24.07.2026 | Reviews of the week

Reviews of the week

The freshly released re-issue of Mick Goodrick’s album In Pas(s)ing within the Luminessence vinyl series excites a US reviewer

 

‘Pedalpusher’ opens with ‘Mr. Goodchord’s’ characteristic harmonic density, supporting Surman’s bass clarinet wanderings. The album ends with the improvised ‘In Passing,’ again anchored by Goodrick’s orchestral harmonies. The great Jack DeJohnette offers a clinic in rhythmic tension and release before the quartet slowly winds down. […] ‘In Pas(s)ing’ is at once of its time and deeply relevant to the current moment. It represents the spacious, free jazz of five decades past, but Goodrick’s powerful influence on current music makes it sound fresh and familiar.

Frank Housh, All About Jazz

The album A Sun That Never Sets by Ralph Alessi is recommended in a UK monthly

 

Cliché-averse trumpeter Alessi continues to subvert expectations on a probing four-way with pianist Matt Mitchell, bassist John Hébert, drummer Ches Smith and trombonist brother Jospeh. Predicated on the push and pull between its creators, Smith’s sustained vibraphone passages tease out Joseph’s sparse, painterly contributions, further accentuating his brother’s articulate clear lines. These understated free arrangements come laden with paylful tension.

Andy Cowan, Mojo

More international reactions to the album Winter Songs by Steve Swallow

 

Et si on revenait à l’essentiel, redécouvrir la puissance de notes fluides destinées à faire entendre une musique qui ne nous lasserait jamais ? C’est ce qui ressort en priorité de l’écoute de ‘Winter Songs’, album déposé en douceur dans un monde de brutes et qui permet à Steve Swallow de reprendre les rênes de leader. […] Animée par cette basse conteuse de fables qui s’aventure dans de nouvelles contrées […] la musique fluctue avec sagesse. Un album incontournable.

Mario Borroni, Citizen Jazz

 

Swallow war schon immer ein Meister der leisen, verhaltenen Pastelltöne. Auf ‘Wintersong’ agieren er und seine fünf Gespielen, allen voran Gitarren-Genius Steve Cardenas, Saxofon-Routinier Chris Cheek und Schlagzeug-Urgestein Adam Nussbaum, mit einer unvergleichlichen Gelassenheit. Hektik war noch nie Swallows Sache. Und falls Sorgfalt eine Kategorie der Improvisation ist, wird sie hier zur Vollendung geführt. Jeder Ton ist präzise am richtigen Platz. Man fühlt sich von diesem emotionalen Album buchstäblich an die Hand genommen.

Wolf Kampmann, Eclipsed

 

Wenn es um zeitgenössischen Jazz geht, der sich weit aus dem Fenster lehnt, so ist Steve Swallow eine seiner Galionsfiguren. Und ein Garant dafür, dass auch Verwegenes gelingt. Gefühlt seit Menschengedenken speisen sein unvergleichliches Bassspiel und seine kühnen Kompositionen die kontinuierliche Weiterentwicklung dieser Musik – viele ihrer heute prägenden Figuren wären ohne den inzwischen 85-jährigen Nestor nie in diesen Rang gekommen, und wer als Newcomer mit Swallow im Rücken Musik machen darf, kann kaum fehlgehen. Nun sind die Solisten auf seinem neuen Album ‘Winter Songs’ zwar keine aufstrebenden Jungspunde mehr, aber Trompeter Mike Rodriguez, Saxophonist Chris Cheek und Gitarrist Steve Cardenas gehen je eine Spur frecher, hungriger und auch mal schmutziger ans Werk als Swallow und seine alten Kämpen Gil Goldstein am Klavier und Adam Nussbaum am Schlagzeug. […] Swallows Präsenz auf dem E-Bass ist nach wie vor einzigartig: Er spielt warm und wohldosiert, mit immer wieder überraschender tonaler Reichweite und diesem unnachahmlich murmelnden Sound. Der eigentliche Mehrwert liegt jedoch darin, Schweres so leicht klingen zu lassen. […] Die namenlosen, lediglich von eins bis neun durchnummerierten ‘Winter Songs’ dürften dermaleinst ein weiteres Paradebeispiel für Substanz und Langlebigkeit in Swallows Schaffen abgeben. Die Musik auf dem Album hat nichts Ausgeklügeltes, scheint vielmehr dem natürlichen Kreislauf von Werden und Vergehen zu entspringen. Sie kann auf viel gegenseitiges Zutrauen aller Mitspieler bauen – und auf die stete Präsenz von Steve Swallow, der genau weiß, wann und wo und wie er ordnende Hand anlegen muss.

Andreas Schäfler, Junge Welt

The duo recording Feebles, Fables & Ferns by Mick Goodrick and Fresh Hersch thrills reviewers in the US and Germany

 

38 years ago, Hersch invited Goodrick to come to his loft-studio in Soho, where they recorded this material, maybe (they thought) for commercial release, or maybe just to memorialize their friendship and their musical rapport. Goodrick always liked the session, and after his death three years ago, his executor urged Hersch to listen to those old tapes once again. Hersch and his home label, ECM, saw new timelessness in the music, and it has finally appeared on CD, with Goodrick getting top billing – an appropriate redress for an artist who stayed out of the spotlight for much of his life. […] Many listeners will be struck by the beauty of the duo’s exploration of Hersch’s ‘Heartsong,’ one of his most lyrical tunes – one that deserves to become a jazz standard, IMHO. And others will love the impressionistic meshing of the Goodrick original ‘Away 10’ (played by Hersch as a solo piano introduction) with Steve Swallow’s ‘Amazing.’ The two pieces are so harmonically compatible that their interweaving here cannot be untied. […] I also have to point to a tune that neither Hersch nor Goodrick has recorded elsewhere – pianist Mal Waldron’s ‘Soul Eyes.’ Since its original recording by Waldron with John Coltrane and trumpeter Idrees Suleiman in 1957 (‘Interplay for Two Trumpets and Two Tenors’, Prestige), it has not exactly been neglected. What we hear on Feebles is is an especially rewarding demonstration of Goodrick’s way with a melody. In the first chorus, Hersch provides a gentle rhythmic cushion and Goodrick plays the line with penetrating sincerity. His solo is a model of what might be called economic eloquence – there is not one extraneous note, and every note he plays seems ideal. In his solo, Hersch takes a richer approach harmonically, edging it toward impressionism, but Goodrick calls it home, reemphasizing the purity of the tune, and the two conclude in a misty cloud.

Steve Elman, Arts Fuse

 

Neben Eigenkompositionen der beiden Musiker interpretieren sie hier auch noch zwei Stücke von Bassist Steve Swallow (,Falling Grace‘ und ,Amazing‘), Komponist & BigBand-Leiter Johnny Greens ,Out Of Nowhere‘ und den Klassiker ,Soul Eyes‘ von Pianist Mal Waldron. Und mit Fred Herschs ,Heartsong‘ ist auch noch eine absolut an Pat Metheny erinnernde Nummer zu hören, fast zu konventionell und gut gelaunt, zu Dur-fixiert für dieses Album. Den stärksten Kontrast dazu liefert der Track ,Five Excursions‘ – hier wurden mehrere spontane und relativ freie Improvisationen zusammengefasst. Spannend!

Lothar Trampert, Guitar Player

French and German critics welcome the vinyl re-issue of Bill Connors’ album Of Mist and Melting within the Luminessence series

 

Quel groupe! La future section rhythmique du trio de Keith Jarrett, Gary Peacock à la contrebasse et Jack DeJohnette à la batterie, et Jan Garbarek au saxophone, dont il fit la connaissance au moment d’enregister. Le degré de complicité entre le leader et son saxophonist laisse rêveur: à les écouter, on a l’impression qu’ils jouaient ensemble depuis longtemps – Garbarek est extraordinaire dans ‘Melting’. Ces six morceaux acoustiques aux ambiances typiquement ECM, volontiers méditatives, sont cependant d’une rare intensité, marqués par des montées en puissance qui dissent la force et la sophistication du discours de ces musiciens.

Julien Ferté, Jazz Magazine

 

Jack DeJohnettes Schlagzeug schwingt, treibt, federt im Uptempo, Gary Peacocks Bass steigt ein, gibt Farbe, Wärme und Kontur. Und dann diese Gitarre. Bill Connors lässt die Töne perlen, seine Arpeggien fließen, während Jan Garbareks Tenorsaxophon eine Melodie darüberlegt, die wie Licht auf einer Wasseroberfläche bricht. Alles hier flimmert. Alles pulsiert. Und bei aller Raffinesse, bei aller improvisatorischen Freiheit trägt ‘Melting’, dieses mehr als elfminütige Eröffnungsstück, einen Lebensmut, eine große, unaufdringliche Zuversicht in sich. Bill Connors‘ ‘Of Mist And Melting’ ist eines jener Alben, bei denen sich schon nach wenigen Minuten die Frage erübrigt, warum sie Jahrzehnte nach ihrer Veröffentlichung noch immer als Referenzwerke gelten. Im Dezember 1977 im Talent Studio in Oslo aufgenommen, gehört das zweite ECM-Album des Gitarristen Bill Connors zu den Meilensteinen des kammermusikalischen Jazz. […] Fast fünf Jahrzehnte nach seiner Entstehung hat dieses Album nichts von diesem Geheimnis preisgegeben. Bill Connors, Jan Garbarek, Gary Peacock und Jack DeJohnette spielen hier eine Musik von flimmernder Schönheit: intim und weit, dunkel und tröstlich, anspruchsvoll und unmittelbar berührend. ‘Of Mist and Melting’ ist eine stille Sensation. Und in dieser Neuauflage eine großartige Gelegenheit, sich erneut oder zum ersten Mal von ihm überwältigen zu lassen.

Sebastian Meißner, Sounds and Books

 

Dieses Meisterwerk entstand mit einer herausragenden Besetzung: Jan Garbarek am Saxofon, Bassist Gary Peacock und Jack DeJohnette am Schlagzeug! Die Aufnahme im Dezember 1977 im Talent Studio in Oslo ist ein intimes, kammermusikalisches Kunstwerk. In den sechs Kompositionen, die allesamt von Connors stammen, finden sich sinnlich-poetische Passagen, die von einer faszinierenden rhythmischen Vielfalt begleitet werden. Diese Darbietung ist von außergewöhnlicher Qualität und offenbart auch bei wiederholtem Hören immer wieder neue Facetten künstlerischer Ausdruckskraft. Garbareks einfühlsames Spiel harmoniert perfekt mit Connors’ nuanciertem Gitarrenspiel, während die Rhythmusgruppe bestehend aus Peacock und DeJohnette eine perfekte Grundlage bietet.

Manfred Krug, Vinyl Fan

The duo album Reaching for the Moon by Elina Duni and Rob Luft is recommended in a Swiss music magazine

 

Dunis zugleich zarter und expressiver Gesang hat hier all den nötigen Raum und wird von Lufts warmem Gitarrenspiel zugleich in schlüssiger Weise gerahmt. Mit vielseitiger Technik, raffiniertem Einsatz des Volumenpedals und einigen Overdubs bringt er Abwechslung in das berührende Album und setzt mit zwei, drei Soli Akzente. Wie immer bei Duni ist Interpretation ein zu schwaches Wort für den Umgang mit dem Material. In einer tiefgreifenden Aneignung werden Kompositionen aus der Jazztradition, der Klassik oder der kosovarischen Volksmusik konsequent in einen eigenständigen musikalischen Kosmos integriert und mit Originalkompositionen ergänzt.

Florian Bissig, Jazz’n’More