Ein Weltmann ersten Ranges war Ferrucio Busoni, eine der großen Portalfiguren der Musik des 20. Jahrhunderts. Seine 2. Violinsonate op. 36a hat jetzt das Musikerpaar Yuuko Shiokawa und András Schiff so eingespielt, dass die enorme Vielschichtigkeit, Beredsamkeit und der unverwechselbare Charakter von Busonis emphatischer Musik unmissverständlich zum Ausdruck kommt. Shiokawa, deren Karriere einst von Rafael Kubelik befuert wurde, lässt sich so engagiert wie abgeklärt auf Busonis Schwärmen ein und führt mit Schiff einen bezwingenden Dialog.
Harald Eggebrecht, Süddeutsche Zeitung
En este registro, la violinista Yuuko Shiokawa y el legendario pianista András Schiff nos ofrecen un programa conocedor de sonatas para violín y piano logrando unificar en el tiempo tres B: Bach, Bousoni y Beethoven. Esta es la segunda colaboración discográfica de ambos maestros, y, como en la primera, dedicada a las Fantasías de Schubert, el resultado es una interpretación con autoridad y profunda comprensión de cada obra.
(On this record, the violinist Yuuko Shiokawa and the legendary pianist András Schiff offer us a familiar program of sonatas for violin and piano, managing to unify in time three Bs: Bach, Bousoni and Beethoven. This is the second recording collaboration of both masters, and, as in the first one, dedicated to Schubert's Fantasie, the result is an interpretation with authority and deep understanding of each work.)
Jesús Vega, El Nuevo Herald
András Schiff und seine Frau Yuuko Shiokawa überzeugen mit vielen Details und mit Nuancen in der Artikulation, vor allem sein Spiel ist vom Klang historischer Tasteninstrumente geprägt. Ein anregendes und abwechslungsreiches Zusammenspiel, dem man gerne zuhört.
Chantal Nastasi, Westdeutscher Rundfunk
Fine chamber works played with the ultimate artistry? It is like an excellent vintage of wine. If you know what you seek, you get it at the first taste, so with violinist Yuuko Shiokawa and pianist Andras Schiff in their new recording of Bach, Busoni, Beethoven. At the first listen you know right away that you are in the presence of exceptional music making. [….] the performances are exceptional without exception. Shiokawa plays it all with a sweetness and light and Schiff responds with equally inspired pianism. The Bach gives notice that there indeed can be a reflective and subtle reading of the beautiful lines of Bach at his finest. There is plenty of mindful feeling in all the performances, but also a kind of transcendence, so that you grasp the feeling yet also join in on the musical journey to ever more subtle concordances.
Grego Applegate Edwards, Classical Modern Music Blogspot
Es geht um Gleichmaß, Kontemplation und, um das schöne altmodische Wort zu bemühen, um Innigkeit, fast möchte man meinen, es gehe, was ja nicht abwegig wäre im Kontext mit Bach, um eine Referenz an Glauben und Gläubigkeit, zumindest um Transzendenz, denn Schiff und Shiokawa, die modellieren wirklich jeden Ton, die kreieren einen Klangfluss, der den Hörer fortträgt. Da geht es um das Auslesen von Nuancen und Zwischentönen, will sagen: Ein Maximum an Tiefe. […] wir hörten ein völlig gleichberechtigtes Musizieren, ein phänomenales, wie man im Jazz sagen würde, Interplay, ein dialogisches Geben und Nehmen, bei dem es einzig, jenseits effekthascherischer Geste, um Durchdringung des Notentextes geht, um lebendige, agile Konversation zwischen zwei völlig in sich ruhenden Musiker-Persönlichkeiten. Und damit sind wir eigentlich genau bei dem, was Musik, was erfülltes Musizieren im Kern ausmacht: Diese unbedingte, kompromisslose Fokussierung auf den jeweiligen kompositorischen Kosmos und dessen Durchdringung mit erlesenstem technischen und interpretatorischen Raffinement.
Martin Hoffmeister, MDR
Direkt zu Beginn dieses bewundernswert gelungenen Duo-Albums legen Yuuko Shiokawa und András Schiff die Messlatte ganz nach oben, und zwar im einleitenden Adagio von Johann Sebastian Bachs 3. Sonate für Violine und Klavier. Sie durchmisst das Musiker-Ehepaar derart behutsam und innig, dass man sich sofort wünscht, die Zeit würde stillstehen. […] angesichts der in den ungeraden Sätzen angeschlagenen Rhapsodik könnte man Busonis Sonate mit Fug und Recht als Brahms‘ 4. Violinsonate bezeichnen. Doch bewegen sich Yuuko Shiokawa und András Schiff nicht auf musikhistorischen Entdeckungspfaden, vielmehr nehmen sie Busoni genauso ernst wie Bach und Beethoven. Und so kommt es zu einer ungemein ausgeglichen ausmusizierten und eindrucksvoll beredten Würdigung dreier Werke, die in diesem Licht betrachtet eine erstaunliche Seelenverwandtschaft aufweisen.
Guido Fischer, Rondo