02.10.2026 | Reviews of the week

Reviews of the week

Sir András Schiff’s recording of Johannes Brahms’s intimate Klavierstücke is welcomed in UK, German and Swiss media

 

Listen you should: chiefly because of Schiff’s penetrating intellect and sensitive touch; partly because of his chosen instrument, a Blüthner model of 1859 with a veiled tone far removed from the glitter and brilliance possible with modern pianos. This only adds to the album’s intimate appeal. […] Consume in small doses and savour.

Geoff Brown, The Times

 

On this new release, recorded in the Beethovenhaus Bonn in March 2021, Andras Schiff brings a welcome ease and assurance to the music in what must have been the thirteenth month of Covid, as anxious a time as any of us can recall. Schiff plays the last four sets, opp, 116, 117, 118 and 119, with the prior opus 76, two decades older. For sheer, instant pleasure, this music is hard to beat.

Norman Lebrecht, Slipped Disc

 

Milchig und wie von innen leuchtet diese fahle Musik. Ein klingendes Bekenntnis: uneitel, melancholisch und behutsam modern – alles zugleich. Für dieses besondere Hörerlebnis gibt es zwei Gründe: den Pianisten András Schiff und seinen Flügel! Schiff spielt auf einem Instrument der Firma Blüthner aus dem Jahr 1859. Es verfügt über einen intimen, privaten Klang. […] Schiffs sanft abtönendes Spiel mit wenig Pedalgebrauch und der intime Klang des Flügels bilden eine großartige Allianz. Das eine ergänzt sich wie selbstverständlich mit dem anderen. […] So gespielt, bekomme ich (zumindest teilweise) ein neues Bild vom späten Johannes Brahms. Oft wird diese Musik mit der Bezeichnung ‘herbstlich’ versehen – zu Recht. Aber hier kommt noch etwas anderes hinzu. Ich erkenne in Brahms einen nicht nur ungemein zarten, sondern zutiefst verletzlichen Künstler. Kleine Schritte, auch harmonisch kleine Schritte, werden zu einer Sinn-Suche, Trost und Trostlosigkeit liegen kaum unterscheidbar nebeneinander.

Christoph Vratz, Westdeutscher Rundfunk

 

András Schiff spielt nicht wie die meisten Pianisten auf einem Steinway-Flügel, sondern auf einem historischen Blüthner-Instrument aus dem Jahr 1859 – ein Zeitgenosse von Brahms also, und der Klang dieses Instruments passt so wunderbar zu dieser Musik: Goldig-warmer Diskant, kerniger Bass, nicht so ebenmäßig wie ein Steinway, dafür farbiger, transparenter. Das steht den Klavierstücken op. 76 und op. 116 bis 119 wirklich gut. András Schiff seziert und differenziert, zoomt in die Musik rein. Bei ihm klingt Brahms nicht nur schön, sondern auch modern. Kein Wunder, dass Arnold Schönberg den scheinbar konservativen Romantiker für seine Fortschrittlichkeit bewundert hat. Schiff nennt diese Musik ‘herbstlich’. Damit kommt diese farbige, raue und melancholische Einspielung genau zur richtigen Zeit.

Elisabeth Hahn, Deutschlandfunk Kultur

 

Für die Gesamtaufnahme all dieser Albumblätter, Intermezzi, Capriccios und Balladen hat András Schiff einen Blüthner-Flügel aus den 1850er-Jahren ausgewählt, der mit seiner tiefdunklen Grundierung im Bass und dem anti-brillant anmutenden Diskant geradezu ideal erscheint für diese hochromantischen Seelenbewegungen und -erschütterungen. András Schiff weiß aber natürlich ganz genau, wie man all dem Melancholischen, Schmerzhaften und Schwerblütigen gleichermaßen tröstliche, dem Leben in aller Schönheit zugewandte Züge entlockt. Nichts wird daher rubato-belastet verschleppt. Nichts zieht sich da in diffuse Gefühligkeit zurück. Stattdessen ‘fühlt sich’ der Blüthner angesichts all der dynamischen und farblichen Schattierungen, die Schiff ihm immer wieder auch mit seinem sanften Lächeln zu entlocken scheint, hörbar wohl.

Guido Fischer, Rondomagazin (Five stars)

 

András Schiff spielt auf einem Blüthner-Flügel aus dem Jahr 1859, ein historisches Instrument also, das dieses Zweifelnde und Grüblerische bei Brahms besonders gut transportiert. In seinem Klang schwingt eine eigentümliche Zerbrechlichkeit mit. Ein solcher alter Flügel verfügt allein schon aufgrund seiner Bauweise nicht über das uns sonst bekannte Funkeln eines modernen Konzertflügels. Und genau das entpuppt sich als Bereicherung für alle Klavierstücke; zum Beispiel im Intermezzo op.118, No. 6: Hell, fast durchsichtig tupft Schiff die Töne, als würde er mit Aquarellfarben und Pinsel arbeiten. So erschafft er mit federnden Händen eine ungewöhnlich lichte und vor allem riesige Palette an Klängen. […] Die Direktheit, mit der András Schiff die Wellenlinien, die Sentimentalitäten, die Süße und auch das Kauzige an diesen Klavierstücken herausarbeitet, überträgt sich genauso direkt auf die Zuhörenden. Dabei spielt das alte Instrument mit seiner eher spröden Anmutung eine wichtige Rolle. Aus ihm holt András Schiff dennoch ein Universum an Klangfarben: Es wird zur Brücke in die Vergangenheit, die uns an Brahms’ Leben, an seinem Empfinden und seiner inneren Welt teilhaben lässt. Zumindest mit den Ohren und dem Herzen.

Sylvia Schreiber, Bayerischer Rundfunk

 

Der ungarische Meisterpianist András Schiff spielt sie auf einem historischen Instrument: einem Blüthner-Flügel von 1859. Der feine Klang des Instruments passt hervorragend zum liedhaften Spiel des Künstlers. Seine Interpretation verbindet Transparenz mit subtilster Nuancierung. Schiffs konzentriertes, aller extrovertierten Virtuosität entratendes Musizieren, das schon seine Bach- und Schubert-Aufnahmen zum Ereignis machte, bewährt sich hier aufs Neue.

Manfred Papst, Neue Zürcher Zeitung am Sonntag

The album Ritonare by Enzo Favata and his Quintetto Atlantico excites critics in the UK and Germany

 

This may well be one of the most unexpected […] releases this year from ECM. Drawing together influences from Southern Italy, the Mediterranea and Latin America, Favata’s music spans jazz, improvisation and chamber music dynamics in an absorbing and lyrical album that is a sheer joy. A surprising and delightful album that continues to delight with each and every hearing, and sure to be a strong contender as one of the best albums of 2026.

Nick Lea, Jazz Views

 

‘Ritornare’ is a particularly appealing album fuelled by its sense of warmth, togetherness and joy. Enzo Favata has spent much of his career travelling between musical worlds, but this new album feels like a musician returning to somewhere he has always belonged. There is an ease to it, and a generosity, that makes the music immediately inviting and engaging. […] A lovely sense of personality runs through these eight pieces. Favata’s soprano has a beautiful, rounded tone, sometimes gently lyrical, sometimes carrying an earthy, almost vocal quality, while his clarinets add darker shades to the palette. Marcello Peghin’s ten-string guitar is equally distinctive, providing intricate colour rather than simply harmonic support. Daniele Di Bonaventura’s bandoneon brings an unmistakable South American inflexion, while Salvatore Maltana and U.T. Gandhi create a rhythmic foundation that is remarkably light on its feet. […] This is Favata’s first recording for ECM, and the label’s preference for space, detail and acoustic transparency suits the quintet beautifully. Yet what stays with me most is simply the character of the music. It doesn’t need to try and impress; its beauty feels completely natural and organic. There are echoes of Mediterranean folk music, jazz, Latin America and Africa, but they never feel pasted together. They have become part of Favata’s own musical vocabulary. ‘Ritornare’ is a lovely album: melodic, distinctive, infectious music that I can’t listen to without a smile appearing on my face somewhere along the way.

Mike Gates, UK Vibe

 

Wenn Sie Gianluigi Trovesi mögen, dann werden Sie auch an Enzo Favata Ihre Freude haben. […] Marcello Peghin spielt eine zehnsaitige Gitarre, die sich mühelos gegen das Bandoneon und Favatas Blasinstrumente durchsetzen kann. Das Quintett, das sich den Namen Atlantico gab, erzeugt einen fast kammermusikalischen fragilen Klang, dessen Transparenz im Widerspruch steht zum allgegenwärtigen Lärm, auch in der Musik.

Thomas Rothschild, Kultura-extra

 

Favatas Atlantico-Ensemble formierte sich um die Jahrtausendwende, nachdem der Saxophonist bereits viel Erfahrung mit Fusionen aus sardischer Volksmusik und Jazz gesammelt hatte. Im Quintett mit Daniele di Bonaventura (Bandoneon), Marcello Peghin (zehnsaitige Akustikgitarre), Salvatore Maltana (Kontrabass) und U. T. Gandhi (Schlagzeug) nahm eine organische Verbindung zwischen mediterraner Folklore, zeitgenössischem Jazz und argentinischem Tango immer mehr Gestalt an, bis die Band sich infolge zahlreicher Einzelprojekte ihrer Mitglieder zerstreute und nur noch sporadisch zusammenkam. ‘Ritornare’ ist nun ihre überfällige Heimkehr zu jener immer noch verlässlich sprudelnden Inspirationsquelle. Das Repertoire des Albums klingt wunderbar ausgereift, das Ensemble ist hervorragend eingespielt und die Musik von jedem Ballast befreit. Im Quintett sind alle voll aufeinander konzentriert, mit klar verteilten Rollen wie bei einer kompetenten Bootsbesatzung, der man sich bedenkenlos anvertrauen kann. Kaum zu glauben, wie sicher sich die fünf ihrer gemeinsamen Sache nach 20 Jahren immer noch sind. Was die Gitarre anstimmt, entwickelt das Bandoneon weiter, um es zur Ausgestaltung dem Sopransax zu überlassen. Doch fast immer kommt es auf alle Instrumente an, auch auf den Puls von Kontrabass und Schlagzeug. Wie sie gemeinsam über die Klippen und um die Strudel des dynamischen Prozesses herummanövrieren, wirkt so mühelos, als würde es einer Zauberformel gehorchen.

Andreas Schäfler, Junge Welt

 

Als sei er ein italienischer Geistesverwandter des Norwegers Jan Garbarek, bläst Favata auf dem Sopransaxofon lange, sich in Schleifen auf- und abwindende, gleichermaßen feste und obertonreiche Linien. Wesentlich bedächtiger und wärmer klingt seine Klarinette in ‘Escuchame’, und ‘Albatros’ lässt er mit dem dunklen Schnurbeln der Bassklarinette aufsteigen und in den Höhen krächzen. Seine Ausdrucksvielfalt ergänzt sich prächtig mit Daniele di Bonaventuras ähnlich verschlungenem Bandoneonspiel. Als dritter Solist bereichert Marcello Peghin das Ensemble mit Melodie- und Akkordspiel auf der zehnsaitigen Gitarre. Salvatore Maltana und U.T. Gandhi ergänzen ein vielschichtiges, kontrastreiches Geflecht von Kontrabass und Schlagzeug. […] Seine wohlproportionierten Stücke überschreiten mit klaren, einprägsamen Melodien die regionalen Beschränkungen zugunsten einer kunstvollen, aus der Musik des Nahen Ostens, Italiens, der iberischen Halbinsel und Südamerikas gespeisten, nationale Eigenheiten verschmelzenden Musik, die weitaus mehr ist als die Summe ihrer Bestandteile.

Werner Stiefele, Rondo

The recording of Samuel Beckett’s Stirrings Still spoken by Paul Griffiths and with music by Travor Bača played by the Jack Quartet is recommended by a UK reviewer

 

The composer Trevor Bača has attempted something daring with that text: a new dramatic work, using music to respond to and illuminate ‘Stirrings Still’. […] In a score where physical bow movement is at least as important as pitch, for example, the extended networks of bow-contact trajectories, circular strokes, tasto–ponticello travel and extreme-fast-bow indications demanded by Bača have to be right to the smallest detail. But you simply don’t notice the difficulty, you bask in its effect: the changing colouring of the sound, the raw thrill of tested strings. The JACK have again completely subordinated themselves to the piece and we’re the beneficiaries. […] None of it would work without Griffiths’s reading. Like Bača, he’s clearly internalised the text to a remarkable degree and it’s difficult to imagine it being delivered better than it is here. The first thing that strikes you about his approach is the warmth and clarity of his projection. He’s by no means theatrical but there’s a minute appreciation of the architecture, the variety, and, yes, the drama. […] In a year which has already seen the release of Kurtág’s Fin de Partie, ‘Stirrings Still’ is the second answer to the problem of Beckett and music, and it answers it the other way round. Kurtág set Beckett’s words; Bača leaves them alone. I’ve listened to it almost obsessively in the last couple of weeks. Luckily I’ve escaped the morning commute, otherwise I would definitely have had a guard tapping me on the shoulder telling me to take my headphones off and leave the train like everyone else.

Dominic Hartley, Music Web International

 

The album Salt Catchers by the Andy Sheppard Trio enchants Swiss, Austrian and German reviewers

 

Nichts ist schwieriger als das Einfache, heisst es. Das meint die Herstellung von Kunst. Kaum etwas ist einfacher zu hören als die Musik von Andy Sheppard. Für sein Trio mit der italienischen Pianistin Rita Marcotulli und dem französischen Bassisten (algerischer Geburt) Michel Benita hat der britische Saxofonist acht hinreissend einfache, eindringliche, genial selbstverständliche Stücke geschrieben. In dieser Besetzung ist die CD eine Premiere, aber mit beiden Partnern ist Sheppard seit Jahrzehnten vertraut, und die beiden begegneten sich unabhängig von ihm bei verschiedenen Gelegenheiten. Das Resultat dieser Vertrautheit ist eine Musik, die ganz frisch und original ist, und die auch dem Hörer klingt, wie seit Kindheit vertraut. Im Trio ohne Schlagzeug ist die Empathie gross und die Bereitschaft zuzuhören grösser als die zu behaupten. So entsteht eine innige Sphäre mit einem mal melancholischen, mal sehnsüchtigen Sog. […] Sheppards Sound auf dem Tenor- und dem Sopransaxofon ist intensiv und subtil zugleich, Coltranes hymnisches Pathos, von dem er in seinen Anfängen ausgegangen sein mag, ist bei ihm ganz ins Innige, ins Leichte, Lichte, Lied-hafte gewendet. Marcotulli ist eine kongenial lyrische Partnerin und Benita ein idealer, raumgreifend inspirierender Bassist. Aber das Trio ist ein Klang. Einklang.

Peter Rüedi, Weltwoche

 

Geblieben ist sein sanfter, warmer, ausdrucksstarker und doch eleganter und kontrollierter Ton, sein kompositorisches Geschick für melodisch schöne und harmonisch ausbalancierte Stimmungsbilder, neu ist hingegen der Einfluss seiner Wahlheimat Portugal. Sheppard lebt seit 2018 in der Nähe von Lissabon, und in den meisten seiner neuen Stücke ist der Einfluss jenes sehnsuchtsvollen, melancholischen Lebensgefühls zu spüren, das unter dem Begriff Saudade weltberühmt ist. Neuigkeitswert hat auch sein Trio mit der italienischen Pianistin Rita Marcotulli und dem französischen Bassisten Michel Benita, auch wenn sie in unterschiedlichen Formationen schon öfters miteinander gespielt und aufgenommen haben. Das erklärt auch, weshalb das äußerst sensible Zusammenspiel aller Beteiligten schon beim Debütalbum in höchster Perfektion funktioniert. Marcotulli teilt Sheppards Vorliebe für lyrische Melodien und ist im musikalischen Dialog mit ihm bestens geübt […] Michel Benita, der auf den oben erwähnten ECM-Alben Sheppards schon dabei war, sorgt mit seinen warmen Basslinien für die passende rhythmische Grundierung. Drummer vermisst man keinen, auch wenn Sebastian Rochford diesen Part in den vergangenen Jahren in den Sheppard-Bands bestens aufgefüllt hat. Die Grundstimmung ist von getragener Schönheit und eleganter Gelassenheit, im Detail betrachtet bieten die Kompositionen aber durchaus Abwechslung. […] Kammermusikalischer Jazz der allerschönsten Sorte, der ideale Soundtrack, um die gestresste Seele baumeln zu lassen.

Peter Füssl, Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft

 

Es ist eine eigentümliche Zeit, in die einen ‘Salt Catchers’ versetzt. Das Piano lässt einzelne Töne und Akkorde stehen, der Bass bewegt sich mit großer Zurückhaltung im Hintergrund, während das Tenorsaxofon mit sanften, langen Linien sich von allem löst. Nichts hier drängt. Und doch ist alles in Bewegung. Ist es früh? Oder spät? Keine Ahnung. Diese Musik setzt jedes Zeitgefühl außer Kraft. Denn ‘Salt Catchers’ ist ein Album der leisen und unauffälligen Verschiebungen, der unbemerkten Taktsprenger und -verschlepper. Andy Sheppard hat dafür ein Trio zusammengestellt, das ohne Schlagzeug auskommt: mit der italienischen Pianistin Rita Marcotulli und dem französischen Bassisten Michel Benita. […] Die Musik besitzt eine fragile Transparenz, in der jeder noch so leise gespielte Ton Gewicht bekommt. Der Titelsong ‘Salt Catchers’ macht diese Haltung besonders gut erfahrbar. Das Stück ist lebendig, vital, fast beschwingt, gleichzeitig aber auch von jener Ruhe durchzogen, die das gesamte Album prägt. Sheppards Saxofon klingt warm und rund, seine langen Töne kommen aus der Stille und ziehen sich wieder dorthin zurück. Marcotulli und Benita reagieren darauf mit feinen Verschiebungen, kleinen Gegenbewegungen und viel Raum. […] Die portugiesische ‘Saudade’, jene schwer übersetzbare Mischung aus Sehnsucht, Melancholie und bittersüßer Erinnerung, scheint in vielen dieser Stücke mitzuschwingen. Beispiel ‘Lawns’: Die Komposition von Carla Bley ist eine stille Meditation, gespielt mit spürbarem Respekt und beinahe Andacht. Sheppard kennt das Stück aus seiner Zeit im Trio mit Bley und Steve Swallow; häufig haben die drei es gespielt, aufgenommen wurde es damals jedoch nie. Nun steht ‘Lawns’ wie ein Erinnerungsraum mitten in diesem neuen Album. Kein Fremdkörper, sondern ein Bindeglied zwischen Vergangenheit und Gegenwart. […] ‘Salt Catchers’ klingt wie ein Ort, an dem die Zeit für eine Weile langsamer vergeht.

Sebastian Meisssner, Sounds and Books

An Italian reviewer on the recording of works by Prokofiev, Schnittke and Pärt with the Duo Gazzana

 

Un cd estramente interessante, quello da poco pubblicato dal Duo Gazzana (Raffaella Gazzana al pianoforte e Natascia Gazzana al violino), tutto dedicato al versante compositivo baltico-slavo. Vi ritroviamo di Prokofiev la struggente e cupa Prima sonata per violino e pianoforte, scritta in una gestazione complessa tra il 1938 ed il ’46;  le bellissime Cinque melodie  op. 35a, intrise di sapori leggermente francesi, trascrizioni di un ciclo di liriche per voce e pianoforte. E  poi, ‘Spiegel im Spiegel’ del 1978 di Arvo Pärt, con i suoi aspetti meditativi e quasi da trance; infine il babelico ‘Gratulationsrondo’ di Alfred Schnittke, scritto nel 1973. Che l’interpretazione di ogni brano della registrazione sia estremamente curata lo si capisce fin dall’ascolto dalle prime note della sonata di Prokofiev, nella quale l’incedere grave, profondo dell’Andante assai è reso bene nella sua dimensione drammatica e ipnotica. […] Un cd dove ogni nota sembra essere la suo posto, senza mai esagerazioni emotive. Anche il brano di Pärt, forse il più incline in sè stesso a ricevere oggi (dopo l’avvento del neoromanticismo che fa risuonare diversamente quella necessità di essenziale e ‘ripulito’ che aveva caratterizzato questo brano), quasi una una connotazione pop-serenity, viene trattato con grande equilibrio. Il tutto avvalora ancora una volta il Duo Gazzana tra i più interessanti del panorama internazionale.

Simeone Pozzini, Il Corriere Musicale