumbo’ von Paul Motian) und lyrische Tektonik (‘Enchant’). Das besondere dieser hochdiffizielen Aufnahmen entsteht erst durch die Divergenz ihrer Akteure, denen jedoch statt Rivalität der kollektive Spielgedanke am Herzen liegt. […] Eine wunderbar stille Platte, von Musikern, die auch lauter können.
Jörg Konrad, Kultkomplott
Una musica rarefatta ed eterea che si dipana in note frammentate del piano e atmosfere armoniche che riempiono gli spazi sonori, siamo più vicini ad una sperimentazione contemporanea che ad un brano di un classico trio jazz. […] Nel complesso un bel lavoro la cui musica riflette perfettamente l’idea dell’archivio dei sogni, uno spazio inconscio dove tutto può accadere.
Luciano Feliciani, Kathodik
The new duo recording Con Slancio by Heinz Holliger with Annemarie Schüpbach is reviewed in an Italian daily paper
Non sappiamo dire se nel cd si ascoltano sonorità effettivamente nuove, anche perché sono già nuove, largamente contemporanee (nel senso di non conformi al senso comune del tempo in cui si vive), le ‘tecniche estese’ che Holliger impiega da sempre. Certo è che le sonorità, in solo o in duo, che vengono diffuse in questo con slancio sono un mix appassionante di sottigliezza, lucidità, ricchezza timbrica. Eleganza, soprattutto. Non ci sono suoni sporchi.
Mario Gamba, Il Manifesto
The album Pur Ti Miro by Wu Wei, Martin Stegner and Janne Saksala impresses a Swiss radio reviewer
Ein Trio, das Musik von Vivaldi, Bach, Monteverdi sowie traditionelle Stücke aufführt und aus dem Kontrabass von Janne Saksala, der Viola von Martin Stegner (beide Mitglieder der Berliner Philharmoniker) sowie einem chinesischen Instrument besteht – genauer gesagt einem berühmten chinesischen Instrument mit rund 3000 Jahren Geschichte: dem Sheng, das hier der Meisterschaft von Wu Wei anvertraut ist, einem der bedeutendsten Interpreten dieses außergewöhnlichen Instruments. Es handelt sich um eine ‘Mundorgel’, wie sie bezeichnet wird, die in ihren modernen Versionen einen chromatischen Tonumfang von nahezu drei Oktaven abdeckt, also vergleichbar mit anderen westlichen Blasinstrumenten. Doch es gibt eine Besonderheit: Das Sheng ist ein polyphones Instrument und kann Akkorde von bis zu sechs Tönen spielen. Zwei Dinge beeindrucken an diesem Album besonders: die Qualität der Interpretation und die erstaunliche Natürlichkeit, mit der sich das Sheng klanglich und harmonisch in dieses barocke Repertoire einfügt. Keine Spur von Exotismus – glücklicherweise –, sondern eine ganz besondere und faszinierende Musikalität.
Giordano Montecchi, Radiotelevisione Svizzera
US and German reactions to the bass solo recording Convergence by Björn Meyer
While he brings all of this vast boundary-crossing experience to bear on his solo work, he distills his vision, playing everything on his six-string electric bass. Acting as a sound sculptor, he carves great tonal bodies that sweep over you like snowdrifts on arctic tundra. Often, as on the opening ‘Convergence,’ he multi-tracks himself, laying down a sea of harmonic chords that groan with a hint of natural reverb before answering with a series of fluttering arpeggiated riffs like gulls over a dusky inlet. Equally evocative moments follow as he conjures a nightmarish doom on ‘Drift,’ contrasting guttural bass moans against the twilight bell-tone sparkle of fretboard harmonics. While much of the album has a new age tone poem quality, there are equal moments of tender melody, as on ‘Gravity,’ which sounds like a contemporary folk song done instrumentally, or ‘Hiver’ which has the measured introspection of pianist Bill Evans’ classic ’60s trio. With ‘Convergence,’ Meyer has crafted an album that’s as technically virtuosic as it is affectingly atmospheric.
Matt Collar, All Music
Neben Reverbs und Delays spielen unter anderem Magnete und Metallstäbe eine große Rolle in der Ausgestaltung der Klangräume, in denen die tiefe Saite des Sechssaiters mal dumpf grollt wie ein Meeresungeheuer unter einer dicken Eisschicht (‘Rewired’) oder die Flageoletts schimmernd in die Höhe steigen wie ein ätherischer Avatar (‘Drift’). Den wichtigsten Spezialeffekt für seine versonnenen Bassgedichte hat Meyer jedoch in seinen Fingern: Mit höchst flüssig eingesetzten Gitarrentechniken wie Tapping, Fingerpicking oder einem mandolinenhaften Tremolo verwandelt er sein Instrument in einen wendigen, abwechslungsreichen Erzähler. Dabei haftet etüdenhaften Stücken wie ‘Gravity’ und ‘On Hope’ oder den soghaften Arpeggien in ‘Magnétique’ nie etwas Großsprecherisches an.
Josef Engels, Rondo
A German reviewer on the re-issue of Gary Peacock and Ralph Towner’s duo recording Oracle within the Luminessence series
Die beiden Großmeister spielen zurückhaltend in der Dynamik, im Dialog aufmerksam, respektvoll, aber selbstbewusst in der Ausformung von eigenen Ideen und kraftvoll in der Ausbreitung individueller Spielfreude. Schön zu hören auf ‘Flutter Step’, während ‘Empty Carrousel’ die akustische Lupe auf die Saiten und feine Zupf- und Anstricharbeit fokussiert. Zum Repertoire des Albums gehören auch dezent angegangene Stil-Ausflüge, wie in Latin-Gefilde auf ‘Hat And Cane’. Das Klangbild brilliert mit exzellenter Transparenz und Feindynamik plus präzisem Raumambiente. Aufgenommen wurde ‘Oracle’ im Mai 1993 in den Osloer Rainbow Studios. Die Pressung der Vinylscheibe geriet herausragend. So macht LP-Hören Freude!
Claus Dick, Lowbeats
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